In Japan muss eine legendäre Spielhalle nach 48 Jahren schließen. Shinjuku Playland Carnival war in den letzten Jahrzehnten eine Attraktion in Tokio. Doch der Besitzer der Spielhalle hat verkündet, dass die Auswirkungen der aktuellen Gesundheitskrise so dramatisch seien, dass eine Wiedereröffnung nicht möglich sei. Im Shinjuku Playland Carnival haben sich in den letzten Jahrzehnten viele Japaner und Touristen vergnügt. Die Spielhalle ist weit mehr als nur ein Glücksspielanbieter. Vor allem in den 1980er Jahren war der Anbieter berühmt dafür, immer die neuesten Games anbieten zu können. Dabei ging es längst nicht nur um die typischen Spielautomaten, die es in deutschen Spielhallen gibt. Auch Videospiele in vielen unterschiedlichen Varianten wurden im Laufe der letzten Jahrzehnte angeboten. Es ist überraschend, dass nun eine Krise, die Japan letztlich besser gemeistert hat als viele andere Länder auf der Welt, das Aus für Shinjuku Playland Carnival besiegeln sollen.

Gesundheitskrise bezwingt berühmte Spielhalle in Tokio

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Es liegt der Verdacht nahe, dass die Krise vielleicht nur als letztes Argument für ein nicht mehr ganz taugliches Geschäftsmodell genutzt wird. Auch in Japan ist die Zeit nicht stehen geblieben. In den letzten Jahren sind viele interessante Alternativen zu einem Besuch in Spielhallen entstanden. Es ist eher überraschend, dass Shinjuku Playland Carnival so lange überleben konnte. Gerade in Japan ist die Verbreitung von Spielkonsolen beispielsweise enorm hoch. Viele Attraktionen, die früher exklusiv in den großen Spielhallen des Landes angeboten werden konnten, haben nicht nur die japanischen Spiele-Fans mittlerweile im heimischen Wohnzimmer.

Als im Jahr 1972 die Spielhalle Shinjuku Playland Carnival eröffnet wurde, damals noch unter einem anderen Namen, war die Situation noch völlig anders. Wer moderne Videospiele erleben wollte, musste in eine der neu entstehenden Spielhallen gehen. Im Laufe der nächsten Jahrzehnte entwickelte sich in Japan eine gigantische Szene. Noch heute ist es problemlos möglich, in Tokio die ganze Nacht damit zu verbringen, von einer Spielhalle zur nächsten zu ziehen. Die Lust am Spielen ist in Japan noch weiter verbreitet als in Europa und den USA. Aber viele Spielhallen mussten in den letzten Jahren schließen, da vor allem die jüngeren Generationen nicht mehr so richtig verstehen, was aufregend daran sein soll, jeden Tag in eine Spielhalle zu gehen, um Games zu spielen, die es ohnehin schon zu Hause gibt. Vielleicht wäre die Situation anders, wenn Spielhallen in Japan ausschließlich auf Glücksspiele setzen würden. Dann wird eine komplett andere Kundschaft angezogen. Aber traditionell setzen die japanischen Spielhallen eher auf die Videospiel-Fans. Als Games wie Pac-Man der letzte Schrei waren, funktionierte das Geschäftsmodell der Spielhallen hervorragend. Aber in der heutigen Zeit können Spiele-Fans zu Hause mit anderen Spiele-Fans irgendwo auf der Welt online spielen, ohne auch nur einen zusätzlichen Euro zu investieren. Mit diesem Geschäftsmodell können die klassischen Spielhallen in Japan kaum mithalten.

Fehlende Touristen sorgen für dramatischen Einbruch

Schon in den letzten Jahren verzeichnete die Spielhalle Shinjuku Playland Carnival sinkende Einnahmen. Aber einen dramatischen Einbruch hat es erst im letzten Jahr gegeben. Die Gesundheitskrise war zwar der Auslöser, doch die eigentliche Problematik war, dass die Touristen plötzlich zu Hause blieben. An diesem Detail wird deutlich, wie unpopulär die Spielhallen in Japan mittlerweile sind. Früher war jede halbwegs taugliche Spielhalle ein Bombengeschäft in Japan. Doch die zahlreichen Touristen, die nach Tokio kommen, um die Kultur der Stadt zu erleben, besuchen Shinjuku Playland Carnival aufgrund des legendären Status dieser Spielhalle. Im Kern geht es heute vielen Gäste nicht mehr darum, die Spiele zu erleben. Vielmehr möchten die Spiele-Fans sehen, woran sich die letzten Generationen erfreut haben. Zwar ist Shinjuku Playland Carnival nicht zu einem echten Museum geworden, aber für Beobachter ist es keine Überraschung, dass mit ausbleibenden Touristen das Geschäftsmodell endgültig zusammengebrochen ist.

Es gibt noch diverse weitere große Spielhallen, die in Japan aufgrund der Gesundheitskrise endgültig schließen werden. Schon in den vergangenen Wochen hat es einige Ankündigungen von Konkurrenten von Shinjuku Playland Carnival gegeben, die ein baldiges Aus nahelegen. Niemand sollte den Fehler machen zu glauben, dass die Krise Verursacher des Spielhallen-Sterbens in Japan ist. Die Krise beschleunigt nur einen Prozess, der seit mindestens zwei Jahrzehnten läuft. Auch wenn es für Nostalgiker nicht leicht zu akzeptieren ist: Die Welt ändert sich. Das gilt ganz besonders für die Spielewelt. Auch in Deutschland werden die Spielhallen-Betreiber in den nächsten Jahren zunehmend Probleme bekommen. Durch die Konkurrenz der Online Casinos ist es schon seit einer Weile für einige Anbieter schwierig, Glücksspiel-Fans davon zu überzeugen, dass sich ein Besuch lohnt. Wer möchte schon einen langen Weg auf sich nehmen, wenn das nächste Glücksspiel nur ein paar Klicks entfernt ist? Mit der neuen Glücksspielregulierung in Deutschland wird es zudem auch noch Online-Spielbanken mit deutscher Lizenz und deutschen Slots geben. Die große Zeit der Spielhallen ist ohne jeden Zweifel vorbei, nicht nur in Japan.