Für den Fall, dass es bisher noch niemandem aufgefallen ist: Kaufland hat seit Anfang März ein neues Gesicht. Der Online Glücksspiel Experte, Streamer, Influencer und neuerdings auch Moderator Jens „Knossi“ Knossalla übernimmt das Zepter von Schlagersänger Michael Wendler und seiner Éhefrau Laura Müller. Schon seit dem 4. März ist Knossi nun nicht mehr nur der „König des Internets“, wie er sich selbst gern bezeichnet, sondern on top auch noch der „König von Kaufland“. Und wie das bei Monarchen nun mal so üblich ist, geschah die Krönung nicht lautlos im stillen Kämmerlein, sondern wurde spektakulär inszeniert. Via Instagram hatte der 34-Jährige den Kaufland-Konzern dazu aufgefordert, ihm die Regentschaft zu übertragen. So steht es jedenfalls auf der Website des Unternehmens.

Nach dem Wendler ist Knossi nun König von Kaufland

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Daraufhin bot Kaufland seinem zukünftigen König eine Art Challenge an. Sofern es Knossi gelingt, seine Fans dazu zu mobilisieren, den derzeitigen Unternehmens-Spot auf You Tube 75.000 Mal zu liken, würden sie ihm die Krone überreichen – wenigstens für ein paar Wochen. Der CEO von Marketing Deutschland Christoph Schneider bestätigte: „Nach einem Tag waren es bereits 84.000 Likes. Natürlich halten wir Wort und lösen unser Versprechen sehr gerne ein." Bei 1,6 Millionen Followers auf seinem Twitch Kanal „The Real Knossi“ und einer aktuellen Belegung des dritten Platzes bei den am meisten gefolgten Twitch Kanälen in der BRD dürfte es Knossi nicht schwer gefallen sein, diese Anzahl an Fans zu gewinnen. Und das, obwohl er schon im Januar dieses Jahres angekündigt hatte, keine Online Casino Streams mehr zu veröffentlichen. Der Hintergrund hierfür war eindeutig, dass sein Image zu sehr gelitten hatte.

Spätestens seit der Ausstrahlung von „ZDF Magazin Royale“ (ZDF), in der ihn der populäre Satiriker Jan Böhmermann Ende letzten Jahres scharf kritisierte, zog Jens Knossalla sich immer mehr zurück. Still wurde es um ihn aber dennoch nicht. Vor gut einem Monat übernahm er die Moderation der RTL Late Night Show „Täglich frisch geröstet“, die von keinem geringeren als Stefan Raab produziert wird. Dass Knossi mit seinen populären Online Casino Streams aufgehört hat fand einerseits viel Zustimmung, andererseits bedauern zahlreiche Fans ihm nun nicht mehr beim Zocken an beliebten Online Slots zusehen zu können. Die Kampagne „König von Kaufland“ ist vorerst abgelaufen. Für den musikalischen Rahmen sorgte eine neue Interpretation des alten Klassikers „König von Deutschland“ von Kult-Barde Rio Reiser. Dieser Kaufland-Spot wurde bei Facebook und You Tube insgesamt mehr als 14 Millionen Mal aufgerufen, daher ist davon auszugehen, dass es in naher Zukunft eine Wiederholung geben wird.

Kaufland feuerte Michael Wendler

Kaufland hatte sich zuvor – wie einige andere Unternehmen auch - von seinem kurzzeitigen Testimonial Michael Wendler nebst Ehefrau Laura Müller getrennt. Zum Bruch kam es, nachdem sich Wendler durch ominöse Verschwörungstheorien outete. Eigentlich hatte er nur auf Instagram seinen Austritt als Jurymitglied bei der Show „Deutschland sucht den Superstar“ verkündet, das ganze jedoch mit einigen brisanten Seitenhieben auf die Bundesregierung sowie die Medien und deren Umgang mit der anhaltenden Gesundheitskrise versehen. „Bei unserem Video mit Michael Wendler ging es um Spaß und Ironie. Die Grenze ist jedoch erreicht, wenn mit der Sicherheit und Gesundheit von Menschen gespielt wird“, verkündete der Lebensmittelhändler in einem Statement. Der Konzern hätte den Wendler-Content entfernt und sich von den Äußerungen des 48-jährigen Schlagersängers distanziert, heißt es weiter.   

Einige Wochen lief der zweiminütige Spot dennoch. Er fing mit einem Telefonat an, dass Wendler mit seiner Laura führte. „Ich bin ganz schön traurig heute,“ sagte die 20-Jährige und jammerte über ihr Schicksal, in Florida sein zu müssen, wo sie doch das deutsche Essen so sehr vermisse, wie beispielsweise „Tofu-Hack oder meine Lieblingskekse“. Da fällt dem Wendler direkt ein, wie man Abhilfe schaffen kann, setzt die Sonnenbrille auf, schnappt einen Einkaufswagen, tanzt durch die Gänge im Supermarkt und singt den neu gedichteten Refrain seines Kult-Hits „Egal!“, der für Kaufland nun „Regal“ heißt. Ehefrau Laura kommt dann doch noch zum Einsatz in dem „Regal“-Clip. Sie wurde symbolisch auf etlichen Dosen Mais drapiert, um das im Wender-Text vorkommende „junge Gemüse“ zu versinnbildlichen. Geplant war, dass zusätzlich zu dem online ausgestrahlten Spot auch noch eine entsprechende Plakatwerbung läuft und der „Regal“-Song aus den Lautsprechern jeder Kaufland-Filiale dröhnt. Dazu kam es allerdings nicht mehr.

Kaufland ist ein sogenannter Lebensmittelvollsortimenter, der ebenso wie der Discounter Lidl zu der Schwarz-Gruppe gehört. Gemeinsam mit Lidl erwirtschaftet das Unternehmen jährlich mehr als 105 Milliarden Euro und gehört damit europaweit zu einem der größten Lebensmittelhändler. Allein in Deutschland betreibt der Konzern 685 Filialen. In Polen gibt es weitere 226 Kaufland-Märkte, in Rumänien 140, in Tschechien 135, in der Slowakei 70, in Bulgarien 60, in Kroatien 42 und in der Republik Moldau insgesamt 5. Das Sortiment an Lebensmitteln und Utensilien für den täglichen Bedarf ist mit rund 30.000 Artikeln sehr groß. Neben zahlreichen renommierten Herstellermarken vertreibt der Konzern auch etliche Eigenmarken, wie u.a. K-Bio, K-Favourites oder K-Take it Veggie im Bereich Food sowie Bevola, Kidland oder Countryside im Bereich Non-Food.