Die Macau-Casinos sind in der Krise. Das zeigt ein Blick auf die Bilanz des Jahres 2020. Der Umsatz ist im letzten Jahr um 79,3 Prozent nach unten gegangen. Das ist ein dramatisches Ergebnis, das zum jetzigen Zeitpunkt aber niemanden mehr überraschen sollte. Macau ist neben Las Vegas das große Ziel für Glücksspiel-Fans. Vor allem die asiatischen Spieler haben schon seit Jahren Macau als Hauptziel auserkoren. Macau ist bekannt dafür, Spieler mit hohen Budgets zu begeistern. Die High Roller haben die Macau-Casinos in der ganzen Welt legendär gemacht. Nicht zuletzt durch die finanzstarken Spieler sind auch viele High Roller aus Las Vegas nach Macau gegangen. Doch im Jahr 2020 war alles anders. Durch die weltweite Gesundheitskrise ist der Umsatz eingebrochen. Über lange Strecken waren die Spielbanken komplett geschlossen, sodass nicht einmal theoretisch Umsätze möglich waren. Aber auch die geöffneten Spielbanken konnten nicht ansatzweise die Umsätze aus dem Vorjahr erzielen.

Macau-Casinos leiden unter Besucherschwund

Macao Plaza Hotel

Das ist angesichts der besonderen Ausrichtung von Macau auch keine Überraschung. Die meisten Spieler kommen vom chinesischen Festland. Auch die Touristen aus anderen Ländern sind nahezu komplett ausgeblieben. Somit konnten die Macau-Casinos fast ausschließlich auf Spieler aus Macau vertrauen. Doch damit ist es nicht möglich, auch nur ansatzweise schwarze Zahlen zu schreiben. Vermutlich wäre es für den einen oder anderen Glücksspielanbieter besser gewesen, den Laden über das ganze Jahr 2020 komplett zu schließen. Immerhin fallen enorme Kosten an für den Betrieb eines Hotel-Casinos. Aber auf der anderen Seite ist es für die Betreiber wahrscheinlich wichtig, das Personal bei Laune zu halten, um in diesem Jahr wieder durchstarten zu können.

Der Umsatz in Macau mit Glücksspiel ist auf 6,15 Milliarden Euro gesunken. Das ist eine erschreckend niedrige Zahl, die weit von dem entfernt ist, was normalerweise erwirtschaftet wird. In den letzten Jahren lag der Umsatz in der Regel über 30 Milliarden Euro. Doch es ist fraglich, wann die Glücksspielanbieter in Macau wieder in derartige Höhen vorstoßen können. Auch das Jahr 2021 wird für die Macau-Casinos schwierig bleiben. Die Gesundheitskrise ist nicht gelöst und solange die Kunden vom chinesischen Festland nicht in großen Zahlen zurückkehren, wird es schwer sein, überhaupt wirtschaftlich erfolgreich zu arbeiten. Von neuen Rekorden ist Macau ohnehin weit entfernt, da es noch lange dauern wird, bis High Roller aus aller Welt wieder die berühmten Spielbanken in der asiatischen Metropole besuchen werden. Macau hat ausschließlich stationäres Glücksspiel. Online Casinos gibt es nicht, jedenfalls nicht offiziell. Deswegen gibt es auch keine Möglichkeit, über das Online-Glücksspiel den Umsatzverlust zumindest teilweise auszugleichen. In Europa können hingegen viele Glücksspielanbieter davon profitieren, dass zumindest die Online-Glücksspiele krisenfest sind. Aber die Konzerne und Unternehmen, die in Macau aktiv sind, sind darauf angewiesen, dass Gäste aus Fleisch und Blut in die Beton-Spielbanken kommen. Gemeinhin galt dieses Geschäftsmodell als krisensicher. An eine Gesundheitskrise, die das Potenzial hat, die gesamte Welt lahmzulegen, hat kaum jemand gedacht.

Langsame Erholung hat in Macau begonnen

Im letzten Quartal 2020 sind die Umsätze einiger Glücksspielanbieter in Macau langsam nach oben gegangen. Da die Lage in Asien insgesamt deutlich entspannter ist als in Europa und Amerika, gibt es zumindest die Hoffnung, dass langsam auch wieder die Besucher in nennenswerten Zahlen nach Macau zurückkehren werden. Aber noch lässt sich eine große Zurückhaltung feststellen, die auch in den nächsten Monaten nicht komplett verschwinden wird. Optimisten gehen davon aus, dass Macau ab Sommer wieder Umsätze im üblichen Rahmen haben wird. Es gibt aber auch Pessimisten, die befürchten, dass Macau sich nicht vor 2023 von der Krise komplett erholt haben wird. Da die großen Glücksspielkonzerne in den letzten Jahren aber exzellente Geschäfte mit den Macau-Casinos gemacht haben, dürfte es kein Problem sein, auch eine längere Krise finanziell durchzuhalten. Viel schwieriger ist die Situation für die zahlreichen Beschäftigten in den Spielbanken und Hotels.

Die stationären Glücksspielanbieter sind weltweit in Schwierigkeiten. Es gibt nur wenige Länder, in denen die Gesundheitskrise so gut unter Kontrolle ist, dass ein uneingeschränkter Betrieb der Spielbanken, Spielhallen und Wettbüros möglich ist. In Europa, Amerika, aber auch in Macau gibt es nach wie vor strenge Hygienevorschriften. Nicht zuletzt diese Hygienevorschriften sorgen aber dafür, dass viele Glücksspiel-Fans zuhause bleiben. Wenn auch nur der Eindruck entsteht, dass ein Angebot nicht ganz sicher sein könnte, hält das viele potenzielle Besucher ab. Das lässt sich auch in Europa sehr gut studieren. Während die Umsätze der Online-Glücksspielanbieter nach oben gegangen sind, kämpfen viele Betreiber von Spielhallen und Spielbanken um das Überleben. In Deutschland wird keine Spielbank aufgrund der Krise schließen müssen, da entweder der Staat oder ein großer Konzern als Betreiber fungiert. Aber viele Spielhallen-Betreiber werden die Krise nicht überstehen. Nicht nur die Macau-Casinos haben im Jahr 2020 erfahren, dass das Glücksspiel längst nicht so krisenfest ist, wie Experten immer behauptet haben.