Jochen Schweizer steigt ins eSport Geschäft ein. Bei einer Kick-Off Veranstaltung gab der deutsche Unternehmer die Gründung des „Jochen Schweizer SimRacing Team - powered by BMW" bekannt. Damit erweitert der auch aus der Fernsehshow „Die Höhle der Löwen“ bekannte Vermarkter von Eventreisen und anderen Erlebnis-Sensationen sein Firmenportfolio um einen weiteren Baustein. Grundlage dieser Entwicklung war die Eröffnung der Jochen Schweizer Arena in München, in der neue Erlebniswelten entstanden und man nun voll auf SimRacing setzt. Seine Erwartungen formulierte Jochen Schweizer in einem Gespräch mit der National Gaming League folgendermaßen: „Meine Erwartung ist, dass wir die Jochen Schweizer Arena zum Home of eSports machen". Mit dem Verweis auf die großen Potentiale von FIFA und Fortnite führte er weiter aus:  „Das ist für uns ein strategisches Gebiet, auf dem wir uns in Zukunft stärker engagieren werden. Die Digitalisierung von Erlebnissen schreitet immer schneller voran. Es ist der Zeitpunkt gekommen, Menschen auch digitale Erlebnisse stärker zu vermitteln als zuvor."

Eine ideale Kombination

Sim Racing Jochen SchweizerNicht nur die neue Arena mit mehreren Sim-Rigs, sondern auch die Erfahrungen von BMW, die im Motorsport schon beachtliche Erfolge verzeichnen konnten, sollen im Gesamtpaket ein erfolgreiches eSport Team kreieren, das international an der Spitze agiert. So sieht es auch Jens Thiemer, Senior Vice President Customer & Brand BMW: „Neben unserer Zusammenarbeit mit fünf erstklassigen LoL-Teams werden wir unsere Position im Sim-Racing weiter ausbauen. Wir freuen uns, das spannende Projekt zu begleiten und so das Wachstum und die Professionalisierung dieser faszinierenden Esports-Disziplin zu unterstützen." Und über die Kooperation insbesondere mit Jochen Schweizer führt er aus: „Die Kooperation mit Jochen Schweizer ermöglicht uns, die Szene weiter zu professionalisieren. Wir haben in der Arena hochwertige Simulatoren, an denen auch Amateure und Fans in BMW-Modellen den virtuellen Motorsport erleben können. Jeder, der heute hier war, hat gesehen, dass sich das Erlebnis des Zuschauers kaum noch unterscheidet." BWM verstärkt mit diesem Schritt sein Engagement im eSport. Das Unternehmen ist schon Sponsor von G2 Esports, Fnatic, Cloud9 und FunPlus Phoenix und wird sicherlich noch mehr Ressourcen, ob es nun monetärer Art oder Manpower ist, in den eSport investieren. Auch für Jochen Schweizer ist der Einstieg in ein SimRacing Team wohl nur der erste Schritt für weitere Investitionen auf diesem Gebiet.

Vom Fall zum Aufstieg und zurück

Der 1957 in Heidelberg geborene Jochen Schweizer kennt sich mit Erlebniswelten aller Art sehr gut aus. Nach seinem Abitur absolvierte er erstmal ganz bieder eine Lehre als Logistiker. Doch zog es ihn schnell zu anderen Betätigungen, und er erlangte als Stuntman eine gewisse Berühmtheit, insbesondere durch den Bogner Film „Feuer, Eis & Dynamite“. In dieser Zeit stellte er auch einige Weltrekorde auf, z.B. mit dem Sprung aus einem Helikopter mit dem längsten Bungeeseil und der höchsten Falldistanz von 1.050 Metern. Neben seiner Tätigkeit für den Film gründete er schon 1985 sein erstes Unternehmen: die Event- und Werbeagentur Kajak Sports Productions mit Sitz in München. Aus diesem entstand in späteren Jahren die Jochen Schweizer Unternehmensgruppe. Früh erkannte man das Potential des Bungeespringens und wurde zu einem der ersten und nachfolgend führenden Anbieter auf diesem Sektor. Dies führte aber auch 2003 zu einer schweren Krise des Unternehmens, nachdem es zu einem tödlichen Unfall während eines Bungeesprungs vom Florian-Turm in Dortmund kam. Das Seil eines Springers war gerissen. Daraufhin wurden erst einmal alle Aktivitäten auf diesem Gebiet gestoppt. Die Jochen Schweizer Group veränderte darauf hin ihr Geschäftsmodell und begann „Erlebnisse“ zu verkaufen. 2004 wurden die ersten dieser „Erlebnisse“ über das Internet vertrieben und Schweizer wurde schnell der erfolgreichste und größte Anbieter auf diesem Sektor. Im Juni 2017 erwarb die ProSiebenSat1 Media Gesellschaft die Mehrheitsbeteiligung der Jochen Schweizer GmbH, um diese mit einem anderen Anbieter, My Days, zu vereinen. Jochen Schweizer wurde einem breiten Publikum durch seine Beteiligung an der VOX Fernsehsendung „Die Höhle des Löwens“ bekannt, an der er von 2014 bis 2016 beteiligt war. Zudem ist er als Investor tätig und veröffentlichte einige Ratgeber, die zu Bestsellern wurden. Und nun also eSport on top.

Kein Geruch von Benzin

Sim-Racing, also Simulated Racing, ist eine eigene eSport Kategorie und erfreut sich in den letzten Jahren einer immer größeren Beliebtheit. Wie der Name schon vermuten lässt, geht es darum, Autorennen möglichst realistisch zu simulieren, unter Einbeziehung aller relevanten Faktoren wie Benzinverbrauch, Reifenabnutzung und Fahrzeug-Setting. Rennspiele haben eine alte Tradition. Schon 1970 war es möglich Rennen vorm heimischen Fernseher auszutragen. Natürlich hat diese Entwicklung, wie alles im Bereich der elektronischen Spiele, eine rasante Entwicklung genommen. Heute bedeutet Sim-Racing den echten Rennsport möglichst detailgetreu zu simulieren. Amateure und Profis treten hier nicht mit einem Controller an. Gefahren wird meist mit Lenkrad und Pedalen in Rennschalen oder Rigs. Dabei ist die Bandbreite der zu spielenden Anwendungen sehr hoch und erstreckt sich nicht nur auf ein Game. Die wichtigsten Spiele sind dabei: iRacing, Asseto Corsa, Project Cars 2, Gran Turismo Sport, Forza Motorsport 7 und F1 2020. Dabei gibt es für die unterschiedlichen Spiele auch unterschiedliche Plattformen. Gespielt wird entweder am PC, PS 4 oder Xbox oder anderen Konsolen. Es werden verschiedene Meisterschaften der unterschiedlichen Games ausgetragen. Es gibt z.B, das Forza Racing Championship oder auch F1 Esports Serie. In immer mehr professionellen Strukturen haben auch viele Autobauer und Rennprofis dieses Feld für sich entdeckt und investieren beachtliche Summen in diesem Bereich. So wie Jochen Schweizer und BMW nun auch.