In Frankfurt am Main gibt es demnächst eine neue Glücksspielsteuer. Mit der neuen Steuer möchte die Stadt von den Gewinnen, die mit Spielautomaten erzielt werden, profitieren. Die Casino-Betreiber und Spielhallen-Besitzer in Frankfurt sind nicht unbedingt begeistert über die neue Glücksspielsteuer, zumal den Online Casinos keine spezielle Steuer abverlangt wird.

5,5 Prozent Glücksspielsteuer in Frankfurt beschlossen

frankfurtDas Stadtparlament von Frankfurt hat sich dazu durchgerungen, eine besondere Steuer für Spielautomaten zu erheben. Ab dem 1. Juli 2020 müssen alle Automatenbetreiber in Frankfurt eine Steuer in Höhe von 5,5 Prozent bezahlen. Die Steuer wird auf der Basis des Spieleinsatzes erhoben. Wenn insgesamt zum Beispiel ein Einsatz von 100 Euro gesetzt wird, kassiert die Stadt 5,50 Euro Glücksspielsteuer. Für Automaten, die keine Gewinne ausschütten, ist die Steuer ein bisschen niedriger. In diesem Fall musste Automatenbetreiber dann nur 4 Prozent vom Spieleinsatz als Steuer bezahlen. Auf den ersten Blick mag es so scheinen, als ob die Stadt Frankfurt den Spielautomaten-Betreibern den Kampf angesagt hätte. Aber tatsächlich ist es eher so, dass vor allem die Berechnungsart der Steuer verändert worden ist. Auch bisher mussten die Automatenbetreiber schon Steuern bezahlen. Es kann zwar sein, dass der eine oder andere Automatenbetreiber mehr Steuer bezahlen muss als bisher. Aber die Stadt erwartet, dass das Steueraufkommen insgesamt etwa auf dem gleichen Niveau landen wird wie bei der vorherigen Berechnungsvariante.

Es ist nachvollziehbar, dass die Stadt Frankfurt eine Glücksspielsteuer hat. Mit dieser Glücksspielsteuer wird zum einen sichergestellt, dass zumindest ein Teil des Gewinns, der mit Glücksspielen erzielt wird, der Allgemeinheit zugutekommt. Zum anderen ist die Besteuerung auch ein gutes Hilfsmittel, um direkten Zugriff auf die Spielautomaten zu bekommen. Das Steueramt verfügt durch die Glücksspielsteuer über die nötigen Berechtigungen, sämtliche Spielautomaten in der Stadt zu kontrollieren. In der Vergangenheit hat dies schon mehrfach dazu geführt, dass Spielautomaten, die nicht den gesetzlichen Regeln entsprachen, aus dem Verkehr gezogen werden konnten. Die Stadt Frankfurt ist nicht zimperlich, wenn Automaten gefunden werden, die an den Gesetzen vorbei betrieben werden. In der Regel findet eine vollständige Zerstörung statt, sodass die Automaten auch an anderer Stelle nicht mehr genutzt werden können. Eine umfassende Kontrolle ist nötig, damit das Steueramt feststellen kann, ob die Steuern in der geforderten Höhe beglichen werden. Wenn demnächst die neue Glücksspielsteuer gilt, muss das Steueramt zum Beispiel überprüfen, ob die Spielautomaten die Umsätze richtig aufzeichnen. Das ist die entscheidende Voraussetzung dafür, dass die Steuer korrekt berechnet werden kann.

Münzautomaten-Verband findet Glücksspielsteuer fair

Der Münzautomaten-Verband in Hessen hat sich positiv zum neuen Glücksspielsteuer geäußert. Aus Sicht von Michael Wollenhaupt, dem Vorsitzenden des Verbandes, ist die neue Regelung fair. Eine gewisse Skepsis gibt es noch hinsichtlich der Aussage der Stadt, dass für die meisten Steuerzahler die neue Glücksspielsteuer aufkommensneutral sei im Vergleich mit der alten Regelung. Ob das wirklich der Fall sein wird, wird sich erst zeigen, wenn die ersten Steuerbescheide bei den Automatenbetreibern ins Haus flattern. Zumindest aber ist eine klare und faire Regelung geschaffen worden, mit der jeder Automatenbetreiber kalkulieren kann. Das ist sehr wichtig, denn nur mit einer vernünftigen Kalkulation ist es möglich, einen legalen Spielautomaten wirtschaftlich erfolgreich zu betreiben. Viele Glücksspiel-Fans glauben, dass die Automatenbetreiber sich eine goldene Nase verdienen würden. Aber das ist nur sehr bedingt der Fall, denn die Auszahlungsquote ist bei modernen Slots relativ hoch. Deswegen ist eine Steuer in Höhe von 5,5 Prozent keineswegs unerheblich.

Die Auszahlungsquoten der Spielautomaten in Spielhallen und Spielbanken liegen meist nicht ganz auf dem Niveau der Online-Slots. Im Internet liegen die Auszahlungsquoten bei den Top-Automaten in der Regel zwischen 95 und 98 Prozent. An diesen Zahlen wird deutlich, dass Online Casinos nicht mehr wirtschaftlich betrieben werden könnten, wenn eine Glücksspielsteuer in Höhe von 5,5 Prozent verlangt würde. Oder aber die Auszahlungsquoten müssten nach unten korrigiert werden. Ein ähnliches Problem gibt es übrigens bei der Wettsteuer, die jeder Buchmacher bezahlen muss. Die Online-Buchmacher lassen sich die Wettsteuer in der Regel über eine Gebühr von den Kunden finanzieren, da auch bei Sportwetten die Auszahlungsquote meist deutlich über 90 Prozent liegt. Für die Spielhallen-Betreiber sollte es relativ leicht sein, die neue Glücksspielsteuer zu begleichen. In der Regel haben die Automatenbetreiber die Möglichkeit, die Auszahlungsquote so zu korrigieren, dass am Ende ein Gewinn übrigbleibt. Für die Glücksspiel-Fans, die eine möglichst hohe Auszahlungsquote bei den Slots-Abenteuern haben möchten, gilt ohnehin schon seit vielen Jahren, dass Online Casinos die eindeutig bessere Wahl darstellen. Das wird sich aller Voraussicht nach auch in Zukunft nicht ändern, denn es gibt ein paar wichtige strukturelle Unterschiede zwischen Online Casinos und Spielhallen bzw. Spielbanken.

Glücksspielsteuer gilt nicht für Online Casinos

Die Casino-Betreiber, die online unterwegs sind, müssen derzeit keine Steuer in Frankfurt oder irgendwo anders in Deutschland zahlen. Das wird von vielen Experten als Manko beschrieben, denn die Online Casinos machen zum Teil riesige Umsätze und müssen trotzdem keine Steuern an den deutschen Fiskus bezahlen. Das könnte sich aber bald ändern, denn ab Mitte 2021 gibt es einen neuen Glücksspielstaatsvertrag. Mit der Regulierung der Online Casinos, die bereits beschlossen ist, wird auch eine Besteuerung der Umsätze in Online Casinos wahrscheinlicher. Viele Experten gehen davon aus, dass es eine ähnliche Regelung wie bei der Wettsteuer geben wird. Aber in den Online Casinos könnte das genauso wie bei den Online-Buchmachern dazu führen, dass das Geschäft theoretisch unwirtschaftlich wird. Vielleicht müssen die Kunden dann in der Praxis auch damit leben, dass vom Gewinn eine Gebühr in Höhe der künftigen Glücksspielsteuer für Online Casinos abgezogen wird. Wenn alles gut läuft, wird es aber zumindest eine einheitliche Steuer für ganz Deutschland geben. Es ist jedoch auch nicht völlig undenkbar, dass je nach Bundesland unterschiedliche Steuerregelungen gelten werden. Aufgrund des Föderalismus ist in Deutschland auch beim Glücksspiel leider vieles möglich, was in anderen Ländern unvorstellbar ist.

Derzeit profitieren die Casino-Spieler, die im Internet aktiv sind, in jedem Fall noch davon, dass die Anbieter keine Glücksspielsteuer bezahlen müssen. Deswegen können die Casino-Besucher von den hohen Auszahlungsquoten optimal profitieren. Doch nicht nur hinsichtlich der Auszahlungsquoten sind Online Casinos klar vorne. Auch bei der Spiele-Auswahl schwingt das Pendel eindeutig zugunsten der Online-Anbieter. Selbst in großen deutschen Spielbanken gibt es nicht einmal ansatzweise so viele Spielautomaten wie zum Beispiel im beliebten Dream Vegas Casino. Es gibt keine Statistik darüber, ob in Frankfurt höhere Umsätze in Online Casinos oder in Spielhallen und Spielbanken gemacht werden. Aber bekannt ist, dass das Online-Glücksspiel mittlerweile bundesweit ein Milliardengeschäft ist. Im Vergleich dazu: Die neue Glücksspielsteuer wird eine alte steuerliche Regelung ersetzen, die der Stadt Frankfurt im letzten Jahr Einnahmen in Höhe von 16,3 Millionen Euro gebracht hat.