Caesars Entertainment, vorher bekannt als Eldorado Resorts, ist die größte Casino-Firma der Welt. Der bekannte Glücksspielkonzern hat den Kauf von Caesars Entertainment Corporation (CEC) bekannt gegeben. Für einen Kaufpreis von 17,3 Milliarden Dollar erwirbt Caesars Entertainment einen der großen Konkurrenten auf dem Casino-Markt. Schon vor der Krise war der aktuelle Deal beschlossen worden. Was noch fehlte, war die Zustimmung der Kartellbehörde. Mit der nun erfolgten Zustimmung ist der Kauf endgültig besiegelt. Die aktuellen Meldungen zur neuen größten Casino-Firma der Welt sind ein bisschen verwirrend auf den ersten Blick. Das liegt aber vor allem daran, dass die Firmennamen nicht immer korrekt verwendet werden. Zur Erklärung: Eldorado Resorts heißt mittlerweile Caesars Entertainment, Inc. Die gekaufte Firma trägt den Namen Caesars Entertainment Corporation (CEC). Deswegen ist es leicht, Verwirrung zu stiften.

Caesars Entertainment oder Eldorado Resorts – was denn nun?

Caesars PalaceAber entscheidend ist am Ende, dass Caesars Entertainment nun die größte Casino-Firma der Welt ist. Eine wichtige Rolle beim neuen Deal hat der bekannte Milliardär Carl Icahn gespielt, der an dem neu entstandenen Großunternehmen immerhin einen Anteil von zehn Prozent hält. In der aktuellen Krise wirkt es vielleicht ein bisschen befremdlich, dass große Unternehmen dazu in der Lage sind, einen Deal im Wert von 17,3 Milliarden Euro abzuwickeln. Aber auch wenn die Casinos in den USA im Moment eine schwierige Phase durchlaufen, spricht doch alles dafür, dass das Casino-Geschäft langfristig erfolgreich sein wird. Zudem haben die großen Glücksspielkonzerne in den letzten Jahrzehnten gewaltige finanzielle Reserven aufgebaut. Insofern ist es auch in einer schwierigen wirtschaftlichen Gesamtlage möglich, riesige Deals abzuwickeln. Zudem muss angemerkt werden, dass der Deal schon im letzten Jahr ausgehandelt worden ist, als noch niemand die jetzige Krise absehen konnte. Ein Kauf im Wert von 17,3 Millionen Euro, bei dem zwei große Unternehmen in einer Branche verschmelzen, ist zudem nicht ohne Zustimmung der zuständigen Kartellbehörde möglich. Die aktuelle Meldung zum Abschluss des Deals hängt direkt damit zusammen, dass die Kartellbehörde in New Jersey den ausgehandelten Kaufvertrag akzeptiert hat. Wenn ein derart großes Gesamtunternehmen durch einen Kauf entsteht, ist es wichtig, dass geprüft wird, ob die Marktmacht am Ende so groß ist, dass die Konkurrenz einen strukturellen Nachteil hat.

Die neue Casino-Firma Caesars Entertainment ist ein international aktives Unternehmen. Unter anderem gibt es auch in Großbritannien und Ägypten Niederlassungen. Aber das Hauptgeschäft von Caesars Entertainment findet in den USA statt. Durch die Verschmelzung der beiden großen Unternehmen ist es gelungen, vor allem den Marktanteil in den USA erheblich zu vergrößern. Aus strategischen Gründen ist das für Caesars Entertainment sehr wichtig. Immerhin kann Caesars Entertainment in Zukunft über Casinos in 16 verschiedenen Bundesstaaten verfügen. Unter anderem hat Caesars Entertainment Casinos in Maryland, Kalifornien, North Carolina, Arizona, New Jersey, Pennsylvania, Ohio, Illinois, Florida, Mississippi, Iowa, Louisiana, Missouri, Indiana, Colorado und Nevada. Insgesamt hat der neue Glücksspielkonzern 55 Casinos auf der ganzen Welt. Das ist eine beeindruckende Marktmacht, die auch eine gute Basis ist, um das Geschäft international auszubauen. Die aktuelle Krise ist irgendwann vorbei und dann gehört Caesars Entertainment zu den Unternehmen, die schon aufgrund der vorhandenen Substanz sehr schnell dazu in der Lage sein werden, neue Casinos zu bauen und bestehende Casinos zu erweitern. Auch für die Glücksspiel-Fans ist der Kauf spannend, denn Caesars Entertainment hat ein großes Treueprogramm, zu dem in Zukunft deutlich mehr Casinos gehören werden als bisher. Auch das könnte ein wichtiger Erfolgsfaktor sein, vor allem in den USA. Obwohl immer wieder davon die Rede ist, dass die Online Casinos die Zukunft sind, lässt sich doch nicht bestreiten, dass die landbasierten Casinos noch für lange Zeit gute Geschäfte machen können.

Unternehmensgröße ist wichtiger strategischer Faktor

Der weltweite Glücksspielmarkt ist in den letzten Jahren stark in Bewegung gekommen. Nicht nur in den USA hat es diverse Fusionen gegeben. Auch in Europa und Asien hat es viele spannende Veränderungen gegeben. Für die großen amerikanischen Glücksspielkonzerne war es lange Zeit schwierig, außerhalb der USA große Geschäfte zu machen. Aber nicht zuletzt durch die Macau-Casinos ist es zu einer starken Internationalisierung gekommen. Das Hauptgeschäft macht Caesars Entertainment aber auch in Zukunft in den USA. Das ist nachvollziehbar, denn der amerikanische Glücksspielmarkt ist riesig. In den deutschen Medien geht es fast immer um Las Vegas. Manchmal wird auch noch Atlantic City als wichtiger Casino-Standort genannt. Aber vielen Deutschen ist nicht bewusst, dass es auch in den USA unzählige kleine, mittlere und große Casinos außerhalb der großen Casino-Zentren gibt. Darüber hinaus gibt es auch noch die sogenannten Indianer-Casinos. Die Glücksspiel-Landschaft in den USA ist vielfältig, wobei es zum Teil sehr große Unterschiede zwischen den Bundesstaaten gibt. Fakt ist aber, dass ein gut aufgestellter Glücksspielkonzern wie Caesars Entertainment auch in Zukunft viele gute Gelegenheiten finden wird, mit den vorhandenen und den künftigen Casinos Geld zu verdienen. Der Bedarf nach Glücksspiel ist auf der ganzen Welt sehr hoch. In den USA wird dieser Bedarf vor allem durch zahlreiche Lotterien und landbasierte Casinos bedient. Die Größe ist für einen Glücksspielkonzern ein wichtiger strategischer Faktor, nicht nur, aber auch in Krisen.

In der aktuellen Krise zeigt sich überall auf der Welt, dass die großen Unternehmen und Konzerne in der Glücksspielbranche wesentlich besser aufgestellt sind als viele kleine Firmen. Das ist keine Überraschung, denn wenn ein großer Glücksspielkonzern wie Caesars Entertainment plötzlich auf einen großen Teil der Einnahmen verzichten muss, weil fast überall die Casinos geschlossen werden, gibt es genügend Substanz, um die fehlenden Einnahmen zu kompensieren. Im Zweifel hat Caesars Entertainment durch die 55 Casinos auch die Möglichkeit, Kredite in erheblichem Umfang zu bekommen. Eigene kleine Firma, die keinen großen Besitz vorweisen kann, wird sich hingegen schwer tun, bei einer Bank auch nur einen kleinen Kredit zu bekommen, um für ein paar Monate die laufenden Kosten zu finanzieren. Ein Effekt der aktuellen Krise wird wahrscheinlich sein, dass viele kleine Unternehmen der Casino-Branche vom Markt verschwinden werden. Dadurch können die großen Unternehmen ihre Marktmacht weiter ausbauen. Noch ist es zu früh für eine abschließende Analyse, zumal im Moment noch viele kleine Unternehmen durchhalten. Aber wenn im Laufe des Jahres die Situation nicht deutlich besser werden sollte für die Casinos, kann es gut sein, dass der eine oder andere Unternehmer in der Glücksspielbranche sich dazu entschließt, das Unternehmen zu schließen oder an einen größeren Konkurrenten zu verkaufen. Es ist kein Zufall, dass in nahezu allen Branchen große Firmen und Konzerne entstehen, die den Markt dominieren. Auch Konzerne können durchaus in Schwierigkeiten geraten, vor allem wenn viele strategische Fehlentscheidungen stattfinden. Aber generell gilt, dass Konzerne deutlich robuster sind als kleine und mittlere Firmen.

Caesars Entertainment hat keine Angst vor Online Casinos

Wenn ein Unternehmen der Glücksspielbranche 17,3 Milliarden Dollar ausgibt, um ein anderes Unternehmen zu kaufen, zeigt das schon, dass beide Unternehmen äußerst lukrativ sein müssen. Ansonsten würde es nicht um derart hohe Summen gehen. Die entscheidende Voraussetzung dafür, dass sich der Kauf lohnt, ist, dass Caesars Entertainment davon ausgeht, dass das Casino-Geschäft in den nächsten Jahrzehnten lukrativ bleibt. Die Chancen stehen gut, dass Caesars Entertainment mit dieser grundsätzlichen Prognose richtig liegt. Doch sollen nicht irgendwann die Online Casinos die Glücksspielbranche übernehmen? In den USA entstehen gerade die ersten großen Online Casinos, aber genauso wie in Europa erwartet derzeit niemand, dass die Online Casinos die landbasierten Casinos komplett ablösen werden. Standorte wie Las Vegas oder auch Atlantic City können aufgrund der Atmosphäre, der zahlreichen Restaurants und Shows etwas bieten, das ein Online Casino nicht zur Verfügung stellen kann. Der Online Casinos haben einige Vorteile gegenüber den landbasierten Casinos. Beispielsweise können Online Casinos auch in einer großen Gesundheitskrise ohne Unterbrechung betrieben werden. Aber dass die Online Casinos in naher Zukunft die landbasierten Casinos komplett ablösen werden, ist nicht zu erwarten. Zudem ist es auch vorstellbar, dass Caesars Entertainment demnächst in das Online-Glücksspiel investiert. Im Moment gibt es zum Beispiel Gerüchte, dass in Nevada demnächst Online Casinos zugelassen werden sollen. Das wäre dann auch für das größte Casino-Unternehmen der Welt eine gute Gelegenheit, in die Welt des Online-Glücksspiels im großen Stil einzusteigen.