Da denkt man, man ist reich und muss plötzlich feststellen, dass das ein Trugschluss war. So erging es jedenfalls einem 54-jährigen Briten. Andrew Green wähnte sich schon als Online Blackjack-Millionär, und dann verweigerte ihm das Online Casino die Zahlung. Green zog daraufhin vor Gericht und gewann. Drei Jahre ist es jetzt her, dass der britische Staatsbürger Andrew Green Millionen beim Online Blackjack gewonnen hatte und ihm der Glücksspielanbieter Betfred anschließend die Auszahlung seines Gewinns verweigert hatte. Als Begründung gab dieser an, dass es sich dabei um einen Softwarefehler gehandelt haben soll und Mr. Green nicht den begehrten Jackpot von rund zwei Millionen Euro geknackt hätte. Das sah Andrew Green ganz anders und zog vor Gericht.

Brite gewinnt vor Gericht und erhält endlich seinen Millionen-Gewinn

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Nun hat ihm der High Court in London Recht gegeben und Betfred dazu verdonnert, seinem Kunden nicht nur den Gewinn auszuzahlen, sondern obendrein auch noch die angefallenen Zinsen für die letzten drei Jahre. Ende gut, alles gut, kann man in diesem Fall sagen, denn diese vergangenen Jahre waren für den Briten so nervenaufreibend, dass er sich manchmal gewünscht hat, er hätte diesen Rechtsstreit erst gar nicht angefangen. So wird er jedenfalls in einigen Medienberichten zitiert. Auch seine körperliche und seelische Gesundheit hätte in dieser Zeit enorm gelitten, sagte er in Interviews. „Der Champagner kann endlich vom Eis kommen und genossen werden,“ verkündete Andrew Green nun, nachdem der Londoner High Court ein Urteil in seinem Sinne ausgesprochen hat. Es fing alles im Jahre 2018 an. Damals gelang es Green bei einer Partie Online Blackjack den Jackpot zu knacken. Der Brite war überglücklich und fühlte sich fünf ganze Tage lang als neuer Millionär. Natürlich feierte er seinen Gewinn daraufhin auch ausgiebig mit Freunden sowie mit seiner Familie und verlängerte einfach kurzerhand auch noch den Überziehungskredit bei seiner Hausbank. Immerhin war er ja jetzt ein reicher Mann. Das glaubte er zumindest. Doch sein Reichtum existierte nur in der Theorie. Zunächst beglückwünschte ihn der Glücksspielanbieter Betfred zwar zu seinem grandiosen Gewinn, allerdings kam wenige Tage später anstatt der Auszahlung eine böse Überraschung.

Ein Mitarbeiter von Betfried meldete sich telefonisch bei Andrew Green und klärte ihn darüber auf, dass er quasi das Opfer eines Softwarefehlers wurde, der zum Zeitpunkt seines Spiels und seines Gewinns vorherrschte. Daher könne der Betreiber dem Briten die zwei Millionen Euro auch nicht auszahlen, bzw. lehne jeglichen Anspruch Greens auf den Gewinn ab. Nach dem ersten Schock beschloss der 54-Jährige, sich nicht so ohne weiteres abspeisen zu lassen. Es kam zu einem intensiven Schriftverkehr mit dem Online Casino, das seinen Sitz in Gibraltar hat und zu dem Glücksspiel-Unternehmen Petfre gehört. Irgendwann bot man Andrew Green dann die Summe von 60.000,- Britischen Pfund an, um den guten Willen des Unternehmens unter Beweis zu stellen. Dieses Angebt galt allerdings nur unter der Bedingung, dass er fortan die Sache auf sich beruhen ließe.

Millionen-Gewinn wird nun an den Briten ausgezahlt

Betfred hatte die Rechnung aber ohne Andrew Green gemacht. Er zog gegen das Online Casino sowie Petfre, die Mutter-Gesellschaft, vor Gericht und verklagte sie auf die Zahlung von zwei Millionen Euro zzgl. Zinsen. Im Gerichtssaal gaben die Angeklagten an, dass es nicht möglich war, das Spiel zurückzusetzen, da zu diesem Zeitpunkt ein Softwarefehler im System vorgelegen hätte. Aufgrund dieses mutmaßlichen Defekts sei es zu einer deutlich höheren Gewinnwahrscheinlichkeit gekommen. Darüber hinaus berief sich der Anwalt der beiden Unternehmen auf die Allgemeinen Geschäftsbedingungen, die einen solchen Fehler abdecken würden. Ein Sprecher des Betfred Casinos äußerte sich gegenüber der BBC folgendermaßen: „Herr Green hat den Jackpot dreimal gewonnen, während er ein Spiel spielte, das von einem unserer Drittanbieter bereitgestellt wurde. Der Lieferant meldete uns ein Softwareproblem und riet uns, die Zahlung zurückzuhalten.“ Die Richter waren jedoch nach der Lektüre der Allgemeinen Geschäftsbedingungen ganz anderer Ansicht. Sie vermissten die notwendige Transparenz im Wortlaut der einzelnen Klauseln und beschrieben sie darüber hinaus als nicht fair. Daher wäre es nicht möglich, dass sich Betfred auf die Geschäftsbedingungen beruft. Stattdessen sprach der Londoner High Court Andrew Green den Gewinn von zwei Millionen Euro zzgl. entfallener Zinsen zu.

Von einer Berufung sieht der Glücksspielanbieter ab. Er äußerte sich in einer Pressemeldung zu dem Urteil: „Wir möchten uns bei Herrn Green für die Verzögerung beim Erhalt seines Geldes entschuldigen." Andrew Green sagte laut Medienberichten unmittelbar nach der Urteilsverkündung, dass er sich fühle, „... als sei ihm eine große Last von den Schultern genommen worden.“ Darauf stieg auch der Anwalt des Briten, Peter Coyle, mit ein. Er gab sich hocherfreut – insbesondere für seinen Mandanten. Vor Pressevertretern sagte er, dass dieses Urteil „... anderen Hoffnung geben wird, die vielleicht denken, dass die großen und reichen ‚Jungs‘ immer gewinnen.“ Gemeinsam mit dem 54-jährigen Andrew Green hat er nun den Beweis angetreten, dass das eben nicht immer so sein muss. Wir gratulieren!