Der schwedische Glücksspielanbieter LeoVegas konnte im dritten Quartal 2020 den Umsatz nur um ein Prozent steigern. Das ist angesichts der schwierigen Rahmenbedingungen durch die Krise und der deutlich strenger gewordenen schwedischen Glücksspielregulierung aber keine Überraschung.

LeoVegas leidet auf mehreren Ebenen in Schweden

LeoVegasFür die LeoVegas war das dritte Quartal 2020 letztlich ein Erfolg. Immerhin ist es gelungen, trotz schwieriger Rahmenbedingungen den Umsatz im Vergleich zum Vorjahr um ein Prozent zu steigern. Der Umsatz lag im dritten Quartal bei 88,9 Millionen Euro. Das ist ein respektabler Wert, der mit einem Gewinn vor Steuern von 11,9 Millionen Euro einhergeht. Beim Gewinn musste LeoVegas allerdings einen leichten Verlust im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Im Jahr 2019 konnte LeoVegas im dritten Quartal einen Gewinn von 12,7 Millionen Euro erzielen. Insgesamt war das dritte Quartal in vielerlei Hinsicht nicht optimal für LeoVegas. In den regulierten Glücksspielmärkten ist der Umsatz um sechs Prozent gefallen. Das ist aber leicht erklärbar, denn vor allem auf dem heimischen Markt in Schweden musste LeoVegas damit umgehen, dass die Glücksspielregulierung aufgrund der Gesundheitskrise erheblich verschärft worden ist. Aber es gibt auch positive Nachrichten: Die Anzahl der neuen Kunden ist im dritten Quartal um 24 Prozent gestiegen. Die Kunden, die nach mindestens einer früheren ersten Einzahlung eine weitere Einzahlung gemacht haben, ist um 28 Prozent gestiegen. Insofern gibt es durchaus Spielraum für Optimismus. Wenn sich die Krise insgesamt irgendwann entspannen sollte, könnte LeoVegas davon profitieren, dass mittlerweile deutlich mehr Kunden die Angebote nutzen als noch im letzten Jahr. Allerdings entwickelt sich der schwedische Markt zunehmend zum Problem.

Was ist in Schweden in diesem Jahr passiert? Erst im letzten Jahr hat Schweden eine neue Glücksspielregulierung eingeführt, die auch die Online-Spielbanken umfasst. Trotz einiger Anfangsschwierigkeiten war die Regulierung relativ schnell ein Erfolg, auch weil ein großer Teil des vorhandenen Marktes kanalisiert werden konnte. Doch in diesem Jahr hat sich die schwedische Politik vor allem damit hervorgetan, das Online-Glücksspiel zu beschränken. Es gibt mittlerweile ein niedriges Einzahlungslimit und ein niedriges Bonuslimit. Diese beiden Faktoren haben dazu beigetragen, dass in Schweden nicht nur der Umsatz von LeoVegas nach unten gegangen ist. Aktuell deutet alles darauf hin, dass der gesamte regulierte Markt kleiner geworden ist. Auf den ersten Blick mag das so wirken, als hätte die Regierung mit ihren Maßnahmen Erfolg gehabt. Aber Experten gehen davon aus, dass die Umsätze, die im Moment auf dem regulierten Markt fehlen, außerhalb des regulierten Marktes gemacht werden. Nach wie vor ist es Schweden nicht gelungen, die Anbieter ohne schwedische Lizenz vom Markt auszuschließen. Insofern ist der vermeintliche Erfolg mit der strengen Regulierung wahrscheinlich nur schöner Schein. Warum hat die Regierung überhaupt strengere Regeln eingeführt? Aufgrund der Krise hatten viele Schweden mehr Zeit als sonst, im Internet Glücksspiele zu nutzen. Deswegen hat die Regierung prophylaktisch neue Regeln erlassen, die wahrscheinlich aber jetzt dauerhaft festgesetzt werden.

Schwedischer Markt bleibt wichtig für LeoVegas

Ungeachtet der aktuellen Entwicklung in Schweden wird der gesamte skandinavische Markt für LeoVegas auf absehbare Zeit wichtig bleiben. Immerhin macht das Unternehmen mehr als ein Drittel des Umsatzes auf dem nordischen Markt. Deswegen hat LeoVegas keine andere Wahl, als sich an die neuen Spielregeln anzupassen und das Beste daraus zu machen. Aber Schweden ist im Moment drauf und dran, die eigentlich gut laufende Glücksspielregulierung zu gefährden. Wenn die Kanalisierung dauerhaft nicht gut funktioniert, weil die Regeln zu streng sind, führt das dazu, dass ein Schwarzmarkt entsteht, den niemand haben möchte. Vor allem leiden die seriösen Glücksspielanbieter wie LeoVegas darunter, dass es neben dem regulierten Markt noch einen weiteren Markt gibt, der in mancherlei Hinsicht interessanter und attraktiver ist. Warum sollte ein High Roller, der einen großen Bonus haben möchte, zum Beispiel nicht Anbieter nutzen, die genau dieses Angebot machen?

Es ist ohne jeden Zweifel verwerflich, auf einem regulierten Markt Glücksspiele außerhalb der Regulierung anzubieten. Aber jenseits aller moralischen Fragen gibt es das praktische Problem: Was macht Schweden gegen den Schwarzmarkt? Bislang nicht besonders viel. Auch in Deutschland stellt sich die Frage, wie die strenge Glücksspielregulierung wirkungsvoll umgesetzt werden soll. Die Übergangsregelung zur neuen Glücksspielregulierung gilt bereits. Das bedeutet auch, dass die zuständigen Bundesländer bereits juristisch vorgehen gegen Anbieter, die sich nicht an die Übergangsregelung halten. Die entscheidende Frage wird am Ende sein, ob das ausreicht, um die Glücksspielregulierung auf breiter Front durchzusetzen. Genauso wie in Schweden wird sich auch in Deutschland bald die Frage stellen, ob eine strenge Regulierung wirklich die beste Idee ist, wenn es um Online-Glücksspiel geht. Die aktuellen Zahlen und Erfahrungen aus Schweden lassen die Skepsis der Kritiker wachsen.

Hier mehr über die Bilanz für das dritte Quartal 2020 von LeoVegas lesen (auf Englisch).