In Deutschland ist er nun da, der große Umbruch auf dem Glücksspielmarkt. Von manchen sehr begrüßt das es in Deutschland bald legal wird zu spielen, von anderen noch immer kritisch beäugt. Die Neuordnung findet statt und mit ihr auch eine rechtliche Sicherheit. Es war ein langer und steiniger Weg, voller Hindernisse, Diskussionen und Aufregungen. Doch damit steht die Bundesrepublik nicht allein da, wie ein Blick auf die westlichen Nachbarn und deren staatlichem Umgang mit dem Glücksspiel zeigt. Denn auch in den Niederlanden, Belgien, Luxemburg und Frankreich kam es im letzten Jahr zu einigen umgreifenden Veränderungen in den Glücksspielverordnungen. Dabei legte jedes Land andere Schwerpunkte. Zum einem steht der Spielerschutz an vorderster Stelle, zum anderen geht es um eine offenere Regulierung und Erweiterung des Angebotes. Es lohnt sich also auch mal einen Blick über die Grenzen zu werfen und zu schauen, wie die Entwicklungen bei unseren Nachbarn verlaufen sind. 

Online Casino | Umgreifende Veränderungen in den Niederlanden 

Umgreifende und bahnbrechende Veränderungen gab es im letzten Jahr im Königreich Niederlande. Im Februar 2019 beschloss das niederländische Parlament erstmalig Online Casinos und Online Buchmacher einem Regelwerk zu unterstellen, damit nationale und internationale Anbieter ihre Produkte zukünftig in einem geordneten rechtlichen Rahmen zur Verfügung stellen können. Dafür können nun Lizenzen beantragt werden, deren Vergabe und Kontrolle der Kansspelautoriteit (KSA) unterliegt. Und diese legt einen besonderen Wert auf Spielerinnen- und Spielerschutz. Es wird z.B. strenge Einlasskontrollen für die Online Casinos geben, d.h. es dürfen wirklich nur Volljährige an Glücksspielen im Internet teilnehmen. Zudem müssen Präventionsmaßnahmen getroffen werden, um „spielsüchtige“ Spielerinnen und Spieler zu schützen. Zu diesen gehört auch eine permanente Schulung der Mitarbeiter der Portale und Anbieter. Um kriminelle Energien im Hintergrund der Betreiber zu verhindern, dürfen nur solche Personen oder Firmen eine Lizenz beantragen, die keine Verbindungen zu Personen mit kriminellen oder steuerlichen Vergehen aufweisen. Dabei ist dies sicherlich nur ein Aspekt der neuen Verordnung, denn es geht natürlich auch um viel Geld, welches dem niederländischen Staat bisher verloren gegangen ist. Bisher hatte nur der staatliche Konzern „Holland Casino“ das alleinige Recht ein Angebot für Online Casinos zur Verfügung zu stellen. Dies bedeutete aber, dass viele Spielerinnen und Spieler, die mit dem Angebot nicht zufrieden waren, auf Online Angebote von anderen Anbietern, die ihren Sitz außerhalb der Niederlande haben, ausgewichen sind und somit dem Staat erhebliche Steuereinnahmen verloren gingen. Man schätzt, dass z.B. der gesamte Glücksspielsektor des Landes im Jahr 2018 einen Umsatz von 2.08 Milliarden Euro erwirtschaftete, wobei ein Großteil, circa 600 Millionen Euro, auf Angebote von nicht niederländischen Anbietern fällt. Tendenz steigend. Und dies soll nun eingedämmt werden. Dass eine rege Nachfrage besteht, zeigt das starke Interesse an Lizenzen, für die sich Firmen inzwischen bewerben können. Und selbst ein Steuersatz von 21,9 % auf alle online generierten Umsätze scheint nicht abschreckend zu sein. Sander Dekker, der Minister für Rechtsschutz, erklärte zur Einführung des neuen Gesetzes: „Wir sehen, dass die Gesellschaft immer digitaler wird und das derzeit über eine halbe Million Niederländer ungeschützt am Online Glücksspiel teilnehmen. Dies beinhaltet große Risiken in Bezug auf Spielsucht und betrug. Ich bin glücklich, dass wir den Menschen nun die Gelegenheit geben können, online auf eine verantwortungsvolle Weise zu spielen.“

Roulette in Frankreich verboten

Benelux und Frankreich CasinosDer französische Staat hat ernst gemacht. Das, was die Regierung Macron schon bei ihrem Amtsantritt verkündet hatte, ist im Bereich des Glücksspiels im letzten Jahr eingetreten. Nämlich eine Privatisierung. Die seit jeher staatlich geführte Lotterie des Landes, die Française des Jeux (FDJ), an welcher der Staat vor der Privatisierung 72% Anteile hielt, befindet sich nun hauptsächlich in privatwirtschaftlicher Hand. Frankreich hält nur noch 21% Anteile. 

Dieser Schritt wurde in unserem Nachbarland heftig diskutiert, zumal damit auch eine Ausweitung der Glücksspielaktivitäten der FDL verbunden war. Offiziell erlaubt sind Sportwetten, Pferdewetten und Poker. Alle anderen Formen des Glücksspiels wie z.B. Black Jack, Baccarat oder Roulette bleiben wegen zu hoher Suchtgefahr weiterhin verboten. Beim Poker, so die Argumentation, könne man immerhin mit einer Strategie den Verlauf des Spieles beeinflussen. Insgesamt drei Institutionen regeln nun den Glücksspielmarkt in Frankreich, nämlich Francaise des Jeux, ARJEL und Pari Mutuel Urbain. Die Francaise des Jeux reguliert Wetten und Lotterien, ARJEL reguliert ausschließlich Online Glücksspiele und Pari Mutule Urbain konzentriert sich auf Pferdewetten. 

Landbasierte Casinos in Belgien und Luxemburg

In Belgien und Luxemburg ist man besorgt. Besorgt um das illegale Glücksspiel und deswegen unternimmt man etwas dagegen. Mit vielen Restriktionen, vielen Gesetzen und Appellen. In Luxemburg herrschen mit die strengsten Gesetze in Bezug auf das Glücksspiel. Erlaubt sind einzig Lotterieprodukte der staatlichen Lotterien und landesbasierte Glücksspiele im einzigen Casino des Landes: Casino 2000. Nicht ganz so eng sieht man es beim Nachbarn in Belgien. Dort wurden die Gesetze, die vormals eine ähnlich restriktive Haltung aufwiesen, etwas gelockert, sind aber im Vergleich zu anderen europäischen Staaten immer noch sehr streng. So sind die Anzahl der Lizenzen für stationäre Casinos und Spielstätten sehr beschränkt auf neun bzw. 180. Um aber eine Lizenz für ein Online Casino zu erwerben, muss man zuerst einmal im Besitz einer Lizenz für ein stationäres Casino sein, d.h. in der Praxis, dass z.B. PokerStars.be mit dem wallonischen Casino Namur zusammenarbeitet. 

In beiden Staaten hat man aber auch ein gemeinsames Interesse und zwar den Kampf gegen illegal aufgestellte Spielgeräte in Cafés, Restaurants und anderen gastronomischen Einrichtungen. Diese sollen nun durch verstärkte Kontrollen, strenge Gesetze und mehr Auflagen eingedämmt und im besten Fall vollständig eliminiert werden. 

Also das Glücksspiel bewegt auch unsere Nachbarn im Westen, und ähnlich wie in Deutschland werden vielfältige Diskussionen geführt. Wobei jedes Land seine individuelle Lösung anstrebt bzw. bereits umgesetzt hat - mit einem mehr oder weniger anderen Fokus. Aber auch wie bei uns wird man sicherlich die Entwicklung im Auge behalten und wenn es notwendig sein sollte, entsprechende Maßnahmen vornehmen. 

Letztes Update am 21.02.2020
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