Die internationale Glücksspiel-Branche beschäftigte im Geschäftsjahr 2019 rund 50 Prozent weibliche Mitarbeiter. Dies besagt eine Studie über Diversität im Glücksspiel-Sektor von All-In Diversity Project (AiDP), deren abschließender Bericht soeben veröffentlicht wurde. Im direkten Vergleich zum Jahr 2018 sei zwar der Anteil der Frauen in diesem Geschäftszweig mehr oder weniger gleich geblieben, allerdings musste auf den Führungsebenen ein deutlicher Rückgang verzeichnet werden. Für eine Kooperation bei dieser weltweiten Studie hatte die Organisation AiDP insgesamt 26 führende Unternehmen aus der Glücksspielbranche gewinnen können. Darunter waren u.a. auch das kanadische Unternehmen Sky Betting & Gaming, die britischen Konzerne International Game Technology IGT, GVC Holdings sowie Sports Information Services SIS und die schwedische Betsson Group.

Zahl der Frauen in Aufsichtsräten schrumpft

Online Spielbank FrauenDer AiDP-Studie zufolge sind insgesamt 46,7 % der Mitarbeiter in der Glücksspielindustrie weiblich. Mit etwa 40,8 % sind Frauen in den Vorständen der Konzerne vertreten, die an dieser Befragung teilgenommen haben. Bei den weiblichen Mitgliedern in den Aufsichtsräten ist hingegen ein Rückgang um 5,5 % im Vergleich zum Vorjahr zu verzeichnen. Hier liegt im Jahr 2019 der Anteil lediglich noch bei 22,5 %. Bei den Gehältern verhält es sich ähnlich. In beinahe allen Gehaltsstufen haben die Männer im letzten Jahr deutlich besser abgeschnitten, als ihre weiblichen Kolleginnen in der Glücksspiel-Branche. Rund 25 Prozent der männlichen Beschäftigten verdiente über 50.000,- US Dollar. Die Frauen kamen nur auf einen Anteil von 12 Prozent. 2018 war eine solche Kluft zwischen den Geschlechtern nicht zu spüren und das Verhältnis noch viel ausgewogener. GVC Holdings, ein Glücksspiel-Konzern, der zu den Branchenführern in Großbritannien gehört und vor kurzem seinen Firmennamen in Entain geändert hat, hat nicht nur an der Studie von AiDP teilgenommen, sondern engagiert sich bereits seit 2017 für diese Non Profit Organisation, für Inklusion und für Diversität. GVC, bzw. Entain gehört zu den Gründungsmitgliedern von All-In Diversity Project, ebenso wie u.a. Microgaming, Paddypower Betfair, IGT, Caesar‘s Entertainment, Gaming Innovation Group (GIG), Kindred Group, Scientific Games und die Betsson Group. Das heutige Entain ist stolz darauf, im aktuellen Jahr 2020 seinen Anteil an weiblichen Beschäftigten in Führungspositionen auf 40,3 Prozent erhöht zu haben.

Erhebungen für 2020 durch weltweite Gesundheitskrise beeinflusst

Auch wenn der Studie akribische Untersuchungen zugrunde liegen, seien manche der erzielten Ergebnisse „mit Vorsicht zu genießen“, lässt AiDP wissen. Es sei durchaus möglich, dass sich einige Zahlen ergeben haben, weil die Studie im Jahre 2019 auch auf „überwiegend männliche Märkte“ erweitert wurde, wie beispielsweise Südamerika und die USA. Kelly Kehn ist AiDP-Mitbegründerin und on top Global Relationships Director bei der Sports Betting Community der New York University. Sie sagt: „Wir glauben, dass eine jährliche Umfrage in der Branche eine der wichtigsten Möglichkeiten ist, um weltweit echte Fortschritte zu erzielen. Wir sind allen Teilnehmern dankbar, die sich sowohl für ihren eigenen Fortschritt als auch für die allgemeine Verbesserung der Branche engagieren.“ Aktuell geht das AiDP davon aus, dass die Umfrage-Ergebnisse zur Diversität in der Glücksspielbranche für das Jahr 2020 sehr stark von der weltweit anhaltenden Gesundheitskrise beeinflusst werden. Die Organisation hat die Arbeit an einem entsprechenden Bericht bereits begonnen und lädt nun alle interessierten Angehörigen dieses Geschäftszweiges dazu ein, sich an einer Umfrage zu beteiligen, die über die Website von All-In Diversity Project zugänglich ist. Veröffentlicht werden sollen diese Ergebnisse dann bereits im Januar 2021.

Vielfalt, bei der es nicht nur um Statistiken und Quoten geht

Im Jahr 2017 wurde das All-In-Diversity-Projekt gestartet, um international Fortschritte in Bezug auf Diversität, Inklusion und Gleichstellung am Arbeitsplatz in der Glücksspielindustrie zu erzielen. Das überzeugendste dieser Tools ist die Datenerfassung, -messung und das Benchmarking der Fortschritte für die gesamte Branche in den jeweiligen Jahresberichten – All Index genannt. Finanziert wird die Organisation von zahlreichen Glücksspiel-Unternehmen, die sich zum Ziel gesetzt haben, nicht nur die Produkte ständig zu verbessern sondern auch das Image und die Arbeitsbedingungen für ihre Mitarbeiter. Sie alle sind überzeugt davon, dass Veränderungen am effektivsten von der Branche selbst kommen, und das Fortschritt am besten durch die Kombination aus Zusammenarbeit, Geschäftspraxis und solider Erfahrung entsteht. Claudia Ginex, Director of People Operations bei der Gaming Innovation Group (GIG), ist ganz begeistert von dem Projekt und sagt: „Die Teilnahme an der All-Index-Initiative war von wesentlicher Bedeutung, um das Bewusstsein für die Bedeutung der Vielfalt im Unternehmen zu schärfen. Die Möglichkeit zu haben, unsere Herausforderungen mit anderen Unternehmen und Vordenkern der Branche zu teilen, ist von unschätzbarem Wert und hilft, sich auf die Bereiche zu konzentrieren, in denen Verbesserungen erforderlich sind. Ich würde der gesamten Branche empfehlen, sich dieser Initiative anzuschließen, um uns zu befähigen, etwas zu bewirken und den Wandel hin zu einem besseren Arbeitsumfeld voranzutreiben, in dem es bei Vielfalt nicht nur um Statistiken und Quoten geht, sondern um einen echten Wert, der im Mittelpunkt unseres Handelns steht.“