Das war bestimmt kein Schnäppchen! Der Discounter Lidl gab soeben seine Kooperation mit Deutschlands ältestem und einem der erfolgreichsten eSport Teams – SK Gaming – bekannt. Noch sind keine ganz genauen Details über den Umfang oder die Bedingungen der Kooperation in Erfahrung zu bringen, aber sichtbar wird diese schon jetzt auf den Trikots der SK Gaming Spieler. Dort prangt mittlerweile das Logo des Discounters. Der Lebensmittel-Discounter aus Neckarsulm verkündete die Kooperation mit einem Augenzwinkern. Auf der Website erfährt man: „Seien wir mal ehrlich: Lidl ist Frische-Level 1000, aber eSport-Level 1. Deshalb freuen wir uns umso mehr auf die Partnerschaft mit SK Gaming. Während wir jeden Tag mehr über Gaming lernen (und weiterhin kein Fettnäpfchen auslassen werden), versorgen wir die Pros von SK mit der nötigen Energie und Frische.“ Flankiert wurde die Mitteilung von einem 30 Sekunden langen Clip. Darin wird das SK-Gaming-Ensemble gefilmt, das in einer Filiale auf einen Lidl-Mitarbeiter trifft, der ‚Mana‘ in Form von Obst anbietet. Zum besseren Verständnis: Mana ist eine Ressource im weltweit führenden eSport-Titel League of Legends.

SK Gaming und Lidl: Eine innovative Partnerschaft

Igaming

SK Gaming GmbH & Co. KG mit Sitz in Köln gewinnt damit einen weiteren wertvollen Premium Partner hinzu und stärkt somit seine Position auf dem deutschen eSport Markt. Mit der Deutschen Telekom, die 25% an dem Unternehmen besitzt, Mercedes-Benz, Razer, Sennheiser und Mountain Dew, verfügt SK Gaming sowohl über zahlungskräftige als auch reichweiten- wie Zielgruppen starke Partner und Sponsoren. Mit dem Discounter wird das Team seine Reichweite ebenso wie seine Bekanntheit sicherlich noch um einiges steigern können. Auch für Lidl werden sich aller Voraussicht nach neue Zielgruppen erschließen, und der Händler kann sich einmal mehr als Förderer einer gesunden Ernährung und Unterstützer von Sport präsentieren. Die eSport-Organisation SK Gaming wurde 1997 unter dem Namen „Schröt Kommando“ in Oberhausen/Rheinland durch die Reichert Brüder gegründet. Anfänglich konzentrierte man sich auf Counter Strike Events und stellte verschiedene Teams zusammen, darunter auch ein reines Frauenteam. Die Mannschaften erlangten schon früh zahlreiche Erfolge und investierten nachfolgend auch in andere Disziplinen wie League of Legends, World of Warcraft und andere. Heute ist sind verschiedenen SK-Teams bei League of Legends, FIFA, Clash Royale, Hearthstone und Smite vertreten. Als bisher letzten großen Erfolg verzeichneten sie 2019 einen zweiten Platz bei der League of Legends European Masters.

Lidl will neue Zielgruppen durch eSport erreichen

Der zur Schwarz-Gruppe gehörende Discounter zählt zu den ganz großen der Branche in Deutschland. 86 Milliarden Euro soll sein Umsatz im Jahr 2019 betragen haben. Die Ursprünge des Unternehmens liegen in der 1862 gegründeten Lidl & Cie. Südfrüchte-Handlung. Der Vater des jetzigen Konzern-Inhabers Josef Schwarz baute daraus einen Lebensmittelgroßhandel auf. Sein Sohn Dieter eröffnete 1968 seinen ersten Einzelhandelsladen und übernahm nach dem Tod des Vaters 1997 die Lebensmittel-Großhandlung Lidl & Schwarz KG. Nach verschiedenen Experimenten stieg er 1978 endgültig mit dem ersten LIDL-Laden in das Discountgeschäft ein und expandierte schnell. Zuerst erfolgte die Expansion im deutschen Raum, danach folgte der europäische und der Übersee-Raum. Aktuell ist man mit 11.200 Filialen in 29 Ländern rund um den Globus vertreten. In Deutschland arbeiten circa 88.000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in über 3200 Filialen. Lidl gehört zu den größten Werbetreibenden in Deutschland mit einem Volumen von 397 Millionen Euro. Neben der klassischen Printwerbung, werden auch Fernsehspots geschaltet und seit einiger Zeit investiert das Unternehmen auch nachhaltig in Social-Media-Kanäle. Dabei verlagerte sich Werbebotschaft von Günstig auf Qualität. Seit ein paar Jahren engagiert sich Lidl insbesondere im Bereich der gesunden Ernährung und der Nachhaltigkeit. Dazu gehört auch ein Sponsoring der Deutschen Handball Nationalmannschaft. Insbesondere wird dabei der Fokus auf eine frische und gesunde Ernährung gelegt. Mit dem Engagement im eSport soll nun eine weitere Zielgruppe erschlossen und somit auch jüngere Kunden gebunden werden. Sicherlich wird auch hierbei auf Gesundheit und Nachhaltigkeit Wert gelegt. Zudem ist vorstellbar, dass es eine eigene Produktgruppe geben wird, die sich bei den aktuellen Ernährungstrends mit Proteinriegeln und anderen Convenience Produkten positionieren soll.

Diese neue Partnerschaft ist ein weiteres Zeichen dafür, dass der eSport in der Gesellschaft und verschiedenen Geschäftsbereichen immer ernster genommen wird und als wichtiger Wirtschaftsfaktor anerkannt wird. Dies steigert nicht nur die Bekanntheit des eSport, sondern verhilft ihm auch zu einem anderen Stellenwert: Weg von dem Nerd-Image und hin zu einem ernstzunehmenden Faktor innerhalb der Gesellschaft. Von einer Modeerscheinung kann man schon lange nicht mehr sprechen, auch nicht davon, dass es nur etwas für ganz junge Menschen wäre. Die Zielgruppe erweitert sich immer mehr und wächst stetig. Dies ist natürlich auch der noch immer anhaltenden weltweiten Gesundheitskrise geschuldet, mindert aber nicht die allgemeine Entwicklung.