Jetzt ist es soweit: Maren Sieb und Ralf von Einem sind gefeuert. Der Aufsichtsrat hat beschlossen, dass die Geschäftsführerin der staatlichen Lotto GmbH Sachsen-Anhalt und ihr Stellvertreter das Feld räumen müssen. Damit zieht das Gremium die Konsequenzen aus der Sportwetten-Affäre und einiger anderer „Unregelmäßigkeiten“, die seit Anfang des Jahres über der Gesellschaft schwelen. Ihre Abberufungsurkunden erhielten die beiden Manager bereits. Angefangen hatte alles in einer kleinen Lottoannahmestelle in Zerbst. Den Recherchen einer großen ostdeutschen Tageszeitung zufolge hatte sich rund um die Inhaberin dieser Verkaufsstelle eine äußerst aktive Gruppe von Spielern gebildet, die Millionen schwere Gewinne abkassierte, nachdem sie „extrem hohe Summen“ bei der Oddset Sportwette gesetzt hatte. Da die Geschäftsführung der Magdeburger Lotto GmbH das Limit heraufsetzte, hat sie diese Geschäfte gefördert, und nun besteht der begründete Verdacht auf „illegale Spieler-Absprachen“.

Abfindungen trotz zahlreicher Vorwürfe 

LottoSachsen-Anhalts Verkehrsminister Thomas Webel von der CDU ist gleichzeitig auch Aufsichtsratsvorsitzender der Lottogesellschaft des Landes. Eine „Summe von Vorwürfen“ nennt er als Gründe für die Abberufung, wobei allerdings die „... Vorkommnisse um die Großspieler von Zerbst“ am schwersten wiegen. Der Geschäftsführung von Lotto macht er den Vorwurf, dass sie weder den Aufsichtsrat, noch das Finanzministerium oder die Glücksspielaufsicht über diese Vorkommnisse informiert hat. Darüber hinaus wären die Spieler auch noch in den Genuss eines höheren Limits gekommen, welches „... so gar nicht vorgesehen war“. Auf eine fristlose Kündigung von Maren Sieb und Ralf von Einem verzichtet der Aufsichtsrat jedoch. Ihre Jobs als Geschäftsführer dürfen die beiden nun nicht mehr ausüben, die Arbeitsverträge sollen allerdings bis zu einer „... einvernehmlichen Vertragsaufhebung“ weiterlaufen. Das bedeutet aber auch, dass sie ihre hohen Gehälter weiter kassieren. Bei Maren Sieb handelt es sich um insgesamt 175.000,- Euro und bei Ralf von Einem um knapp 140.000,- Euro jährlich. Der Finanzstaatssekretär Rüdiger Malter vertritt im Aufsichtsrat derzeit den aus Krankheitsgründen nicht zur Verfügung stehenden Minister Michael Richter von der CDU. Er bestätigt, dass das Vertrauen in die Geschäftsführung der Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt erloschen sei: „Es gibt aber nicht einen solchen Grad Vertrauen zerstörender Handlungen, dass eine fristlose Kündigung in Frage kommt.“ Nun will das Ministerium für Finanzen zeitnah die Verhandlung über die Vertragsauflösungen führen, bei der es in erster Linie um die Höhe der Abfindungssummen geht. Bei den Abfindungen orientiert man sich an der „Dauer der Betriebszugehörigkeit“, erklärt Staatssekretär Malter. Seit 2012 bekleidet Maren Sieb nun schon den Posten der Geschäftsführerin bei der Lotto GmbH und Ralf von Einem erst seit dem Jahr 2018. Probleme bei der Zahlung der Abfindungen wird es im Unternehmen nicht geben, bestätigt Rüdiger Malter: „Lotto ist eine ziemlich wohlhabende Gesellschaft.“ Einräumen muss er allerdings, dass letztendlich auch der Steuerzahler indirekt von diesen Mehrausgaben betroffen ist. Schließlich werden zusätzlich zu den Steuern auch noch Konzessionsabgaben von Lotto an das Land gezahlt.

Laut AfD kommt der Rauswurf viel zu spät

In Zukunft soll die Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt nur noch von einem Geschäftsführer geleitet werden. Das hat der Aufsichtsrat soeben beschlossen. Diese Regelung galt auch früher schon, doch nachdem die Gesellschaft mit Maren Sieb einen Marketing Profi eingestellt hatte, die über keinerlei juristische oder kaufmännische Erfahrung verfügte, stellte man ihr mit Ralf von Einem einen Ökonomen zur Seite, der dann als zweiter Geschäftsführer fungierte. Mit der Suche nach einem neuen Lotto-Chef soll nun ein Unternehmen beauftragt werden, das auf Personalberatung spezialisiert ist. Bis dahin wird die Lotto-Toto GmbH Sachsen-Anhalt kommissarisch weitergeführt, und zwar von Marko Ehlebe. Er ist Diplomkaufmann und ein langjähriger Mitarbeiter des Finanzministeriums in Sachsen-Anhalt.

Im Rahmen der Lotto Affäre wurde ein Untersuchungsausschuss ins Leben gerufen. Der SPD-Mann Andreas Steppuhn ist Vorsitzender dieses U-Ausschusses. Er begrüßte es, dass die beiden Geschäftsführer abberufen wurden. Dadurch würde von der Lottogesellschaft weiterer Schaden abgewendet, betont er. Darüber hinaus wäre durch diese Entscheidung gewährleistet, dass die Mitarbeiter endlich „... wieder ihrer eigentlichen Arbeit nachgehen“ könnten.

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Die Magdeburger AfD hatte den Parlamentarischen Untersuchungsausschuss vor einigen Monaten aufgrund von Filzvorwürfen initiiert. Der AfD-Abgeordnete Jan Wenzel Schmidt ist der Meinung, dass der Rausschmiss richtig, allerdings zu spät kommt: „Schon seit Januar ist bekannt, dass die Lotto-Führung über die Vorgänge in Zerbst im Bilde war“. Darüber hinaus verlangt er, dass auch der „... Vertrag des zuständigen Lotto Bezirksleiters unverzüglich gekündigt“ werden soll.

Weitere Vorwürfe stehen noch im Raum

Wie mit den anderen Vorwürfen umgegangen wird, die Maren Sieb und Ralf von Einem anhaften, ist aktuell noch unbekannt. Unter anderem steht ja auch noch der Verdacht auf mutmaßliche Geldwäsche im Raum sowie die ausgesprochen fragwürdige Vergabe von Fördermitteln an gemeinnützige Organisationen und Verbände und weitere Ungereimtheiten in Sachen Spielerschutz. Darüber hinaus geht es um dubiose Personalentscheidungen. Kritisiert wurde hier mehrfach „... die Vernichtung von Unterlagen nach Bewerbungsgesprächen, bei denen es um die Besetzung einzelner Bezirksleiterstellen“ ging. Ein Vertriebsleiter von Lotto hatte dieses Vorgehen ebenfalls bestätigt, bei dem es sich angeblich um Datenschutzgründe handelte. Die entsprechenden Personalentscheidungen verteidigte er jedoch, da hierbei ausschließlich nach Qualifikation und nicht aus irgendwelchen anderen Gründen entschieden wurde.