In Liechtenstein gibt es derzeit vier Spielbanken. Sie warten alle noch auf ein Go der Regierung, obwohl der Bundesrat der Schweiz bereits entschieden hat, dass sämtliche Freizeit- und Unterhaltungsbetriebe ab 6. Juni 2020 ihre Pforten wieder öffnen dürfen. Dazu gehören natürlich auch die Spielcasinos. Bereits am 14. Mai wurde dem Bundesrat vom Casino Verband der Schweiz ein Schutzkonzept vorgelegt, das auch die Liechtensteiner Betriebe betrifft. Welche Maßnahmen im Einzelnen darin berücksichtigt worden sind, ist im Moment noch unklar, denn die Casinos des kleinen Fürstentums sind mit ihren Aussagen darüber noch sehr zögerlich. Und das vermutlich so lange, bis die Regierung weitere Lockerungen beschlossen und darüber informiert hat. Der Nachrichten Pressesprecher der Casino Admiral AG lässt wissen, dass zunächst einmal abgewartet werden soll, was die Liechtensteiner Regierung im Hinblick auf die im Land ansässigen Casinos geplant hat. Die Casino Admiral AG betreibt zurzeit zwei Spielbanken, eine in Triesen und die andere in Ruggell. 

Schutzkonzept liegt der Regierung vor

LiechtensteinAuch das Grand Casino Liechtenstein AG in Gamprin äußert sich dementsprechend: „Wir wissen noch nicht, was von der Regierung bestimmt wird.“ Zu einer etwas konkreteren Aussage ließ sich Martin Frommelt hinreißen. Er ist der Media Manager des Casinos in Schaanwald und informierte darüber, dass sich die vier Spielbank-Betreiber in dem Fürstentum bereits frühzeitig getroffen haben, um ein entsprechendes Schutzkonzept zu erarbeiten. Dies sei auch erfolgreich gelungen und einvernehmlich verabschiedet worden. 

Alle vier Standorte gut vorbereitet

Martin Frommelt hofft, dass die Regierung hinsichtlich einer Wiedereröffnung der Casinos positiv entscheidet. Das notwendige und sehr umfangreiche Schutzkonzept der Liechtensteiner Spielbanken wurde bei den dafür zuständigen Behörden fristgerecht eingereicht. Er erklärt: „Wir haben ein analoges Schutzkonzept, wie es vom Schweizer Casino Verband am 14. Mai dem Bundesrat vorgelegt wurde, der Regierung übermittelt.“ Sehr bedauerlich sei, laut Frommelt, dass eine entsprechende Rückmeldung bisher noch aussteht. Aber er gibt die Hoffnung nicht auf: „Wir warten noch ab. Auf gestrige Nachfrage war noch unklar, welche Stelle das Schutzkonzept schließlich überprüfen wird.“  

Unklarheit herrscht auch bei der Grand Casino Liechtenstein AG. Der Betreiber der Spielbank in Gamprin ist ebenfalls unsicher, ob der Vorschlag zum Schutzkonzept, das die vier Liechtensteiner Casinos vorgelegt haben, von der Regierung angenommen wird. Der Schaanwalder Media Manager Martin Frommelt zeigt sich zuversichtlich, denn schließlich seien alle vier Standorte sehr gut auf die lang erwartete Wiedereröffnung vorbereitet. Am meisten bedauert er, dass aktuell noch niemand weiß, ob die derzeit geltenden Lockerungen bestehen bleiben, oder ob noch zusätzliche Auflagen hinzu kommen, beziehungsweise die existierenden geändert werden. 

Vorerst kein Roulette, Poker und Co in Liechtenstein

Die Maßnahmen des vom Casino Verband der Schweiz eingereichten Schutzkonzeptes gelten selbstverständlich ausschließlich für eine Wiedereröffnung des Spielbetriebs. Ausgenommen davon sind die an die Spielbanken angeschlossenen Bars, Bistros und Restaurants. Der Schweizer Casino Verband legt sowohl bei seinen Mitarbeitern, als auch bei den Besuchern sehr viel Wert auf eine regelmäßige Hygiene und Desinfektion der Hände. Aus diesem Grund werden schon im Eingangsbereich gut sichtbare Desinfektions-Stationen aufgestellt. Die Mitarbeiter am Empfang und an der Kasse werden Handschuhe tragen und sind durch Plexiglaswände untereinander und von den Gästen getrennt. Darüber hinaus wird zwischen den Spielautomaten ein sogenannter Spuckschutz eingerichtet. Dies geschieht allerdings nur dann, wenn es nicht möglich ist den Mindestabstand von zwei Metern einzuhalten. Aber auch hierfür hat sich die Arbeitsgemeinschaft der Liechtensteiner Spielbanken eine Alternative überlegt. Der Media Manager des Casinos Schaanwald erklärt, dass im Fall eines problematischen Mindestabstands zwischen den Spielautomaten nur jeder zweite Slot frei gegeben wird. Außerdem wurde vom Casino Verband der Schweiz entschieden, dass die Hygiene- und Distanz-Vorschriften nur sehr schwer eingehalten werden können, wenn Tischspiele stattfinden. Daher muss bis auf Weiteres leider auf Black Jack, Roulette, Poker und Co verzichtet werden. Um den Mindestabstand gewährleisten zu können, ist es zudem erforderlich, dass sich pro zehn Quadratmeter nur ein Gast aufhält. „Die Anzahl der sich gleichzeitig im Casino befindenden Personen wird durch systematische Kundenzählung registriert und überprüft,“ ergänzt Martin Frommelt.

Um Einlass ins Spielcasino zu erhalten, muss sich jeder Gast im Vorfeld identifizieren, damit er ordnungsgemäß registriert werden kann. On Top wird es in den Liechtensteiner Spielbanken vermutlich ähnlich zugehen, wie bei den Schweizer Nachbarn. Dort existieren nämlich ganz klar gekennzeichnete Aufenthalts- und Bewegungszonen für die Besucher. Dass es außerdem eine Vorschrift für das Desinfizieren von sämtlichen Oberflächen, Gegenständen und selbstverständlich auch der Spielautomaten gibt, muss hier sicher nicht näher erwähnt werden. Nach der Desinfektion der Slots müssen diese entsprechend gekennzeichnet werden. Nur wer einen Spielautomaten bedient, der die Aufschrift „Spielautomat ist desinfiziert“ trägt, kann vollkommen gefahrlos zocken. 

Zocker-El Dorado Liechtenstein? 

Seitdem das Geldspielgesetz in Liechtenstein durch einen Schulterschluss zwischen Landtag, Regierung und Fürstenhaus In den Jahren 2015 und 2016 gelockert wurde, schießen die Spielbanken wie Pilze aus dem Boden. Vier erfolgreiche Casinos existieren bereits. Die Häuser stehen in Schaanwald, Ruggell, Gamprin und in Triesen. Weitere Glücksspiel-Anbieter stehen in den Startlöchern, wie zum Beispiel in Balzers. Dass der Casino-Boom dem Fürstentum einen Imageschaden zufügen könnte, fürchten Finanzexperten ebenso wie viele Einwohner. Dennoch hält der Staat an den Spielbanken fest. Schließlich fließen dem Fiskus durch die Geldspielabgaben enorme Einnahmen zu. Ganze 12 Millionen SFR waren es allein in 2018. Das entspricht umgerechnet rund elf Millionen Euro. Viele sprechen mittlerweile von Liechtenstein wie von einem Las Vegas in Europa. Nichtsdestotrotz können sich die Spieler stets einen Vorteil in Online Casinos mit einem Casino Bonus verschaffen und zeitgleich die beliebtesten Spiele von daheim aus erobern.