Hätten sie es gewusst? Am 8 Juli war der Welttag der Videospiele. Sie haben keinen extra Urlaubstag erhalten, niemand pustete Luftballons auf oder schenkte Champus aus? Nun ja, ehrlich gesagt, das war jetzt auch nicht unbedingt zu erwarten. Die Festlegung als gesetzlicher Feiertag wird wohl noch etwas auf sich warten lassen bzw. die Aussichten dazu sind eher ganz schön mau. Dennoch ist dieser Tag nicht spurlos vorbeigegangen. Die Jugendorganisation der ÖVP, der Österreichischen Volkspartei, hat sich Gedanken zu diesem Tag gemacht und hat diese auch der Welt mitgeteilt. Das wollen wir ihnen natürlich nicht vorenthalten und schauen uns in diesem Zug auch mal die aktuelle Welt der Videospiele etwas genauer an. 

Was Österreichs Jugend bewegt

Tag der VideospieleLaura Sachslehner, Generalsekretärin der Jungen ÖVP, sprach stellvertretend für ihre Partei aus, was diese anlässlich des Welttages der Videospiele zu der heimischen Situation zu sagen hatte:  „Gaming und eSport sind keine Randerscheinung mehr. In den letzten Jahren hat sich in diesem Bereich viel getan, sodass wir heute, alleine in Österreich, rund 5,3 Millionen Menschen haben, die regelmäßig `gamen´“ so der Beginn ihrer Ausführungen. Weiter hieß es: „Besonders in den letzten Monaten war zu beobachten, dass sich aufgrund der Coronakrise immer mehr Jugendliche im digitalen Raum getroffen haben, um online zu spielen und dort Zeit mit ihren Freunden zu verbringen“, so Sachslehner weiter. „Damit dieser Teil der Jugendkultur auch die besten Rahmenbedingungen erfährt, müssen Gaming & eSport auch von Seiten der Politik als wichtiges Thema anerkannt werden“ Dabei geht es der Partei nicht um das Gaming an sich, sondern als Ausdruck der Entstehung einer neuen Jugendkultur und der damit verbundenen Lebenswelten und Freizeiträumen. „Wer `gamed´ bewegt sich im Digitalen und lernt dort den verantwortungsvollen Umgang mit eben diesem. Deshalb braucht es auch im öffentlichen Raum mehr Gamingplätze für Jugendliche. Damit wird es einem jeden ermöglicht, unabhängig von der eigenen Ausstattung, in seiner Freizeit zu `gamen´. Ebenfalls setzen wir uns für eine verstärkte Zusammenarbeit von Schulen mit Gaming- und eSport-Vereinen ein, um auch in der Schule das Bewusstsein für diesen Bereich zu schaffen. Darüber hinaus braucht es eine breite Nachwuchsförderung im Bereich der Spielentwicklung. Von Spielen „Made in Austria“ profitieren nicht nur die Jugendlichen selbst, sondern auch die Unternehmen sowie der Wirtschafts- und Innovationsstandort Österreich“, führt Sachslehner weiter aus. Als Resümee sieht sie folgendes an: „Als Junge ÖVP wollen wir Jugendliche in der Gestaltung ihrer Freizeit bestmöglich unterstützen und fordern gleichzeitig die besten Rahmenbedingungen für den „Gamingstandort“ Österreich. Dazu ist es notwendig, dass beispielsweise in Großstädten wie Wien, die gesetzlichen Rahmenbedingungen angepasst werden, um die Bundeshauptstadt als europäischen „Gamingstandort“ zu etablieren“ .

Keine Randerscheinung mehr

Das eSport und Gaming keine Randerscheinung mehr ist, belegen auch Zahlen aus Deutschland, die sich leicht auf österreichische Verhältnisse übertragen lassen.

So besagen neuste Untersuchungen, dass 43 % Prozent der deutschen Bevölkerung Computer- und Videospiele zocken. In diese Statistik fließen PC-Spiele, PlayStation, XBOX und Switch-Spieler ein. Dabei ist Gaming schon lange keine rein männliche Domäne mehr. In Deutschland zählen 16,5 Millionen weibliche Computerspielerinnen zu den Gamerinen, bei etwa 17,8 männlichen Spielern. Im Jahr 2019 wurden im Videospielmarkt ohne Hardware ein Umsatz von 3,88 Milliarden Euro gemacht. Dafür wurden 45,4 Millionen Video- und Computerspiele verkauft. Und auch der Kampf zwischen den beiden beliebtesten Spielekonsolen gilt in Deutschland als entschieden. Die XBOX verkaufte sich 2018 rund 231.000-mal, die PS4 aber 1,6 Millionen mal. Das sieht nach einem klaren Gewinner aus.

Konsolen haben auch den PC schon lange als Plattform für Gamer abgehängt, obwohl der PC technisch gesehen eher bessere Voraussetzungen bietet, als eine Konsole. Aber zumeist werden Spiele zuerst für eine Konsole entwickelt und dann gibt es Releases für den PC. Zu den beliebtesten Spielen gehören: Call of Duty, Red Dead Redemption, Assasins Creed, ´SIMS, Battlefield, Star Wars, F1, Need for Speed, Resident Evil und FIFA.  Dabei sind es nicht nur Jugendliche die zocken, auch die Generation, die die ersten Konsolen in ihrer Jugend für sich entdeckt hatten, sind dem Spielen treu geblieben und frönen ihrem Hobby auch noch in älteren Jahren, also so zwischen 30 und 50 Jahren.

Die technische Entwicklung wird sicherlich ein Impulsgeber für ein weiteres Wachstum sein. Immer schnellere Prozessoren und verbesserte Grafiken, aber auch bessere Internetzugänge tragen zu einem veränderten Spielverhalten bei. Dabei wird in der Wissenschaft Gaming und eSport nicht mehr generell verdammt, sondern auch als ein wichtiger Teil der Entwicklung von Jugendlichen angesehen. Motorische Fähigkeiten können gefördert werden, die Koordination wird verbessert und auch das Sozialverhalten kann angepasst werden, insbesondere dann, wenn man als Teil eines Teams agiert. Eine Verdammung als Teufelswerk ist schon länger passé, wenn natürlich auch auf mögliche Gefahren hingewiesen wird. Gaming und eSport sind Teil der heutigen Jugend, ob es einem nun passt oder nicht, Deswegen wäre ein konstruktiver Umgang, wie es auch die Junge ÖVP fordert, ein wichtiger Bestandteil der Diskussionen um diese Freizeitbeschäftigung. Mögen die Experten aller Fachgebiete dies auch in ihren Ausführungen einmal berücksichtigen.