Microsoft schläft nicht! Zunächst hatte der Technologie-Gigant geplant, in den US-amerikanischen Markt von TikTok mit einzusteigen. Nachdem dieser Deal geplatzt war lenkt Microsoft nun den Fokus auf Discord, eine Chat-Plattform, die sich insbesondere bei Spielern einer großen Beliebtheit erfreut. Um zehn Milliarden US-Dollar soll es angeblich bei diesem Geschäft gehen. Damit ließe sich Microsoft diese Übernahme gut 2,5 Milliarden US Dollar mehr kosten, als kürzlich die von ZeniMax Media Inc. und Bethesda Softworks.

Wird Microsoft neuer Eigner der Chat-Plattform Discord?

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Übernahmen und Käufe sind wirklich nicht selten. Beides gehört eher zum Einmaleins in der Wirtschaft und betrifft selbstverständlich auch den Bereich der Spielehersteller, von denen sich mittlerweile viele unter einem großen Dach zusammengeschlossen haben. Beispielsweise kaufte einer der absoluten Big Player, die Stillfront Group, so renommierte Softwareentwickler auf, wie u. a. Candywriter, Storm 8, Goodname Studios oder auch Sandbox Interactive. Nicht weniger üblich scheint es inzwischen zu sein, dass eine ganze Reihe von Unternehmen versucht, auf den florierenden Online Glücksspiel-Zug aufzuspringen. Die Popularitäts-Skala der Online Casinos, die nicht zuletzt durch so beliebte Aktionen wie z. B. einem Echtgeld Bonus ohne Startguthaben auf Kundenfang gehen, zeigt noch immer kontinuierlich nach oben. Das ging auch an der Stillfront Group nicht vorüber. Der Konzern ging auf Shopping-Tour und kaufte kurzerhand das Unternehmen Super Free Games auf, eine Firma, die sich auf Social Casino Games spezialisiert hat. Und in einer solchen Shopping-Laune scheint sich aktuell auch Microsoft zu befinden. Den geplatzten US-Deal mit TikTok hat der Software-Riese schnell verdaut und nach ansprechenden Alternativen Ausschau gehalten. Fündig wurde der Konzern nun bei einer anderen Kommunikationsplattform. Discord ist insbesondere unter Spielern ausgesprochen beliebt. In den vergangenen zwei Jahren konnte die Plattform ein enormes Wachstum verzeichnen, das weit über die Nutzung von Gamern hinausgeht. Insider munkeln, dass Microsoft für die Übernahme von Discord, das über zahlreiche Funktionen verfügt, zehn Milliarden US Dollar hinlegen wird.

Außerdem geht in der Branche das Gerücht um, dass dieser Deal noch in diesem Monat abgeschlossen werden soll. Offiziell ist es allerdings noch vollkommen unklar, ob dieses Geschäft auch tatsächlich zustande kommt, denn es steht außerdem im Raum, dass sich die Chat-Plattform zu guter Letzt noch für einen Gang an die Börse entscheiden könnte, anstatt zu verkaufen. In dem Rennen um einen möglichen Käufer spielt Microsoft jedoch eine gewichtige Rolle. Fragen zu dem angeblich bevorstehenden Deal beantworten weder Microsoft noch Discord, sondern hüllen sich in vornehmes Schweigen. Wir werden den Markt weiterhin beobachten und uns die Meldungen, die in einigen Tagen oder auch erst in ein paar Wochen zu diesem Übernahme-Deal erscheinen, genau ansehen und Sie darüber in Kenntnis setzen.

Was macht Discord so interessant für Microsoft?

Laut eigenen Angaben verfügt das im Jahre 2015 vornehmlich für Computerspieler gegründete Online Portal für Chat, Instant Messaging, Video- und Sprach-Konferenzen weltweit über mehr als 250 Millionen registrierte User und punktet mit beinahe den gleichen Funktionen, die auch bei TeamSpeak oder Skype zur Verfügung stehen. So kann man u. a. kostenlos „öffentliche ‚Server‘ mit Sprach- und Text-Kanälen erstellen“. Hier wird der Begriff „Server“ für „... ein Set von Rollen/Roles mit verschiedenen Berechtigungen“ eingesetzt. Das heißt: Administratoren können Usern Berechtigungen zuteilen und Kommunikations-Channels für eine Community erstellen. Darüber hinaus werden private Kommunikationen ermöglicht, entweder via Chats, Gruppen, Telefonate oder Video-Calls. Mittlerweile wird die Plattform auch für zahlreiche andere Bereiche genutzt und steht als Web-Anwendung oder mit einer sogenannten proprietären Client-Software auf allen Betriebssystemen zur Verfügung, die gängig sind. Bekannt wurde Discord in erster Linie dadurch, dass viele renommierte E-Sportler und Gamer von dieser Plattform Gebrauch machten. Als multifunktionales Portal verzeichnete Discord gerade in der anhaltenden weltweiten Gesundheitskrise einen hohen Zulauf. Unzählige Gruppierungen, Organisationen und selbst Schulklassen nutzen diese Plattform, um sich nicht nur untereinander auszutauschen, sondern auch mit ihren Lehrern.   

Selbst Microsoft hat in den letzten Jahren den Spielemarkt für sich entdeckt und ist nun bemüht, sich in diesem Bereich deutlich breiter aufzustellen. Dies wurde vor kurzem noch einmal durch die Übernahme von ZeniMax Media Inc. und Bethesda Softworks deutlich, die Microsoft insgesamt 7,5 Milliarden US Dollar gekostet hat und die am 9. März dieses Jahres unter Dach und Fach war. Die Holdinggesellschaft ZeniMax ist die „Mutter“ von Bethesda Softworks, einem US-amerikanischen Computerspiel-Publisher. Die Firma aus Rockyville im US-Bundesstaat Maryland betreut sämtliche Veröffentlichungen des Konzerns und unterhält eine Reihe von namhaften Studios für Softwareentwicklung. Unter anderem hält sie die Rechte an so populären Computer-Games wie Doom, Fallot und The Elder Scrolls. Nach dieser Übernahme versucht Microsoft nun auch einen Fuß in andere Bereiche hineinzubekommen. Dies tut der Technologie-Riese indem er auf eine Plattform setzt, in der sich täglich Millionen von Gamern treffen, um sich über Spiele, aber auch über ganz persönliche Dinge auszutauschen. Es wird spannend zu beobachten sein, welche weiteren Schritte der Konzern noch in die Welt der Spiele unternimmt um auch dort seinen Einfluss geltend zu machen.