LeoVegas hat im ersten Quartal 2021 in Deutschland keine guten Ergebnisse erwirtschaftet. Die Zahlen sind schlecht, obwohl das Gesamtergebnis des schwedischen Glücksspielanbieters gut ist. Der deutsche Markt verursacht durch die neue Glücksspielregulierung jedoch einige Schwierigkeiten für LeoVegas. Der schwedische Glücksspielanbieter hat im ersten Quartal 2021 in Deutschland 55 Prozent weniger Umsatz erwirtschaftet als im Vorjahr. Das ist ein heftiger Schlag, der aber nichts damit zu tun hat, dass LeoVegas plötzlich nicht mehr beliebt wäre bei Glücksspiel-Fans. Ein Blick auf das Gesamtergebnis zeigt, dass LeoVegas nach wie vor in einer sehr guten Position ist.

Deutschland wird für LeoVegas zum Problemfall

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Im ersten Quartal 2021 konnte der Glücksspielanbieter trotz der schlechten Zahlen in Deutschland den Gesamtumsatz um 8,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr erhöhen. Der Gesamtumsatz von LeoVegas lag bei 96,7 Millionen Euro. Nimmt man Deutschland aus der Berechnung raus, konnte LeoVegas den Umsatz sogar um 19 Prozent steigern. An den Zahlen wird deutlich, dass der deutsche Glücksspielmarkt ein Problem darstellt für LeoVegas. Doch was ist genau passiert? Im ersten Quartal 2021 galt in Deutschland bereits die Übergangsregelung zum neuen Glücksspielstaatsvertrag. Mit dem Glücksspielstaatsvertrag kommt eine neue Regulierung mit vielen kleinen und großen neuen Vorgaben für die Glücksspielanbieter. Die Übergangsregelung verlangt von den Glücksspielanbietern, die demnächst eine Lizenz haben möchten, die Einhaltung der neuen Regeln schon vor dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags. LeoVegas hat sich an die Übergangsregelung gehalten und dafür einen buchstäblich hohen Preis bezahlt. Doch warum sorgt die Übergangsregelung dafür, dass LeoVegas weniger Umsatz in Deutschland macht? Die Antwort ist wahrscheinlich ganz einfach, auch wenn die eingehenden Analysen noch fehlen. Aber vieles spricht dafür, dass die Glücksspiel-Fans nicht besonders glücklich damit sind, dass bei LeoVegas ein Einzahlungslimit von 1.000 Euro und ein Einsatzlimit von 1 Euro gilt. Doch genau das soll demnächst bei allen Glücksspielanbietern in Deutschland Standard sein.

Allerdings gibt es nach wie vor viele Glücksspielanbieter, die sich nicht an die Übergangsregelung halten. Die Glücksspiel-Fans in Deutschland haben die Wahl und entscheiden sich gegebenenfalls dann für die Anbieter, die sich nicht darum kümmern, ob es eine Übergangsregelung gibt oder nicht. LeoVegas wird wahrscheinlich im Moment dafür bestraft, dass das Unternehmen seriös und korrekt arbeitet. Wenn das der Erfolg der neuen Glücksspielregulierung in Deutschland sein sollte, wäre das auch für die Politik ein großes Problem. Gerade Unternehmen wie LeoVegas sollten die Profiteure der neuen Glücksspielregulierung sein. Eigentlich müsste die Politik ein Interesse daran haben, dass seriöse Glücksspielanbieter durch die Glücksspielregulierung bevorzugt werden. Im Moment ist jedoch das Gegenteil der Fall. Es ist fraglich, ob sich das ändern wird mit dem Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags.

Glücksspielsteuer könnte Situation für LeoVegas verschärfen

Im Moment ist der Bundestag mit einem Gesetzesentwurf zu einer neuen Glücksspielsteuer befasst. Diese Glücksspielsteuer soll von jedem Einsatz abgezogen werden. Die Kunden müssten bei LeoVegas dann damit rechnen, dass entweder eine Gebühr berechnet wird bei jedem Einsatz oder aber dass die Auszahlungsquote niedriger ist als bei der Konkurrenz ohne deutsche Lizenz. Warum ist das so? Die meisten Glücksspiele, die in Online-Spielbanken angeboten werden, haben sehr hohe Auszahlungsquoten. Dementsprechend schwierig bis unmöglich ist es, vom Einsatz eine Steuer zu bezahlen und dann trotzdem noch einen Unternehmensgewinn zu erzielen. Die Lösung für dieses Problem haben die Buchmacher vorgemacht: Bei Online-Buchmachern müssen die Kunden eine Gebühr bezahlen, mit der die Wettsteuer finanziert wird. Theoretisch haben die Glücksspielanbieter aber auch die Möglichkeit, die Spiele zu verändern. Wenn die Spielehersteller die Auszahlungsquote etwas nach unten schrauben, bleibt immer noch genügend Geld übrig für einen Gewinn. Aber die Spiele wären dann auch nicht so attraktiv wie bei den Glücksspielanbietern, die sich der deutschen Jurisdiktion entziehen.

Die Politiker, die im Moment damit befasst sind, die Glücksspielsteuer zu diskutieren, sollten sich die Folgen der aktuellen Übergangsregelung anschauen, um vielleicht noch einmal ganz genau zu überlegen, ob es eine gute Idee ist, die seriösen Glücksspielangebote noch unattraktiver zu machen. Es gibt viele Glücksspielexperten, die dafür plädieren, die legalen Angebote attraktiv zu halten. Eine Alternative wäre, die Glücksspielanbieter ohne Lizenz massiv zu verfolgen. Aber wer glaubt ernsthaft daran, dass die künftige deutsche Glücksspielbehörde Mittel und Wege finden wird, Glücksspielanbieter in Übersee davon abzuhalten, deutsche Kunden zu akzeptieren? Wenn irgendwo in der Karibik ein Glücksspielanbieter Geld verdienen kann mit deutschen Glücksspiel-Fans, ist das vielleicht nicht im Sinne des deutschen Gesetzgebers. Aber ob das die Betreiber der Online-Spielbanken in der Karibik interessiert, darf doch bezweifelt werden. Auch andere Glücksspielanbieter melden im Moment, dass die Umsätze durch die Übergangsregelung nach unten gegangen sind. Wenn es darum ginge, eine möglichst vernünftige Glücksspielregulierung in Deutschland umzusetzen, sollten längst alle Alarmglocken bei den zuständigen Politikern und Behörden läuten. Wahrscheinlicher ist aber, dass in den nächsten Wochen die neue Glücksspielsteuer im Bundestag durchgewunken wird.