Die Online Casinos in Großbritannien gehören zu den Gewinnern der aktuellen Krise. Eine Analyse der letzten Monate zeigt, dass es auch einige Herausforderungen für die Casino-Betreiber gab. Doch unter dem Strich konnten die Internet-Casinos in Großbritannien von ihrem besonderen Geschäftsmodell profitieren. Bevor wir zu den positiven Effekten in der aktuellen Krise für die Online Casinos kommen, soll nicht unerwähnt bleiben, dass es für viele Casino-Betreiber eine große Herausforderung war, die Krise zu bewältigen. Grundsätzlich haben Online Casinos den Vorteil, dass es sich um rein virtuelle Angebote handelt. Aber trotzdem müssen diese Angebote von echten Menschen produziert und betrieben werden. Deswegen war es in der Anfangszeit der Krise die wichtigste und größte Aufgabe, die Unternehmen hinter den Casinos so aufzustellen, dass der Betrieb der Online Casinos unter den neuen Rahmenbedingungen lückenlos funktionierte.

Probleme und Schwierigkeiten für Online Casinos in der Krise

UK Gambling CommissionGenauso wie viele andere Unternehmen haben auch die Casino-Betreiber einen großen Teil der Belegschaft ins Home-Office geschickt. Da die Produkte ausschließlich digital sind, ist das relativ einfach. Einige Mitarbeiter mussten im Büro bleiben, um die Technik zu kontrollieren und zu warten. Aber im Großen und Ganzen hatten es die Casino-Betreiber relativ leicht, die nötigen Anpassungen umzusetzen. Große Anbieter wie William Hill und Sky Bet haben sehr früh reagiert und die gesamte Struktur des Unternehmens an die neuen Vorgaben angepasst. Das Ergebnis ist, dass in Großbritannien kein einziges Online Casino vom Netz genommen werden musste. Alle Casinos konnten mit Kundenservice und vollem Programm lückenlos angeboten werden. Das ist eine große Leistung für die relativ junge Online-Glücksspielbranche. Aber das ist letztlich nur die Voraussetzung dafür, dass die Kunden am Ende die Casinos überhaupt nutzen können. Eine ganz andere Herausforderung kam von staatlicher Seite.

In Großbritannien hat es in der Krise diverse Verschärfungen bei der Glücksspiel-Regulierung gegeben. Nicht nur bei der UK Gambling Commission war man von Anfang an besorgt, dass die neue Situation dazu führen könnte, dass viele Menschen ohne Erfahrung plötzlich in Online Casinos spielen würden. Deswegen mussten die Casino-Betreiber relativ schnell strikte Maßnahmen umsetzen, um Probleme zu verhindern. Das ist insgesamt gut gelungen und mittlerweile gibt es eine große Debatte in Großbritannien darüber, ob die temporären Maßnahmen langfristig verlängert werden. Vieles spricht dafür, dass die Glücksspielanbieter in Großbritannien demnächst insgesamt deutlich strengere Regeln befolgen müssen. Die UK Gambling Commission hat die Chance genutzt, um in der Krise die Regeln zu verschärfen und nun ist es offensichtlich schwierig, zurück zur alten Regulierung zu kommen. Nicht zuletzt gibt es auch starke politische Interessen in Großbritannien, das Glücksspiel stärker als bisher zu regulieren. In den nächsten Monaten wird sich zeigen, ob die Krise ein Katalysator für eine strengere Glücksspiel-Regulierung war. Noch ist das letzte Wort nicht gesprochen, aber die langfristigen Aussichten für die Anbieter von Online-Glücksspielen in Großbritannien könnten getrübt werden durch eine erheblich strengere Regulierung. Auch in anderen Ländern, unter anderem in Schweden und Spanien, wurden diverse Maßnahmen ergriffen, um in der Krise die Nachfrage nach Online-Glücksspiel zu reduzieren. Ob das in Schweden und Spanien geglückt ist, lässt sich aktuell aufgrund fehlender Statistiken noch nicht abschließend beurteilen.

Online Casinos besonders gefragt in der Krise

Die Online Casinos hatten in der aktuellen Krise erhebliche Vorteile gegenüber der Konkurrenz. Die erste Konkurrenz für die Online Casinos sind die klassischen Spielhallen und Spielbanken. Auch in Großbritannien mussten die klassischen Beton-Casinos zeitweise schließen. Erst seit kurzer Zeit können diese Ladengeschäfte wieder Kunden empfangen. Es liegt auf der Hand, dass viele Besucher von Beton-Casinos in der Krise die Online Casinos als willkommene Alternative entdeckt haben. Detaillierte Statistiken fehlen noch, aber es ist davon auszugehen, dass viele Glücksspiel-Fans in den letzten Monaten zum ersten Mal überhaupt Online-Glücksspiele genutzt haben. Hinzu kommen die vielen Casino-Fans, die mehr Zeit als sonst hatten für ihr Hobby. Das gilt zum Beispiel für die Menschen, die vorübergehend überhaupt nicht arbeiten konnten, aber auch für die Menschen, die im Home-Office mehr Zeit für ihre Freizeitaktivitäten hatten als sonst. Die erschwerten Bedingungen in vielen anderen Bereichen führten letztlich dazu, dass die Online Casinos einen klaren Vorteil hatten. Viele Menschen hatten Zeit und die Online Casinos waren ohne Einschränkung verfügbar. Nicht nur in Großbritannien hat es diesen Effekt gegeben, sodass die Casino-Betreiber zum Teil erstaunlich große Umsätze registrieren konnten. Dieser Effekt hat sich mittlerweile weitgehend erledigt, da auch in Großbritannien ein Stück weit wieder Normalität eingekehrt ist. Aber viele Glücksspielanbieter dürfen sich darüber freuen, dass das erste Halbjahr trotz der erschwerten Umstände besser gelaufen ist als anfänglich gedacht. Das gilt allerdings vor allem für die Anbieter, die gut laufende Online Casinos im Programm haben. Die reinen Sportwettenanbieter hatten es auch in Großbritannien schwer im ersten Halbjahr.

Viele Glücksspielanbieter konnten steigende Umsatzzahlen im Casino-Bereich festzustellen. Das gilt zum Beispiel auch für William Hill. Der britische Glücksspielanbieter, der vor allem für Sportwetten bekannt ist, hatte im April 2020 beeindruckende 12,6 Millionen Nutzer, obwohl es kaum noch Sportwetten im Portfolio gab. Die Umsätze bei den Online-Buchmachern sind nicht komplett in den Keller gegangen, da es zu jedem Zeitpunkt irgendwo auf der Welt noch ein paar Events gab, die für Sportwetten geeignet waren. Ob schwedischer Amateurfußball oder weißrussische Profifußball: Für echte Sportwetten-Fans ist nur wichtig, dass es überhaupt einen sportlichen Wettbewerb gibt. Aber die Umsätze bei den Buchmachern waren doch deutlich niedriger als üblich, da die Bundesliga, die Premier League und all die anderen großen Wettbewerbe vorübergehend eingestellt werden mussten. Für die zahlreichen Sportwetten-Fans waren die Online Casinos neben Online-Poker eine wichtige Alternative. Bei vielen Glücksspielanbietern ist es sehr leicht, zwischen den unterschiedlichen Angeboten zu wechseln, da nur ein Konto nötig ist, um Sportwetten abzuschließen und Casino-Spiele zu nutzen. In vielen Fällen war nicht einmal eine zusätzliche Einzahlung nötig, da auf dem Kundenkonto oft noch Geld für Sportwetten vorhanden war. Es gibt viele kleine und große Gründe dafür, dass die Casino-Spiele im Internet im ersten Halbjahr 2020 einen erstaunlichen Boom erlebt haben. Die Frage ist nun, ob dieser Boom langfristige Auswirkungen hat oder ob die zahlreichen neuen Kunden geschlossen wieder in die Beton-Casinos abwandern. Das lässt sich seriös wahrscheinlich erst Anfang des kommenden Jahres beurteilen, wenn die kompletten Zahlen für das zweite Halbjahr vorliegen.

Auch in Deutschland profitieren Online Casinos von Krise

Die positiven Folgen der Krise, die viele Casino-Betreiber in Großbritannien registrieren durften, haben auch in Deutschland eine wichtige Rolle gespielt. Eine offizielle Glücksspiel-Regulierung ist zwar erst ab Mitte 2021 geplant. Aber aktuell werden die Online Casinos geduldet und deswegen können viele Glücksspiel-Fans nach wie vor in den hochwertigen Casinos mit EU-Lizenz spielen. Die Effekte, die dazu beigetragen haben, dass die deutschen Glücksspiel-Fans vermehrt Online-Glücksspiele im ersten Halbjahr genutzt haben, sind die gleichen Effekte wie in Großbritannien. Da es keine deutsche Glücksspiel-Regulierung gibt, konnte aber keine deutsche Glücksspielbehörde dafür sorgen, dass strengere Regeln umgesetzt werden. Allerdings mussten die Glücksspiel-Fans in Deutschland auf die beliebten Zahlungsmethoden VISA und PayPal verzichten. Der Rückzug dieser beiden Zahlungsanbieter hat jedoch nichts mit der aktuellen Krise zu tun. Es liegen noch keine detaillierten Zahlen für die Umsätze in Deutschland vor, aber es ist davon auszugehen, dass viele Online Casinos in Deutschland sehr gut durch die Krise gekommen sind. Genauso wie in Großbritannien mussten auch in Deutschland viele Glücksspiel-Fans für eine Weile zu Hause bleiben und hatten deswegen entsprechend viel Zeit, um online zu spielen. Auch bei den Videospielen, die ebenfalls unbeeinträchtigt blieben durch die Krise, gab es einen Aufschwung. Deswegen ist davon auszugehen, dass die Online Casinos insgesamt gute Geschäfte gemacht haben.

Seit die Fußball-Bundesliga in Deutschland wieder gestartet worden ist, hat sich die Situation für die Sportwettenanbieter normalisiert. Auf der anderen Seite werden wahrscheinlich die Casino-Umsätze durch die wieder verfügbaren Sportwetten etwas nach unten gegangen sein. Ob das die einzelnen Glücksspielanbieter aber hart getroffen hat, ist eine individuelle Frage. Es kann gut sein, dass sich die Umsätze nur ein bisschen verschoben haben und insgesamt der Umsatz wieder deutlich gestiegen ist durch die neu verfügbaren Sportwetten. Das Jahr 2020 ist ein außerordentlich spannendes Jahr für Analysten und Strategen. Die großen Konzerne und Unternehmen sollten sich detailliert anschauen, was genau passiert ist, um für die Zukunft besser gerüstet zu sein. Eine klare Erkenntnis steht schon jetzt fest: Online Casinos und Online-Poker sollte jeder Glücksspielanbieter im Portfolio haben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass in nicht allzu ferner Zukunft wieder eine Situation entsteht, in der nahezu alle Sportevents abgesagt werden müssen und keine Sportwetten mehr verfügbar sind. In der aktuellen Krise hat sich gezeigt, dass die Glücksspielanbieter, die gut aufgestellt sind im Bereich der virtuellen Glücksspiele, eine deutlich bessere Chance haben, gut durch die Krise zu kommen.