GVC Holdings hat eine neue Kampagne gestartet, mit welcher der Breitensport in Großbritannien gefördert werden soll. Der Name der Kampagne lautet „Pitchin In“. Im Zentrum der neuen Kampagne stehen Partnerschaften mit unterklassigen Fußball-Ligen. Auf Deutschland übertragen wurde das in etwa bedeuten: GVC Holdings engagiert sich nun auch in der Kreisklasse! In Großbritannien gibt es ähnlich wie in Deutschland nicht nur den Spitzensport, sondern auch einen sehr gut organisierten Breitensport. Viele Menschen betätigen sich regelmäßig in Vereinen, ohne auch nur die Chance zu haben, jemals einen überregionalen Erfolg feiern zu können. Die typischen Kreisklasse-Fußballer, die es in Deutschland gibt, bekommen selten viel Aufmerksamkeit außerhalb des eigenen Bekanntenkreises. Aber das ist auch gar nicht wichtig. Sport ist für das persönliche Wohlbefinden und den sozialen Zusammenhalt nützlich. Deswegen ist es eine gute Sache, dass GVC Holdings nun eine Kampagne gestartet hat, die viele Millionen Pfund in den Breitensport bringen soll.

Breitensport ist wichtiges Thema für GVC Holdings

GVC HoldingsDurch eine Zusammenarbeit mit den Trident Leages, also den siebten und achten Ligen im englischen Fußball, möchte GVC Holdings dafür sorgen, dass der Breitensport eine bessere finanzielle Basis bekommt. Im Gegenzug werden die unterstützten Ligen dann den Kampagnennamen „Pichting In“ und das Firmenlogo von GVC Holdings präsentieren. Da es für Fußballer in den untersten Klassen traditionell sehr schwer ist, überhaupt Sponsoren zu finden, dürften sich viele Vereine über die neuen finanziellen Möglichkeiten freuen. Bei diesen Vereinen geht es in der Regel nicht darum, irgendwelche Spieler zu bezahlen. Vielmehr wird das Geld gebraucht, um Vereinsheime, Trainingsplätze und Spielplätze in Schuss zu halten. Für GVC Holdings geht es bei der aktuellen Kampagne vor allem darum, das eigene Image positiv zu beeinflussen. Am Ende profitieren somit alle Beteiligten von dem neuen Deal. Grundsätzlich ist es begrüßenswert, dass GVC Holdings sich mit der neuen Kampagne sozial engagiert. In der Vergangenheit hat es immer wieder Kritik gegeben an großen Glücksspielkonzernen, dass gerade in diesem Bereich zu wenig gemacht werde. GVC Holdings tritt nun den Beweis an, dass das nicht für alle Konzerne gilt.

Ein wichtiges Detail bei der neuen Breitensport-Kampagne darf nicht verschwiegen werden: GVC Holdings wird ausschließlich die Konzern-Marke präsentieren, nicht aber die zahlreichen Buchmacher- und Casino-Marken. In der Kampagne soll es ausdrücklich nicht darum gehen, für Sportwetten und Casino-Spiele Werbung zu machen. Das ist eine kluge und sinnvolle Entscheidung, zumal der Werbewert bei der Breitensport-Kampagne vermutlich ohnehin nicht riesig wäre. Zudem vermeidet GVC Holdings damit jedweden Stress mit der UK Gambling Commission. Auch in Großbritannien wird aktuell viel darüber diskutiert, ob die Werbung für Sportwetten und Glücksspiele nicht eingeschränkt werden soll. Eine Breitensport-Kampagne, bei der es nicht um Sportwetten und Casino-Spiele geht, wäre von jeder Änderung im Bereich der Werberichtlinien jedoch nicht betroffen. Gleichwohl versteht es sich von selbst, dass die meisten britischen Fußballer in den unteren Klassen sehr wohl wissen, was für ein Konzern GVC Holdings ist. Aber in erster Linie geht es darum, das Image des Konzerns aufzupolieren. Über die Breitensport-Kampagne ist es in jedem Fall möglich, sehr viele Menschen unmittelbar zu erreichen. Wenn ein Konzern Geld gibt, damit der eigene Fußballverein auch in schwierigen Zeiten überlebt, ist das in jedem Fall positiv. Es besteht kein Zweifel daran, dass es für viele kleine Clubs in Großbritannien aktuell schwierig ist, überhaupt zu überleben. Da viele Spiele nicht stattfinden konnten und können, fehlen auch die notwendigen Einnahmen. Selbst wenn es sich um vergleichsweise kleine Summen handelt im Vergleich zum Profisport, fehlen doch wichtige Einnahmen, um die unvermeidbaren Ausgaben zu finanzieren.

Ehrenamtliche sollen mit Kampagne unterstützt werden

Die neue Kampagne von GVC Holdings soll auch dazu beitragen, dass die Ehrenamtlichen, die für die Vereine in den unteren Spielklassen enorm wichtig sind, die Motivation nicht verlieren. Durch die finanzielle Unterstützung der Vereine wird es in Zukunft einfacher sein, die Ehrenamtlichen in ihren Tätigkeiten zu unterstützen. Für einen Verein, der kaum Einnahmen hat, ist es im Moment vielleicht schon schwierig, ein neues Markiergerät zu kaufen, wenn das alte Gerät ausfällt. Der Platzwart, der sich um das Markieren des Platzes ehrenamtlich kümmert, kann in Zukunft darauf hoffen, dass das nötige Geld für derart wichtige Investitionen verfügbar ist. Insgesamt gibt es viele kleine und große Vorteile durch das zusätzliche Geld, das von GVC Holdings in die Vereine fließt. Vor allem in der aktuellen Krisensituation ist es ein starkes Zeichen von GVC Holdings, dass die Vereine in den unteren Spielklassen nicht vergessen werden. Im Kontext muss zudem berücksichtigt werden, dass GVC Holdings 2019 bekannt gegeben hat, keine Werbung mehr im britischen Profisport zu machen. Diese strategische Entscheidung passt sehr gut zur aktuellen Entscheidung, den Breitensport stärker zu fördern. Nicht zuletzt möchte GVC Holdings auch im Rahmen der aktuellen Kampagne Werbung für Spielerschutz machen. Auch das soll dazu beitragen, dass die Akzeptanz der Kampagne bei den Vereinen auf einem hohen Niveau bleibt. Die aktuelle Situation ist für viele Vereine im Breitensport enorm schwierig, sodass Spielerschutz vielleicht nicht das erste Thema ist. Aber langfristig ist es wichtig, dass sich GVC Holdings gerade bei diesem Thema engagiert.

GVC Holdings konnte Stuart Pearce, den bekannten Ex-Profi als Kampagnenbotschafter gewinnen. Die Ernennung von Stuart Pearce passt gut in das Kampagnenprofil, denn Pearce, den viele deutsche Fußballfans vielleicht noch von der Europameisterschaft 1996 kennen, hat selbst in jungen Jahren in den Ligen spielt, die nun unterstützt werden. Auch für Stuart Pearce ist es entscheidend, dass die Vereine in einer schwierigen Lage finanzielle Unterstützung bekommen. Ohne diese Unterstützung müssten laut Pearce viele Clubs um ihre Existenz bangen. Es ist kein Geheimnis, dass der Breitensport in Großbritannien zwar sehr populär ist, aber dann doch nicht immer die notwendige Förderung erhält. Deswegen hat es sich in den letzten Jahrzehnten immer wieder als hilfreich erwiesen, dass Unternehmen sich im Breitensport engagieren. In der aktuellen Situation gibt es aber viele Branchen, die große finanzielle Schwierigkeiten haben. Die britische Wirtschaft ist hart getroffen worden von der aktuellen Krise. Eine wichtige Ausnahme ist die Glücksspielbranche, die zumindest im Bereich des Online-Glücksspiels nach wie vor gut aufgestellt ist. Zudem erwarten Experten, dass sich die Glücksspielbranche auch in den Bereichen, die nicht so gut gelaufen sind im ersten Halbjahr, schneller erholen wird als viele andere Branchen. Insofern liegt es nahe, dass ein großer Konzern wie GVC Holdings trotz Krise eine Breitensport-Kampagne startet, von der sehr viele Sportler und Vereine profitieren werden. Es wäre schön, wenn es noch andere Konzerne und Unternehmen gäbe, die sich ähnlich stark im Breitensport engagieren würden. Für die Akzeptanz der Glücksspielbranche wäre das wahrscheinlich sehr nützlich.

Glücksspiel und soziales Engagement miteinander verbinden

In Deutschland gibt es eine große Tradition, das Glücksspiel mit sozialem Engagement zu kombinieren. Das beste Beispiel dafür ist Lotto. Beim Lotto werden gigantische Summen umgesetzt. Ein erheblicher Teil der Einnahmen beim staatlichen Lotto fließt in soziale Projekte. Es gibt aber auch private Anbieter, die sich sehr stark sozial engagieren. Ein spannendes Beispiel ist die Postleitzahlen-Lotterie von Novamedia. Aber auch gewinnorientierte Glücksspielanbieter wie die Gauselmann AG präsentieren regelmäßig neue Kampagnen und Engagements im sozialen Bereich. Es wäre schön, wenn sich in Zukunft noch mehr Konzern und Unternehmen aus der Glücksspielbranche im Breitensport engagieren würden. Auch in Deutschland gibt es viele Sportler und Vereine, die vor einer ungewissen Zukunft stehen, weil es im Moment nicht möglich ist, den Spielbetrieb in gewohnter Form fortzusetzen. Viele kleine Vereine haben derzeit Schwierigkeiten, die laufenden Kosten zu bezahlen. Wenn es nicht einen generösen Gönner im Verein oder im direkten Vereinsumfeld gibt, kann es schnell eng werden. Vielleicht wird auch der eine oder andere Glücksspielanbieter, der demnächst auf den neuen deutschen Online-Glücksspielmarkt kommt, das eigene Image mit Engagement im Breitensport aufpolieren. Ob und in welcher Form das stattfindet, bleibt aber abzuwarten. In jedem Fall wäre es keine schlechte Idee, Vereine in den unteren Spielklassen zu unterstützen.

Es ist wohl kein Zufall, dass sich GVC Holdings für den Fußball bei der aktuellen Breitensport-Kampagne entschieden hat. Der Fußball ist auch in England die wichtigste und populärste Sportart. Aber niemand sollte vergessen, dass es auch noch viele andere Sportarten gibt, vor allem wenn es um Breitensport geht. Basketball, Volleyball, Handball und Eishockey werden auch unterhalb der Profi-Ebene gespielt. Warum also nicht in diesen Bereichen ähnliche Breitensport-Kampagnen starten? Für Unternehmen, die es ernst meinen mit dem sozialen Engagement, gibt es immer viel zu tun. Der Breitensport ist für eine Gesellschaft wahrscheinlich viel wichtiger als der Profisport. Wenn Menschen sich mehrmals in der Woche treffen, um miteinander Sport zu treiben, trägt das viel zum sozialen Zusammenhalt bei. Auch die regelmäßigen Wettbewerbe mit anderen Clubs und Teams sind hilfreich und nützlich. Es zeigt sich beim Breitensport immer wieder, dass es möglich ist, auf sportlicher Ebene Kontakte zu knüpfen, die sich dann auch in andere Bereiche des Lebens ziehen. Ob GVC Holdings bei der aktuellen Breitensport-Kampagne auch diese Details im Blick hat, lässt sich aus der Ferne nicht beurteilen. Aber Fakt ist, dass nicht nur die britische, sondern auch die deutsche Gesellschaft ohne den Breitensport deutlich schlechter aufgestellt wäre. Somit ist es uneingeschränkt begrüßenswert, wenn sich Glücksspielkonzerne für den Breitensport engagieren.