Der schwedische Glücksspielanbieter LeoVegas setzt sich gegen eine Entscheidung der schwedischen Glücksspielbehörde Spelinspektionen zur Wehr. LeoVegas soll eine Strafe von 2 Millionen SEK bezahlen. Doch bei LeoVegas sieht man sich zu Unrecht verurteilt. Kürzlich ist LeoVegas von der schwedischen Glücksspielbehörde Spelinspektionen zu einer Geldbuße von 2 Millionen SEK verurteilt worden. Das entspricht ungefähr einer Summe von 197.000 Euro. Für LeoVegas ist das enorm viel Geld. Warum ist diese Strafe verhängt worden? Bei der schwedischen Glücksspielbehörde ist man zu der Einschätzung gekommen, dass es bei LeoVegas Verstöße gegen die Anti-Geldwäsche-Regeln gegeben hat. Doch bei LeoVegas sieht man das völlig anders.

LeoVegas will Geldbuße in Schweden nicht bezahlen

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Die beanstandeten Probleme seien längst gelöst worden, sodass es keine Basis für die Geldbuße gebe. Konkret geht es wohl darum, dass einige Kunden von LeoVegas außergewöhnlich hohe Gewinne kassieren konnten, ohne dass LeoVegas die nötige Dokumentation im Sinne der Anti-Geldwäsche-Regeln vorweisen konnte. Die Spezialisten von Spelinspektionen glauben, dass man bei LeoVegas die entsprechenden Kunden besser hätte prüfen müssen, zumal es auch andere Hinweise darauf gegeben hätte, dass Geldwäsche ein Problem sein könnte. Auch das wird von LeoVegas vehement bestritten. Wie immer bei solchen Fällen ist es enorm schwer, ohne Detailkenntnis von außen zu beurteilen, welche Seite richtig liegt. Aber es geht wohl um Fälle, die aus dem Zeitraum von Januar bis November 2019 stammen. Die aktuelle Strafe hat somit nichts mit einem aktuellen Fehlverhalten zu tun, sondern mit einer nachträglichen Bewertung früherer Vorgänge. Ob es gerechtfertigt ist, LeoVegas aufgrund von Vorgängen, die schon lange zurückliegen, nachträglich zu einer Strafe von 2 Millionen SEK zu verurteilen, wird wahrscheinlich demnächst ein Gericht klären müssen. Nach Einschätzung der Führungsspitze von LeoVegas gibt es aktuell überhaupt keinen Grund, eine Strafe zu verhängen, da nach einigen Problemen zu Beginn der neuen schwedischen Glücksspielregulierung im Jahr 2019 der gesamte Umgang mit den Anti-Geldwäsche-Regeln intern reformiert worden ist. Aber ob das am Ende dazu führt, dass LeoVegas keine Strafe bezahlen muss, bleibt abzuwarten.

Zunächst wird es darum gehen zu klären, was wirklich passiert ist und ob LeoVegas gegen die damals geltenden Regeln verstoßen hat. Die nächste Frage wäre dann, ob eine Strafe von 2 Millionen SEK aufgrund der eventuell begangenen Regelverstöße angemessen ist. Die Höhe der Strafe legt nahe, dass die schwedische Glücksspielbehörde gute Argumente auf ihrer Seite hat. Aber in den letzten Monaten sind mehrfach Entscheidungen der Glücksspielbehörde von schwedischen Gerichten kassiert worden. Es ist nicht ausgeschlossen, dass das auch bei der aktuellen Geldbuße gegen LeoVegas passieren wird. Auch das dürfte ein Grund sein, warum LeoVegas versuchen wird, die Geldbuße abzuwenden oder zumindest deutlich zu reduzieren. Zum gleichen Zeitpunkt wie LeoVegas hat auch der Pferdesport-Veranstalter ATG die Mitteilung erhalten, dass eine Strafe von 2 Millionen SEK verhängt worden ist. In diesem Fall geht es allerdings um Verstöße gegen Bonusregeln. Zudem hat ATG eine Selbstanzeige vorgenommen. Anders als LeoVegas hat ATG die Strafe sofort akzeptiert.

Schwedischer Glücksspielmarkt wird ungemütlich

Die Geldbuße gegen LeoVegas ist nur eines von vielen Beispielen in den letzten Monaten dafür, dass die schwedische Glücksspielbehörde offenbar die Anweisung bekommen hat, mit Geldbußen gegen jegliche Verstöße vorzugehen. Grundsätzlich ist es eine gute Sache, wenn eine Glücksspielbehörde das nötige Instrumentarium hat, um wirkungsvoll gegen Glücksspielanbieter vorzugehen, die sich nicht an die Regeln halten. Aber die Frage ist, ob es nicht besser wäre, mit einem kooperativen Ansatz dafür zu sorgen, dass seriöse Glücksspielanbieter wie LeoVegas dem schwedischen Markt erhalten bleiben. Nicht nur bei LeoVegas denkt man mittlerweile darüber nach, Schweden zu verlassen. Letztlich ist der Markt relativ klein und irgendwann stellt sich die Frage, ob es sinnvoll ist, ständig Auseinandersetzungen mit der Glücksspielbehörde zu haben. Gleichzeitig unternimmt Schweden nicht einmal ansatzweise genug, um die wirklich problematischen Glücksspielanbieter, die keine Lizenz in Schweden haben, vom Markt zu verdrängen.

Auch in Deutschland könnte es ähnliche Probleme geben wie aktuell in Schweden. Die neue deutsche Glücksspielbehörde könnte demnächst auch gegen Anbieter mit Lizenz vorgehen. Damit kein Missverständnis entsteht: Wenn LeoVegas gegen Anti-Geldwäsche-Regeln verstoßen hat, sollte der Glücksspielanbieter auch eine angemessene Geldbuße bezahlen. Aber mindestens genauso wichtig ist, dass die Glücksspielanbieter, die sich an überhaupt keine Regeln halten, wirkungsvoll verfolgt werden. Im Moment wirkt vieles, was die schwedische Glücksspielbehörde macht, wie lukrative Öffentlichkeitsarbeit. Geldbußen gegen Glücksspielanbieter zu verhängen, die eine Lizenz haben und sich grundsätzlich zur schwedischen Glücksspielregulierung bekennen, ist gute PR. Aber wenn dabei der legale Markt nachhaltig beschädigt wird, weil die seriösen Glücksspielanbieter das Interesse verlieren, wäre das ein erheblicher Schaden. Am Ende sollte die Glücksspielbehörde vor allem daran interessiert sein, den Glücksspiel-Fans zu helfen. Das geht am besten, indem ein gut regulierter Glücksspielmarkt mit vielen attraktiven Glücksspielanbietern gepflegt wird.