Die Kindred Group hat im zweiten Quartal 2020 ein Umsatzplus verzeichnet. Das ist eine bemerkenswerte Leistung, denn im zweiten Quartal war die Glücksspielbranche insgesamt stark beeinträchtigt durch die aktuelle Gesundheitskrise. Doch die Kindred Group konnte davon profitieren, dass die Online Casinos und Online-Poker nahezu unbeeinträchtigt weitergeführt werden konnten.

Sportwetten-Umsatz runter – Casino-Umsatz rauf

Online Casino SpielenDer Sportwetten-Umsatz sorgte auch bei der Kindred Group im zweiten Quartal nicht für Begeisterung. Durch die Absage zahlreicher Sportveranstaltungen weltweit gab es kaum Möglichkeiten, Wetten zu platzieren. Komplett in den Keller ist der Sportwetten-Umsatz aber trotzdem nicht gegangen. Es gab einige wenige Sportveranstaltungen, die noch stattfanden und von einigen Sportwetten-Fans genutzt wurden. Unter anderem gab es die Möglichkeit, auf Amateurfußball in Schweden zu tippen. Auch der weißrussische Profi-Fußball war noch verfügbar, als die meisten Sportveranstaltungen in anderen Ländern bereits abgesagt waren. Darüber hinaus konnte die Kindred Group davon profitieren, dass der Esport-Bereich mittlerweile gut ausgebaut ist. Auch der virtuelle Sport hat dazu beigetragen, dass der Sportwetten-Umsatz am Ende etwas höher ausgefallen ist als befürchtet. Auch das hat dazu beigetragen, dass das Ergebnis insgesamt wesentlich besser ausgefallen ist als gedacht. Doch die Kindred Group ist ein gutes Beispiel dafür, dass Anbieter, die breit aufgestellt sind, in Krisensituationen bessere Möglichkeiten haben. Obwohl der Sportwetten-Umsatz deutlich unter den Erwartungen lag, konnte die Kindred Group den Umsatz von 261,6 Millionen Euro um 3,9 Prozent auf 271, 8 Millionen Euro steigern. Die Steigung war vor allem möglich, weil der Casino-Bereich durch die aktuelle Krise nicht beeinträchtigt wurde. Auch mit Online-Poker konnte die Kindred Group gute Umsätze im zweiten Quartal 2020 machen. Mittlerweile haben sich die Sportwetten deutlich erholt, sodass es eine realistische Chance gibt, dass das dritte Quartal 2020 sogar noch besser wird als das zweite Quartal. Aber angesichts der insgesamt unsicheren Lage ist es eine gute Idee, vorsichtig mit Prognosen zu sein.

Die Kindred Group weist darauf hin, dass der Umsatz mit reinen Online-Glücksspielen dafür gesorgt hat, dass der Umsatz des Konzerns insgesamt nach oben gegangen ist. Das Online-Glücksspiel war klar im Vorteil gegenüber den Sportwetten, da es in Online Casinos rein virtuelle Spiele gibt, die nicht darauf basieren, dass irgendwo auf der Welt ein bestimmtes Ereignis stattfindet. Die einzige bedingte Ausnahme sind die Live-Dealer-Spiele, die allerdings mit einem überschaubaren personellen Aufwand umgesetzt werden können. Nach unseren Erkenntnissen sind auch bei der Kindred Group keine Live-Dealer-Spiele ausgefallen in der Krise. Der Aufwand für die Anbieter der Live Casinos war ein bisschen höher als sonst, da besondere Hygienevorschriften eingehalten werden mussten. Aber grundsätzlich lässt sich feststellen, dass die Online Casinos nahezu ohne Beeinträchtigungen ihr Geschäft weiterführen konnten. Dahingegen mussten die Online-Buchmacher viel Aufwand betreiben, um überhaupt Kunden davon zu überzeugen, Wetten zu platzieren. Die abschließende Bilanzierung fehlt noch, aber die Kindred Group geht davon aus, dass der Gewinn im zweiten Quartal noch deutlich stärker gestiegen ist als der Umsatz. Während viele andere Konzerne und Unternehmen in der Glücksspielbranche gerade um das Überleben kämpfen, ist die Kindred Group durch die Fokussierung auf das Online-Glücksspiel glänzend aufgestellt. Es kann sogar gut sein, dass die Kindred Group in der Krise weitere Marktanteile gewinnt, da einige Konkurrenten schwächeln. In der Krise hat die Kindred Group die Gelegenheit genutzt, um Kosten zu senken und Abläufe zu optimieren. Auch das hat dazu beigetragen, dass das Ergebnis im zweiten Quartal auf einem bemerkenswerten Niveau ist. Zudem sind die Marketing-Kosten kurzfristig gesunken, da es für eine begrenzte Zeit nahezu keine Werbung für Sportwetten gab.

Kindred Group profitiert von geschlossenen Spielhallen

Das klare Plus beim Online-Glücksspiel in der Bilanz der Kindred Group hängt auch damit zusammen, dass die Spielhallen und Spielbanken für eine ganze Weile geschlossen waren. Zum einen gab es keine Sportwetten und zum anderen hatten die Glücksspiel-Fans keine Möglichkeit, landbasierte Angebote zu nutzen. Diese Situation gab es nicht nur in Deutschland, sondern mehr oder weniger in allen Ländern, in denen die Kindred Group aktiv ist. Deswegen blieben die Online Casinos und Online-Poker als einzige Alternativen für Glücksspiel-Fans übrig. Die Kindred Group hat im zweiten Quartal große Anstrengungen unternommen, um den Spielerschutz an die neue Situation anzupassen. Auch das ist ein wichtiger Faktor, der nicht unterschlagen werden sollte. Allerdings spricht einiges dafür, dass sich die Situation im dritten Quartal wieder normalisieren wird. Spielhallen und Spielbanken sind nicht nur Deutschland wieder geöffnet, sodass es Alternativen gibt für Glücksspiel-Fans, die nicht nur im Internet spielen möchten. Insofern wird sich der Umsatz der Online Casinos nicht nur in der Kindred Group reduzieren. Der Sportwetten-Umsatz ist bereits wieder nach oben gegangen, wird aber in Zukunft noch weiter steigen, da es in der zweiten Jahreshälfte viele interessante Sportveranstaltungen geben wird. Unter anderem findet die UEFA Champions League statt, sodass auch die Fußballfans bald wieder auf ihre Kosten kommen. In den USA startet der Profisport auch wieder, sodass es auch für die Fans der NBA, der NHL und alle anderen großen US-Ligen wieder gute Möglichkeiten gibt, Wetten zu platzieren.

Die Anzahl der Kunden der Kindred Group ist spannenderweise im zweiten Quartal gesunken. Insgesamt 1,3 Millionen Spieler haben die Angebote der Kindred Group im letzten Quartal genutzt. Das war ein Rückgang von elf Prozent. Unter normalen Bedingungen wäre das ein großes Warnzeichen. Aber angesichts der Umstände lässt sich feststellen, dass es sich um einen relativ niedrigen Rückgang handelt. Zudem zeigt das Umsatzplus, dass die aktiven Spieler insgesamt mehr umgesetzt haben als sonst. Es gibt viele Zahlen im zweiten Quartal, die anders waren als üblich. Beispielsweise musste die Kindred Group im zweiten Quartal deutlich weniger Wettsteuer bezahlen, nicht nur in Deutschland, sondern auch zum Beispiel in Frankreich. Erstaunlicherweise hat die besondere Gestalt der Krise viel dazu beigetragen, dass die Kindred Group zu den Profiteuren gehörte. Aber auch bei der Kindred Group ist man froh, dass sich die Situation in vielen Ländern langsam wieder normalisiert. Sollte sich die Krise aber im Laufe des Jahres noch einmal verschärfen, ist die Kindred Group bestens vorbereitet, denn aufgrund der gemachten Erfahrungen wäre es noch einfacher als beim ersten Mal, unverzüglich alle nötigen Maßnahmen einzuleiten. Die Kindred Group hat die gestiegenen Einnahmen genutzt, um einige Kredite vorzeitig abzulösen. Daran wird deutlich, dass die Führung der Kindred Group sehr verantwortungsbewusst handelt. Sollte sich die Situation unerwartet langfristig verschärfen, gäbe es ohnehin immer die Möglichkeit, zusätzliche Kredite aufzunehmen. Aber in der aktuellen Situation ist es sinnvoll, die gestiegenen finanziellen Möglichkeiten zu nutzen, um die Kreditbelastung zu reduzieren. Das ist ein bemerkenswertes Detail, denn einige andere Glücksspielanbieter mussten in den letzten Monaten ihren Kreditrahmen ausschöpfen, um überhaupt auf dem Markt zu bleiben.

Casino-Betreiber in der Krise im Vorteil

Wer hätte gedacht, dass die Online Casinos irgendwann einmal das wichtigste Asset von großen Konzernen und Unternehmen werden könnten? Vor einigen Jahren wurden die Online-Glücksspiele noch von vielen Experten in der Glücksspielbranche verlacht. Doch mittlerweile haben auch die größten Skeptiker begriffen, dass das Online-Glücksspiel Vorteile bietet, ein mit denen kein landbasiertes Casino mithalten kann. Die rein digitalen Angebote haben in allen Branchen im ersten Halbjahr 2020 die landbasierten Angebote ausgestochen. In der Krise haben sich Trends, die sich in den letzten Jahren entwickelt haben, deutlich verstärkt. Beispielsweise gehen viele Experten davon aus, dass es in Zukunft deutlich mehr Menschen gibt, die zu Hause arbeiten werden. Das moderne Home Office hat sich zu einer echten Alternative zum klassischen Büro entwickelt. Das Gleiche gilt auch für die Online-Glücksspiele. Der Besuch in Spielhallen und Spielbanken ist nach wie vor für viele Glücksspiel-Fans die erste Wahl, obwohl es keinen exklusiven Casino Bonus gibt. Aber nicht nur die Kunden der Kindred Group haben in den letzten Monaten die Erfahrung gemacht, dass die Online Casinos deutlich krisenfester sind als die Beton-Casinos. Es wird spannend sein zu sehen, wie sich die Situation bei den Kunden in den letzten Monaten im Detail entwickelt hat. Es würde uns nicht überraschen, wenn viele neue Kunden den Weg in die Online Casinos gefunden hätten. Auch wenn mittlerweile wieder viele Glücksspiel-Fans in Spielhallen und Spielbanken aktiv sind, spricht doch einiges dafür, dass die Online-Glücksspiele langfristig das Rennen gewinnen werden.