Viele Staaten können sich mit dem Online Glücksspiel noch nicht so recht anfreunden und betrachten es eher aus der Distanz mit sehr viel Argwohn. Dazu gehörte bisher auch die griechische Regierung. Offensichtlich scheint aktuell ein Umdenken stattzufinden, denn es zeichnet sich dort gerade eine Liberalisierung des Online Glücksspiels ab. Könnte eine Legalisierung von Online Casinos und Online Sportwetten-Anbietern möglicherweise sogar zu einer Sanierung des maroden Staatshaushalts führen?

Ist die Legalisierung des Online Glücksspiels die Rettung für Griechenlands Staatshaushalt?

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In der Antike war der süd-ost-europäische Staat mit seinen zahlreichen Inseln im Ionischen und Ägäischen Meer überaus einflussreich und gilt selbst heute noch als Wiege unserer westlichen Zivilisation. Allerdings steht diese Wiege mittlerweile im Keller und staubt seit langem vor sich hin. Dieser Eindruck entsteht zumindest, wenn man sich die wirtschaftliche und politische Entwicklung Griechenlands der letzten Jahrzehnte einmal genauer ansieht. Die Staatskassen sind leer und es besteht dringender Handlungsbedarf. Nun könnte man meinen, dass die Legalisierung des Online Glücksspiels ein ausgesprochen lukratives Geschäft ist, das reichlich Geld in die staatlichen Kassen spülen könnte, doch die Umsetzung ist in der Praxis ausgesprochen kompliziert. Am Beispiel Deutschlands sieht man ganz deutlich, wie schwierig es für eine Regierung sein kann, eine zukunftsorientierte und akzeptable Regulierung für das Online Glücksspiel auf den Weg zu bringen. In der BRD wurden mehrfache Anläufe unternommen, bis endlich ein neuer Glücksspielstaatsvertrag formuliert und auf die Beine gestellt war, der nun am 1. Juli 2021 in Kraft treten soll. An diesem Punkt könnten die Griechen von den Deutschen lernen und die in der BRD gemachten Fehler nicht wiederholen. Hierbei müssen natürlich einige besondere Faktoren berücksichtigt werden. Griechische Spieler landen zum Beispiel häufig bei Online Casinos, die unseriös sind, und gegen deren Betreiber eine rechtliche Handhabe oft extrem schwierig ist. Nun geht es in Griechenland, wie überall auf der Welt, in erster Linie darum, zu gewinnen. Sofern der griechische Staat seriöse Online Casinos wie beispielsweise Karamba, Lapalingo oder Slotty Vegas legalisiert, dann kann er neben den Lizenzgebühren selbstverständlich auch Steuern erheben.

Demnach ist es nur allzu logisch, dass die Regierung inzwischen über eine Öffnung des Online Glücksspiel-Marktes für zuverlässige und seriöse Anbieter nachdenkt. Beschleunigt wird diese Überlegung auch durch die wachsende Digitalisierung, die insbesondere jetzt, während der anhaltenden weltweiten Gesundheitskrise, noch einmal an Bedeutung zunimmt. Auch wenn viele griechische Parlamentarier auf einen neuen Boom in der Tourismusbranche hoffen, ist die Digitalisierung in zahlreichen Bereichen des alltäglichen Lebens nicht mehr wegzudenken. Darüber hinaus zählt als weiteres Argument für eine Öffnung des Online Glücksspielmarktes der bereits eingangs erwähnte marode Staatshaushalt, der dem zusätzlichen Druck, der aufgrund der Gesundheitskrise entstanden ist, kaum noch standhalten kann – auch wenn man derzeit noch nicht von einem Staatsbankrott ausgehen muss, wie er 2015 drohte.   

Strenge Rahmenbedingungen für die Legalisierung des Online Glücksspiels

Die griechische Politik will sich in einigen Punkten ihrem deutschen Vorbild anpassen und „Online Spielbanken nicht einfach von der Leine lassen“. Eine klarer, vorgegebener Rahmen muss her. In der griechischen Presse ist zu lesen, dass derzeit über diverse Einschränkungen diskutiert wird, wie beispielsweise über die Einsätze pro Spielrunde, die nicht mehr als 2,- Euro betragen sollen, über ein vorgeschriebenes Zeitfenster pro Spiel und auch über Maximal-Gewinne pro Spiel. Demnach könnte dann ein griechischer Spieler höchstens 5.000,- Euro pro Spielrunde gewinnen. Allerdings fällt in diesem Fall das Einzahlungslimit weg. Hierbei wird dann doch ein Unterschied zur deutschen Regulierung sichtbar. Klar ist, dass der griechische Staat nun auch an dem seit Jahren anhaltenden Boom des Online Glücksspiels mitverdienen will. Doch wer sich um eine Lizenz aus dem Mittelmeerstaat bewerben will, der braucht vor allen Dingen eins: viel Geld. Sofern es „nur“ um das Angebot von Casinospielen geht, dann ruft die Athener Regierung zwei Millionen Euro auf. Wer Online Sportwetten anbietet, der muss nochmal eine Million Euro mehr berappen. Die Gebühr für eine solche Lizenz soll Insidern zufolge drei Millionen Euro betragen. Das ist wahrlich kein Pappenstiel und wird sicher den ein oder anderen Bewerber in die Flucht schlagen.

Aber das ist noch nicht alles, was sich die griechischen Politiker ausgedacht haben. Wer sich die Chance auf eine Lizenz erhofft, muss zunächst einmal eine Kaution hinterlegen. Spekulationen gehen dabei derzeit von rund 500.000,- Euro aus. Zudem sollte der Firmensitz des Betreibers in Griechenland liegen, zumindest aber in einem EU-Staat. Für den Standort des entsprechenden Servers ist Griechenland hingegen zwingend. Außerdem wird im Parlament gerade um ein Werbeverbot für Online Glücksspiel gerungen. Auf den ersten Blick lassen sich zwar deutliche Unterschiede zur Regulierung in Deutschland festmachen, allerdings bleiben die Szenarien unterm Strich sehr ähnlich. Das heißt: Wer sich nicht an die Vorgaben hält und auf den Deal einlässt, der fällt durchs Raster. Es ist davon auszugehen, dass sich insbesondere die großen und starken Anbieter auch in Griechenland etablieren wollen und um eine Konzession bemühen. Es wird in Zukunft vermutlich nicht mehr ausreichend sein, sich auf eine Lizenz aus Gibraltar, der Isle of Man oder von der Malta Gaming Authority zu verlassen, um auf dem griechischen Markt Fuß zu fassen.