Irgendwie ist es fast schon sinnbildlich. Bis zu guter Letzt wehrte sich Donald Trump gegen seinen Niedergang. Diesmal zwar nicht der Politiker direkt, aber ein ehemaliges Gebäude seines Imperiums oder was davon übrig ist. In Atlantic City, dem ehemaligen Glücksspiel Eldorado in New Jersey an Amerikas Ostküste sollte die Sprengung des insolventen „Trump Plaza“ für einen wohltätigen Zweck versteigert werden. Diese Versteigerung wurde allerdings in letzter Sekunde mehr oder weniger gestoppt. Ein weiteres gescheitertes Projekt, das mit dem Namen des ehemaligen US-Präsidenten in Verbindung gebracht wird.

Milliardär verhindert Auktion zur Sprengung des Trump Tower

Trump Plaza casino Hotel

Dem ehemaligen mondänen Badeort und der populären Glücksspiel-Hochburg hatte Donald Trump noch vor seinem Amtsantritt mehrere insolvente Pleite-Casinos hinterlassen. Der Zahn der Zeit nagte an diesen Gebäuden und eines, an einem der prominentesten Standorte in Atlantic City, dem Boardwalk, sollte nun endgültig verschwinden und dem Erdboden gleichgemacht werden. Dies brachte die Oberen der Küstenstadt 200 Kilometer von New York entfernt, auf die Idee, die Sprengung des Casinos zu versteigern um den Erlös wohltätigen Aktionen zufließen zu lassen. Doch das Aktionshaus Bodnars musste nun diese Auktion schweren Herzens stoppen, wie Bürgermeister Marty Small mitteilte. „Wir sind sehr traurig, dass wir die Versteigerung vom Dienstag absagen müssen. Das Höchstgebot lag bei 175.000 US-Dollar, und dieses Geld hätte dem Boys and Girls Club von Atlantic City zu einer Zeit, in der es am dringendsten benötigt wird, großen Nutzen gebracht. Wir bitten jetzt darum, dass jeder, der dies liest, auf sein Herz hört und an den Boys and Girls Club von Atlantic City spendet.“  Initiator des Stopps war ein ehemalige Freund Donald Trumps, der Milliardär Carl Icahn, dessen Anwälte dem Auktionshaus eine Unterlassungserklärung mit der Begründung von Sicherheitsbedenken bei der Sprengung, zukommen ließen. Immerhin teilte der Milliardär mit, das derzeitige Höchstgebot von 175.000 US Dollar dem Boys and Girls Club als Spende zukommen zu lassen. Der 84-jährige Milliardär, der zu den 50 reichsten Amerikanern gezählt wird, war ein enger Vertrauter des ehemaligen US-Präsidenten und agierte ein knappes Jahr als Sonderberater des Präsidenten für die Regulierungsreform („Special Advisor to the President on Regulatory Reform“) unter Donald Trump. Seine Geschäftsmethoden sind nicht unumstritten, gilt er doch als großer Firmen-Plünderer und knallhart in seinen Methoden. Von ihm soll der Spruch stammen: „Willst du einen Freund, such dir einen Hund.“ Auf der anderen Seite unterhalten seine Frau und er drei Stiftungen, die sich um benachteiligte Kinder in der Bronx und um benachteiligte Frauen kümmern. Seinem Heimat-Stadtteil hat er ein Sportstadion gesponsert, welches nun den Namen Icahn Stadium trägt. Donald Trump selbst hatte sich schon 2009 nach vier Insolvenzanträgen für Firmen aus seinem früheren Casino-Imperium aus Atlantic City zurückgezogen. Der Namenszug auf dem Gebäude blieb aber.

Atlantic City im Strukturwandel

Es war nie Las Vegas, aber es war die zweitgrößte Glücksspielstadt in den Vereinigten Staaten. Atlantic City ist für viele noch ein Synonym für Casinos, Poker, Glitzer und Vergnügen. Doch die einstige Pracht bröckelt. Die Stadt an der Atlantikküste der USA befindet sich gerade in einem starken Strukturwandel. 1854 gegründet, wurde sie aufgrund ihrer hervorragenden Lage schnell als Erholungs- und Urlaubsort entdeckt und ausgebaut. Durch eine Erschließung mit der Eisenbahn strömten zahlreiche Ausflügler in die Stadt. Seit 1921 fanden die alljährlichen Wahlen zur Miss Amerika in der Küstenstadt statt, wenn diese auch 2006 nach Los Angeles verlegt wurde. Viele Hotels und Attraktionen befanden sich an dem berühmten Boardwalk, einer großzügig ausgebauten Uferpromenade. Durch die Legalisierung des Glücksspiels 1976 entwickelte sich die Stadt zu einem Mekka für viele Glücksspieler und zahlreiche Hotels sowie Casinos wurden gebaut. Dennoch gelang es Atlantic City den Stellenwert von Las Vegas erreichen. Der Niedergang der Stadt begann mit der Legalisierung des Glücksspiels in angrenzenden Staaten wie Pennsylvania, New York, oder Maryland. Das florierende Geschäft des Online Glücksspiels mit seinen zahlreichen Online Casinos – unabhängig davon, ob legal oder illegal – tat das Seine dazu. Die Einnahmen der Stadt brachen nach 2006, zu diesem Zeitpunkt fand die Legalisierung in Pennsylvania statt, um mehr als 46 % ein. Man konzentriert sich zurzeit auf mannigfaltige Sportereignisse und Angebote für Familien, um die Stadt für Ausflügler wieder interessant zu machen. In zahlreichen Filmen und Romanen hat der Stadt schon jetzt ein Denkmal gesetzt, und auch einer von Amerikas berühmtesten Rockmusikern und ein Sohn New Jerseys, Bruce Springsteen, besang die Stadt auf seinem Album Nebraska mit einem eigenen Song: „ Everything dies Baby, that's a fact, but maybe everything that dies someday comes back, fix your make up and put your hair up pretty, and meet me tonight in Atlantic City.“