Die Malta Gaming Authority hat einen neuen CEO. Nach einem aufwendigen Auswahlverfahren ist Dr. Carl Brincat zum neuen Vorstandsvorsitzenden gekürt worden. Der Rechtsanwalt soll die renommierte Glücksspielbehörde auf die nicht ganz einfache Zukunft vorbereiten. Die maltesische Glücksspielbehörde war die wichtigste Glücksspielbehörde in Europa im letzten Jahrzehnt. Ohne die Malta Gaming Authority wäre der Online-Glücksspielmarkt in Europa wohl kaum so schnell gewachsen. Die maltesische Glücksspielbehörde hat eine EU-Lizenz ausgestellt, die auf der Basis der EU-Dienstleistungsfreiheit Online Casinos, aber auch Online-Buchmachern und anderen Online-Glücksspielanbieter die Möglichkeit gab und teilweise noch gibt, in der Europäischen Union Glücksspiele anzubieten, ohne in jedem Land nationalen Lizenzen zu haben. Dieser Vorteil der Malta Gaming Authority ist heute längst nicht mehr so bedeutsam wie noch vor einem Jahrzehnt.

Malta Gaming Authority neu aufgestellt

Malta Gaming Logo

Mittlerweile haben viele Länder in Europa eigene Glücksspielregulierungen geschaffen, sodass die EU-Lizenz nicht mehr relevant ist. Das gilt zum Beispiel für Länder wie Spanien, Portugal, Schweden und demnächst auch Deutschland. Aber trotzdem gibt es nach wie vor viele Länder, in denen die EU-Lizenzen der Malta Gaming Authority relevant sind. Für die nahe Zukunft muss sich die maltesische Glücksspielbehörde allerdings neu aufstellen, um den gewachsenen Herausforderungen gerecht zu werden. Der Wechsel an der Spitze der renommierten Glücksspielbehörde ist deswegen folgerichtig.

Dr. Carl Brincat kommt direkt aus der maltesischen Glücksspielbehörde. Als ehemaliger Chief Legal & Enforcement Officer kennt sich der Rechtsanwalt mit den juristischen Rahmenbedingungen exzellent aus. Bereits seit sechs Jahren wird Dr. Carl Brincat von der Malta Gaming Authority beschäftigt. Das hat den großen Vorteil, dass Dr. Carl Brincat viele wichtige Personen innerhalb der Glücksspielbehörde kennt. Auch das dürfte eine Rolle gespielt haben bei der Entscheidung, den Rechtsanwalt zum neuen CEO zu machen. Darüber hinaus ist Dr. Carl Brincat gut vernetzt. Als Mitglied diverser renommierter Verbände hat sich Dr. Carl Brincat in den letzten Jahren ein wichtiges Netzwerk aufgebaut, das in seiner neuen Position noch von großer Bedeutung werden kann. Als Redner auf zahlreichen Kongressen hat Dr. Carl Brincat immer wieder die Interessen der Malta Gaming Authority präsentiert und dabei wichtige Einblicke in die Arbeit der Glücksspielbehörde gegeben. Zu den Talenten von Dr. Carl Brincat gehört es, einen sicheren öffentlichen Auftritt zu haben. Als Leiter einer wichtigen Glücksspielbehörde muss Dr. Carl Brincat demnächst deutlich mehr als bisher mit Journalisten sprechen. Aber auch der Kontakt zu anderen Glücksspielbehörden wird für die Malta Gaming Authority immer wichtiger. Die Zeitungen in Malta sind sich einig, dass die Wahl von Dr. Carl Brincat eine gute Sache ist. Aber auch Dr. Carl Brincat kann nicht verhindern, dass die Malta Gaming Authority in den nächsten Jahren an Bedeutung verlieren wird.

Malta bleibt wichtiger Glücksspiel-Standort

Die Bedeutung der maltesischen Glücksspiel-Lizenz wird in den nächsten Jahren geringer werden. Es gibt schon jetzt keine großen Länder in Europa mehr, in denen die maltesische EU-Lizenz genügt, um Glücksspiele online anzubieten. Trotzdem wird auch in Zukunft fast jeder Glücksspielanbieter in Europa eine Lizenz der Malta Gaming Authority benötigen. Warum ist das so? Zahlreiche Unternehmen der Glücksspielbranche haben einen Sitz oder sogar den Hauptsitz auf Malta. Deswegen brauchen die Glücksspielanbieter auch eine Lizenz der Malta Gaming Authority. Insofern wird sich zumindest diesbezüglich nicht viel ändern. Aber es ist schwer vorstellbar, dass die Lizenzeinnahmen der Malta Gaming Authority auf dem gleichen Niveau bleiben wie in den letzten Jahren. Warum sollten Glücksspielanbieter für eine Lizenz, die vielleicht in ein paar Jahren nur noch in Malta gültig ist, so viel Geld bezahlen wie für eine EU-Lizenz, die vor einigen Jahren noch für die gesamte Europäische Union genutzt werden konnte? Für Dr. Carl Brincat und die Malta Gaming Authority bleiben trotzdem spannende Aufgaben über. Für Malta ist es enorm wichtig, dass die Glücksspielanbieter seriös arbeiten. Deswegen wird die Lizenzprüfung ein wichtiger Bestandteil der Ansiedlung von Unternehmen der Glücksspielbranche bleiben. Wer die Lizenzprüfung nicht schafft, kann letztlich auch kein Gambling-Unternehmen in Malta betreiben.

Für Dr. Carl Brincat wird ein wichtiger Bestandteil der zukünftigen Arbeit die Kommunikation mit anderen Glücksspielbehörden in Europa sein. Viele Glücksspielbehörden suchen aktiv den Kontakt zur Malta Gaming Authority. Kaum eine andere Behörde in Europa hat so viel Erfahrung mit Online-Glücksspielanbietern. Zudem hat Malta die Lizenzprüfung in den letzten Jahren erheblich verschärft. Warum ist es wichtig, dass sich Glücksspielbehörden untereinander austauschen? Bei einer Lizenzprüfung geht es zum Beispiel auch darum zu ermitteln, wer hinter einer Firma steckt. Wenn eine Glücksspielbehörde ein Unternehmen bereits geprüft hat, wäre es durchaus denkbar, dass wichtige Informationen zwischen den Behörden ausgetauscht werden. Auf diese Weise wäre es einfacher, schwarze Schafe herauszufiltern. Warum sollte jede Glücksspielbehörde selbst herausfinden müssen, dass ein Anbieter nicht ganz seriös ist? Im Idealfall würden alle Glücksspielbehörden in Europa kooperieren, um den Glücksspielmarkt noch sicherer und seriöser zu machen. Dr. Carl Brincat kommt in einer interessanten Phase an die Spitze der Malta Gaming Authority. Es wird spannend sein zu sehen, wie der neue CEO seine Aufgabe meistern wird.