Wer kennt sie nicht? Wer liebt sie nicht? James Bond-Filme gehören seit Jahrzehnten zu den kultigsten Produktionen der britischen Filmgeschichte. Was sie ausmacht? Schnelle Autos, schöne Frauen, Bonds Intelligenz und seine Fitness. Es gibt wohl kaum einen Jungen auf dieser Welt, der nicht wenigstens einmal davon träumte, exakt so wie James Bond zu werden. Und es gibt wohl ebenso wenig Mädchen, die nicht in seinen starken Armen versinken möchten. 007 ist mit Abstand der coolste Agent Groß-Britanniens mit einer großen Schwäche für das Glücksspiel. Wann der neueste Streifen No time to die abgeht, steht laut den aktuellen Nachrichten derzeit noch nicht fest. 

James Bond |  in den großen Casinos der Welt 

Auf der Jagd nach den ganz großen Schurken waren „im Dienst ihrer Majestät“ seit den 1960er Jahren bereits Sean Connery, Roger Moore, Timothy Dalton, Pierce Brosnan und Daniel Craig, aber auch George Lazenby. Das Ex-Model Lazenby spielte den Bond allerdings nur einziges Mal, da es bereits während der Dreharbeiten zum Streit mit der Produktionsfirma und dem Regisseur kam. Somit ist er der einzige 007-Darsteller, der die Rolle nur ein einziges Mal spielte. Obwohl: so ganz stimmt das auch wieder nicht, denn 1967 stellten die beiden britischen Top-Komödianten Peter Sellers und David Niven den Geheimagenten bereits in „Casino Royale“ dar. Selbst diese Parodie stellt klar, dass James Bond ein leidenschaftlicher Casino-Besucher ist. 

In annähernd sämtlichen Verfilmungen der Ian Fleming-Agentenstory besucht James Bond Spielbanken, darunter auch das berühmte Monte Carlo Casino in Monaco. Wir sind der Frage nachgegangen, welche Spiele er dort eigentlich spielt:

Bond | Seine Liebe gehört dem Baccarat 

An einem Baccarat-Tisch ist 007 in den Filmen „Golden Eye“, „Dr. No“, „Im Dienste ihrer Majestät“ und „Thunderball“ zu sehen, daher wird es als sein Lieblingsspiel bezeichnet. Von Baccarat werden unterschiedliche Variationen angeboten. „Chemin de Fer“ ist ganz offensichtlich die von 007 bevorzugte Version. Schon in Ian Flemings erstem, 1953 erschienen Bond-Roman „Casino Royale“ nimmt es eine große Rolle ein. Schließlich dreht sich ein Großteil der Handlung um ein Spiel, das SMERSH-Chef Le Chiffre mit James Bond spielt. In der ungekürzten Roman-Vorlage finden Unwissende sogar eine Anleitung des „Baccarat Chemin de Fer“.

Dieser Name leitet sich aus dem Französischen ab. Die „Eisenbahn“ war im neunzehnten Jahrhundert - der Entstehungszeit des Spiels - das schnellste Verkehrsmittel. Bei „Chemin de Fer“ werden sechs Kartensätze gemischt. Jeder Spieler erhält vom Dealer zwei Karten und wird gebeten, noch eine weitere Karte anzunehmen, oder mit den zwei bereits erhaltenen sein Glück zu versuchen. Nachdem Dealer und Spieler fertig sind, deckt jeder seine Blätter auf und derjenige gewinnt, der über das bessere Blatt verfügt.

Bei Bonds erstem Auftritt am Baccarat-Tisch in „Dr. No“ nimmt er die Position des Dealers ein. Er gibt Karten an Sylvia Trench aus, dem allerersten Bond-Girl der Geschichte. Nach ein paar erfolgreichen Runden stellt er sich ihr als „Bond! James Bond,“ vor, was hernach zu einem Filmzitat-Klassiker avancierte.  

Poker und andere Casino-Spiele 

Aber James Bond wäre nicht James Bond, wenn er immer das gleiche täte. Neben Baccarat faszinieren ihn auch noch andere Spiele, wie zum Beispiel Poker. In der Verfilmung von „Casino Royale“ aus dem Jahre 2006, in dem Daniel Craig den Geheimagenten verkörpert, findet sich die längste Casino-Szene der gesamten Bond-Reihe. 007 tritt in einem Pokerturnier beim Texas Hold’em gegen Erz-Schurke Le Chiffre an. Der millionenschwere Terrorist setzt extrem hoch, und Bond verliert enorme Summen. Doch bei der letzten Hand wendet sich das Blatt wider Erwarten zugunsten des Geheimagenten und lässt Le Chiffre verzweifelt zurück. James Bond gewinnt zu guter Letzt den Pot mit 115 Millionen Dollar durch einen Straight Flush (Pik).  

Auch in „Diamantenfiber“ von 1972 gelingt es Bond etliche tausend Dollar am Spieltisch zu gewinnen und damit Bond-Girl Lana Wood in der Rolle der Plenty O’Toole zu faszinieren. Der in Las Vegas spielende Filmklassiker zeigt 007 aber auch beim klassischen Würfelspiel Craps. Selbst wenn Baccarat als sein Lieblingsspiel bezeichnet wird, ist er auch häufig am Roulette-Tisch zu sehen. Nach ihm wurde bereits eine sehr bekannte Strategie beim Roulette benannt. 

In „Goldfinger“ von 1964 spielt Sean Connery darüber hinaus noch Gin Rummy, und im „inoffiziellen“ Bond-Hit „Sag niemals nie“ von 1983 tritt er gegen Top-Bösewicht Klaus-Maria Brandauer alias Maximilian Largo um die Welt-Herrschaft“ an.  Roger Moore war 1974 beim Sic Bo in „Der Mann mit dem goldenen Colt“ sowie 1983 bei Backgammon in „Octopussy“ erfolgreich. Timothy Dalton zeigt sich als Blackjack Fan in seinem zweiten Bond-Film „Lizenz zum Töten“ von 1989. Ein weiteres Spiel, das in James Bond-Filmen bisher dargestellt wurde ist u.a. Bridge in „Moonraker“, und auch Mah Jong fand bereits vor der Kamera statt.

Spekulationen um neuen Bond 

„James Bond 007: Keine Zeit zu sterben“ (No time to die) ist in den Startlöchern und man darf gespannt sein, welcher Spielleidenschaft sich der britische Held diesmal hingeben wird. Gespannt wartet die ganze Welt auf den Kinostart, der bereits mehrfach verschoben wurde. Am 12. November 2020 soll es für deutschsprachige Fans nun endlich soweit sein. Der 25. Teil der James Bond-Filmreihe verspricht selbstverständlich ebenfalls wieder Kult zu werden und das nicht nur, weil Daniel Craig nach insgesamt sechs Agententhrillern „im Auftrag ihrer Majestät“ abdankt. Wer sein Nachfolger wird, ist nicht bekannt. Gerüchten zufolge sind die beiden britischen Schauspieler Idris Elba („Luther“) und Richard Madden (Game of Thrones) die absoluten Top-Favoriten.