In Deutschland ist ein neues Gesetz verabschiedet worden, mit dem die berüchtigten Lootboxen eingeschränkt werden sollen. Die neue Regulierung sieht vor, dass Videospiele, in denen Lootboxen zum Einsatz kommen, nicht mehr an Jugendliche verkauft werden dürfen. Das ist ein harter Schlag für die Videospiel-Branche in Deutschland. Die Lootboxen sind schon seit langer Zeit ein Ärgernis. Worum geht es? Eine Lootbox ist ein besonderes Feature in einem Videospiel. Genau genommen handelt es sich um so etwas wie ein Glücksspiel, auch wenn dieser Begriff juristisch umstritten ist. Aber im Kern geht es darum, dass der Spieler bezahlt und dann Glück braucht, damit die Lootbox einen Vorteil bringt. Je nach Game können die Spieler zum Beispiel besondere Gegenstände oder andere Features in den Lootboxen gewinnen.

Lootboxen werden in Deutschland neu reguliert

Lootboxen Online Casino

Viele Experten argumentieren schon seit langer Zeit, dass Lootboxen besser in Online Casinos untergebracht wären als in Videospielen. Aber rechtlich ist die Sache nicht ganz so einfach. Beispielsweise ist es auch bislang in Deutschland möglich, Lootboxen in sämtlichen Videospielen anzubieten. Das ändert sich aber nun, denn der Bundestag hat eine Gesetzesänderung geschlossen, mit der die Lootboxen auf Spiele ab einer Altersfreigabe von 18 Jahren begrenzt werden. Das ist bedeutet, dass viele Videospiel-Hersteller ihre Games für den deutschen Markt anpassen müssen. Es gibt viele Spieler, die überhaupt keine Altersbegrenzung haben, dafür aber Lootboxen. Das wird es in Zukunft nicht mehr geben. Beispielsweise gibt es im aktuellen FIFA 21 von EA Sports Lootboxen. Das Spiel hat derzeit keine Altersbegrenzung. Mit dem neuen Gesetz würde FIFA 21 in der aktuellen Form aber nur noch für Käufer ab 18 Jahren zugelassen. Die finanziellen Folgen wären für den Spielehersteller wahrscheinlich erheblich, sodass wohl eine Anpassung des Games erfolgen würde. Das wiederum würde dazu führen, dass die Einnahmen, die mit den Lootboxen erzielt werden, wegfallen. Nüchtern betrachtet sollte es eine Selbstverständlichkeit sein, dass Lootboxen nicht in Videospielen zur Verfügung gestellt werden, die für Minderjährige freigegeben sind. Aber die Videospiel-Industrie hat mit den Lootboxen eine interessante Option zum Geld verdienen entdeckt, die bislang in Deutschland zulässig war. Viele Videospiel-Fans ärgern sich schon seit Jahren darüber, dass es Lootboxen gibt. Aber auf der anderen Seite gibt es auch viele Videospiel-Fans, die von den Lootboxen regelmäßig Gebrauch machen.

Besonders bedenklich sind Lootboxen, die genutzt werden müssen, um das Spiel überhaupt erfolgreich bestreiten zu können. In vielen Fällen sind Lootboxen aber optionale Features, die nicht zwingend nötig sind, um das jeweilige Spielziel zu erreichen. In den letzten Monaten hat es vor allem in Europa zunehmend Diskussion um die Lootboxen gegeben. Einige Länder sind ähnlich wie Deutschland zu der Erkenntnis gekommen, dass eine Altersfreigabe unter 18 für Spiele mit Lootboxen nicht sinnvoll sein kann. In manchen Ländern wird sogar ein komplettes Verbot der Lootboxen in Videospielen diskutiert. Das wäre ein großes Fiasko für die Videospiel-Industrie, die mittlerweile zu einer Milliardenbranche geworden ist. Die Einnahmen aus den Lootboxen lassen sich nicht leicht durch andere Einnahmen kompensieren, sodass die Industrie ein großes Interesse daran hat, dass dieses spezielle Feature zum Geldverdienen erhalten bleibt.

Deutschland macht Fortschritte bei Regulierung

Nicht nur bei den Lootboxen wird deutlich, dass in Deutschland die Regulierung von Videospielen und Glücksspielen mittlerweile besser funktioniert als früher. Die Regulierung der Lootboxen ist ein wichtiger Meilenstein, denn durch die Gesetzesänderung, die der Bundestag beschlossen hat, werden klare Rahmenbedingungen geschaffen. Diese Rahmenbedingungen sind wichtig für die Videospiel-Hersteller, die in Deutschland aktiv sind. Künftig muss niemand mehr überlegen, ob Lootboxen zulässig sind in Deutschland. Lootboxen sind zwar nach wie vor möglich, aber eben nicht in Videospielen, die eine Altersfreigabe unter 18 bekommen sollen. Das ist eine simple und letztlich auch wohl sinnvolle Regelung. Allerdings stellt sich durchaus die Frage, warum die Lootboxen, die erhebliche Ähnlichkeiten mit Glücksspielen aufweisen, nicht auf der Basis der Glücksspielregulierung behandelt werden. Wie bereits angedeutet, geht es vor allem um juristische Spitzfindigkeiten.

Immerhin wird es aber in Deutschland auch bald eine umfassende Glücksspielregulierung für Online Casinos geben. Für die vielen Glücksspiel-Fans in Deutschland, die sich nicht mit Lootboxen in Videospielen zufriedengeben möchten, gibt es schon lange attraktive Alternativen. Der große Unterschied: In Online-Spielbanken wird gar nicht erst so getan, als ob es um etwas anderes als Glücksspiele ginge. Und wenn es schon darum geht, das eigene Glück herauszufordern, sind beispielsweise die beliebten Slots deutlich interessanter als irgendwelche Lootboxen. Das ist jedenfalls die Überzeugung vieler Glücksspiel-Fans, die regelmäßig in Online-Spielbanken aktiv sind. Schon bald wird es Online-Spielbanken mit deutscher Lizenz geben. Doch dank einer umfassenden Übergangsregelung ist es auch jetzt schon möglich, auf der Basis der neuen Glücksspielregulierung in Deutschland Online-Spielbanken zu nutzen. Es ist gut, dass Lootboxen besser reguliert werden in Deutschland. Aber wenn es um Glücksspiele geht, waren Lootboxen nie eine echte Alternative für die richtigen Glücksspiel-Fans.