Mittlerweile geht es Schlag auf Schlag! In Liechtenstein verdichten sich die Hinweise auf ein zehntes Casino, das vermutlich im ehemaligen Hotel Real in Vaduz entstehen soll. Die Präsidentin des Verwaltungsrats der Admiral Casinos in Triesen und Ruggell, Birgit Wimmer, sagte soeben in einer Reportage: „Im August 2017 hätte wohl niemand gedacht, dass nur dreieinhalb Jahre später fünf Casinos in Betrieb sind und für fünf weitere Pläne bestehen.“ Diese Aussage macht zunächst stutzig, und man fragt sich, wer denn hier falsch gezählt hat. Bislang ging man noch von vier zusätzlichen Casino-Projekten aus. Betrieben werden im kleinen Fürstentum bereits das Grand Casino Liechtenstein in Bendern, das Casino 96 in Balzers, die beiden Admiral Casinos in Ruggel und in Triesen sowie das Casino in Schaanwald. Darüber hinaus steht das Casino Maximus in Schaan unmittelbar vor der Eröffnung.

Liechtensteins Hauptstadt Vaduz soll auch ein Casino bekommen

Casino Liechtenstein Neu

Vor Kurzem berichteten wir außerdem über die neuen Casino-Pläne im Wirtschaftspark des Industrie- und Gewerbegebiets von Escher sowie von zwei weiteren an der Landstraße 157 in Schaan und an der Adresse Im Rietacker. Damit wären wir bei fünf bereits betriebenen Casinos, einem, das kurz davor steht, seine Pforten zu öffnen und drei Bauanträgen. On top hält sich bereits seit Monaten hartnäckig das Gerücht um einen Standort in Vaduz, der neben dem Glücksspiel auch ein Hotel und ein großes Restaurant anbieten soll. Näheres war bisher noch nicht bekannt, doch jetzt deutet tatsächlich alles auf einen weiteren Standort in der Hauptstadt Liechtensteins hin, und zwar im Geschäftshaus Central. Dort war früher das Hotel Real untergebracht. Schon im vergangenen Herbst war die Voranfrage für einen Umnutzungs-Antrag beim Gemeinderat in Vaduz eingegangen, bei dem es darum ging, Teile dieses Gebäudes für ein Casino zu nutzen. Dass dieses Umnutzungsgesuch beim Amt für Bau und Infrastruktur eingegangen ist, wurde inzwischen von der Behörde bestätigt. Bisher liegt auch noch kein Einspruch gegen dieses Gesuch vor, heißt es. „Man muss lediglich eins und eins zusammen zählen,“ sagt ein Mitarbeiter des Vaduzer Gemeinderates. Insidern zufolge hätte der Umbau bereits im April beginnen sollen, doch es kam wohl zu Verzögerungen. Dieses Projekt soll seinen Fokus vornehmlich auf Tagestouristen lenken, wird in der Szene gemunkelt, doch über den künftigen Betreiber ist noch gar nichts bekannt. Allerdings fällt in diesem Kontext oft der Name Michael Mossleithner. Der ehemalige Marketingchef der Casinos Austria (Liechtenstein) AG will sich jedoch „... zum jetzigen Zeitpunkt zur Angelegenheit nicht äußern“. Auch auf die Frage, ob er für die Personalie der Casino-Leitung im Gespräch ist, gab er keine Auskunft.

Dass im Nachbar-Örtchen Schaan schon drei Casinos existieren, bzw. geplant sind, aber in Vaduz bisher noch keins angesiedelt ist, scheint auf den ersten Blick sehr verwunderlich. Insbesondere deshalb, weil sich die allerersten Gerüchte um ein Liechtensteiner Casino um Vaduz drehten. Das ist inzwischen mehr als zehn Jahre her. Schon im Jahre 2010 hatte der Unternehmer Wolfgang Egger den „Vaduzerhof“ im Visier, um dort ein Touristik- und Congress-Hotel mit 120 Betten und einer angeschlossenen Spielbank zu errichten. Aufgrund des damals gültigen Glücksspielgesetzes erhielt Egger zwei Jahre später eine exklusive Konzession für ein Casino. Allerdings ging die Casino Admiral AG erfolgreich vor Gericht dagegen an, und Eggers Casinopläne waren somit vereitelt. Doch jetzt, rund zehn Jahre später, scheint nun doch noch ein Casino in die Residenz zu kommen.

Daniel Risch, neuer Regierungschef Liechtensteins, äußert sich über die vielen Casinos im Land

Der frisch gebackene neue Regierungschef des Fürstentums Liechtenstein, Daniel Risch, äußerte sich bei seinem Amtsantritt am 25. März dieses Jahres auch zu der „Casino-Schwemme“ in seinem Land. In seinen Augen muss nicht der Staat, sondern der Markt das Glücksspiel-Angebot regeln. „Am Ende können nicht mehr als eine Handvoll Casinos bestehen,“ sagte Risch und ergänzte, dass „... eine Einzelfall-Anpassung des Geldspielgesetzes rechtsstaatlich höchst bedenklich“ sei. Da Liechtenstein in dem etwas zweifelhaften Ruf steht, wirtschaftliche Interessen vor den Spielerschutz zu stellen und ein Geschäftsmodell vornehmlich für ausländische Spieler entwickelt zu haben, die in ihren Heimatländern bereits gesperrt sind, stellte der Liechtensteiner Landtagspräsident Albert Frick seiner Regierung einige Fragen zu diesem Thema. Unter anderem wollte Frick wissen, ab wann mit dem „Austausch von Sperrlisten mit der Schweiz gerechnet werden kann“? Außerdem fragte er danach, ob es bereits Gespräche in dieser Richtung mit Deutschland und Österreich gäbe und schloss noch an: Was gedenkt die Regierung zu tun, um diesen Austauschprozess mit den Nachbarländern zu beschleunigen?“ Die Regierung Liechtensteins antwortete.

Einen Auszug dieser Antworten wollen wir Ihnen nicht vorenthalten: „Einleitend weist die Regierung darauf hin, dass die Tätigkeit von Spielbanken in Liechtenstein streng reguliert ist. Das liechtensteinische Recht und die Aufsichtspraxis sind in zahlreichen Punkten restriktiver als in den Nachbarstaaten. Europäische Aufsichtsbehörden haben sich im Austausch mit der liechtensteinischen Geldspielaufsicht noch nie negativ geäußert. Die Anforderungen an die Sozialkonzepte wie auch deren Umsetzung lehnen sich an die schweizerische Praxis an. Das wirtschaftliche Interesse muss hier im Interesse des Spielerschutzes und der Spielsuchtbekämpfung zurückstehen.... Heute gibt es jedoch nur in der Schweiz solche nationalen Sperrlisten, weshalb der Fokus auf Gesprächen mit den Schweizer Behörden liegt. In Österreich und Deutschland fehlen bislang die nationalen Grundlagen für angebotsübergreifende Sperrlisten.“