Facebook hat eine heftige Klage am Hals. Leon Tsoukernik, der Inhaber des King’s Resort in Rozvadov (Tschechien), verklagt das US-amerikanische Social Media Network Facebook, Inc. auf eine Zahlung von rund 20 Millionen Euro, was umgerechnet einer halben Milliarde Tschechischer Kronen entspricht. Grund: unrechtmäßig geschaltete Werbeanzeigen. Er wirft Facebook vor, mit dem Bild und dem Namen des King’s Resort für ein „betrügerisches Online Casino“ geworben und dafür Geld kassiert zu haben, ohne die Rechtmäßigkeit dieser Werbung im Vorfeld zu prüfen.

Facebook soll 20 Mio Euro wegen Rufschädigung des King’s Resort zahlen

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Übersetzt heißt es in der Werbeanzeige: „Das beste tschechische Casino ist jetzt online! Wir geben allen neuen Spielern 3.000,- CZK!“ Das King’s Resort warnte unmittelbar nach der Veröffentlichung dieser Fake-Werbung auf seiner Website: „Vielleicht seid Ihr auch auf einen gesponserten Link mit einem Foto des Eingangs des King’s gestoßen, der Euch dazu auffordert, ein Online-Casino-Spiel zu spielen. Es handelt sich hierbei um Betrug, wir haben nichts mit dieser Werbung zu tun! Vermeidet das Herunterladen von ungeprüften Spiele-Apps. Wir empfehlen dringend, keinerlei Geldbeträge zu senden. Bitte beachtet, dass diese Apps nichts mit King’s Resort zu tun haben.“ Parallel trat Tsoukernik mit Facebook in Kontakt und bat eindringlich darum, diese Werbung zu entfernen, allerdings bisher ohne jeden Erfolg. Da Facebook sich „auf diesem Ohr taub“ zu geben scheint, platzte Leon Tsoukernik nun der Kragen. Er schaltete seine Anwälte ein, die soeben beim Landgericht Pilsen eine Klage einreichten. Auch die Medien schaltete der Casino-Betreiber ein. Daraufhin bat nun auch eine große tschechische Tageszeitung Facebook darum, sich zu diesem Punkt zu äußern. Allerdings erhielten die Pressevertreter lediglich eine sehr allgemein gefasste Antwort. In dieser wies die Social Media Plattform darauf hin, dass das Unternehmen die Problematik mit „irreführenden Anzeigen“ sehr ernst nehme. Außerdem würde es Nutzern immer wieder raten, solche Anzeigen zu meiden. Eine Antwort auf die Frage, weshalb Facebook keine Reaktion auf die Anrufe des King’s Resorts gezeigt hatte, blieb die Presseabteilung des Unternehmens der tschechischen Tageszeitung  jedoch schuldig.

Tsoukerniks Anwälten zufolge handelt es sich dabei um eine Straftat. Facebook sei in vollem Umfang „...für die Verbreitung von Werbung verantwortlich“ und profitiere davon ja auch finanziell. Der Casino-Betreiber macht darüber hinaus darauf aufmerksam, dass die Werbung für Glücksspiel stark reguliert sei. Immerhin sei es ausschließlich Unternehmen gestattet Werbung zu schalten, denen vom Finanzministerium eine entsprechende Betriebsgenehmigung vorliegt. Der Hinweis, bzw. eine Warnung des Ministeriums über das Suchtrisiko bei der Teilnahme am Glücksspiel muss die Werbung ebenfalls enthalten. „Wenn wir in anderen Medien Werbung schalten möchten, müssen wir einen Lizenznachweis, Marken für ein Logo und dergleichen vorlegen. Noch vor zwei Jahren hat Facebook dies von uns verlangt, daher verstehe ich nicht, wie sie solche betrügerische Werbung veröffentlichen können,“ beklagt sich Tsoukernik und vermutet, dass hinter dieser Werbung aller Wahrscheinlichkeit nach Betrüger stecken. Er fürchtet nun, dass die Menschen darauf hereinfallen und womöglich denken könnten, dass sein Casino dahinter steht. Das könne den guten Ruf des King’s Resort enorm schädigen. Aus diesem Grund fordert Leon Tsoukernik nun eine saftige Entschädigung.

Der Erfolg gibt King’s Resort-Inhaber Tsoukernik immer wieder Recht

Leon Tsoukernik ist oft für eine Schlagzeile gut. Es gelingt ihm immer wieder, von sich Reden zu machen. Erst vor knapp eineinhalb Jahren ließ er plötzlich eine Bombe platzen, indem er wider Erwarten das Casino Atrium in Tschechiens Hauptstadt Prag kaufte. Dem leidenschaftlichen Pokerspieler und seit dem Jahre 2003 auch Inhaber des berühmten King’s Resort in Rozvadov war das Traditions-Casino in den Jahren zuvor mehrfach zum Kauf angeboten worden, doch er lehnte jedes Mal dankend ab. Nachdem er mit seiner Familie nach Prag gezogen war, begann ein Umdenken und er hielt den richtigen Zeitpunkt für gekommen. „Meine Kinder besuchen jetzt eine internationale Schule in Prag, daher verbringe ich einen Großteil meiner Zeit hier – Montag bis Freitag -, um mit meiner Familie zusammen zu sein,“ sagte Leon Tsoukernik damals und erklärte: „Ich hatte keine Geschäfte in Prag und hatte nichts zu tun. Deshalb habe ich mich entschlossen, einen Freund anzurufen, um ihn zu fragen, ob er mir das Casino Atrium im Hilton verkaufen würde. Wir haben mehr als fünf Stunden im Kings Casino in Rozvadov gesessen und einen Deal gemacht. Ich habe das Casino dann sofort gekauft.“ Unmittelbar nachdem das Geschäft in trockenen Tüchern war, begannen die Umbaumaßnahmen, da sich das Casino nicht wesentlich vom Mutterhaus in Rozvadov unterscheiden sollte. Inzwischen wurde es u.a. auf der Mittel- und Osteuropäischen Glücksspiel-Konferenz (CEEGC) in Budapest in zwei Kategorien ausgezeichnet: Zum einen in der besten Produktqualität und zum anderen im besten Preis-Leistungsverhältnis des Bereichs „Beste Bitcoin Casino Software“.

Tsoukernik fällt aber nicht nur als cleverer Geschäftsmann immer wieder ins Auge, sondern auch als erfolgreicher Pokerspieler, bei seinen berühmt-berüchtigten High Stakes Cash Game Partien. Darüber hinaus ist er für seine enorm hohen Einsätze beim Roulette bekannt und besucht gern Casinos, in denen es viel zu gewinnen gibt. Vor gut einem Jahr war er beim CAPT Seefeld zu Gast und vertrieb sich bis zum nächsten High Roller Event ein wenig die Zeit an Spielautomaten mit Book of Ra. Er spielte in großem Stil und mit hohen Einsätzen. Am Ende gewann er mehr als 1,3 Millionen Euro.