Die Beliebtheit von sozialen Netzwerken bricht nicht ab. Eher im Gegenteil! Dieser Popularität ist auch die Entwicklung vollkommen neuer Online Games zu verdanken. Vor gut zehn Jahren startete Facebook mit Candy Crush, FarmVille und Mafia Wars einen wahren Hype. Trotz großer Unterschiede bei diesen Spielen haben sie auch einiges gemeinsam. Alle verfügen über eine soziale Komponente, sind nicht sonderlich kompliziert aufgebaut und lassen sich sowohl am PC als auch auf dem Smartphone spielen. Der soziale Aspekt liegt beispielsweise darin, dass man seine Erfolge auf Facebook teilen kann oder dass man eine Art Battle mit anderen Spielern hat. Der Erfolg ließ nicht lange auf sich warten, und die Entwickler dieser Social Games fanden schnell Wege, um mit ihren Innovationen auch bares Geld zu verdienen. So ermöglichten sie den Spielern Geld in dieser virtuellen Welt auszugeben, indem sie alle möglichen Artikel und Produkte dazu kaufen konnten, die das Spielen interessanter gestalten. Schnell wurden aber auch Kritiker auf den Plan gerufen, die diese Neuerungen mit Glücksspiel gleichsetzten. So ganz zu Unrecht kamen die Vorwürfe nicht. Immerhin schienen sich die Entwickler dieser Social Games das ein oder andere in der Glücksspielbranche abgeguckt zu haben.

Ewiger Streitpunkt: Lootbox!

Online Casino SpielenIn-Game-Artikel heißen die Produkte, die man bei zahlreichen Social Games dazu kaufen kann. Mit Glücksspiel hat das nicht direkt etwas zu tun. Sofern man im Spiel-Shop etwas kauft, dann erhält man in der Regel einen festen Betrag. Dieser ist meist in einer virtuellen Währung. Damit kann man dann zu einem Festpreis Ausrüstungen, Upgrades und sogenannte Erfahrungspunkte erwerben. Durch Lootboxen wurde dieses Prinzip von einigen Herstellern abgewandelt. Lootboxen sind virtuelle Kisten, in denen sich ein unbekannter Artikel befindet. Mit diesem besteht die Chance, wenn auch nur eine geringe, sich einen großen Vorteil im Spiel zu verschaffen. Meist handelt es sich bei dem Artikel jedoch nur um einen eher mittelmäßigen virtuellen Gegenstand, der häufig mit einer Art Trostpreis verglichen wird und gerade mal die Anschaffung der Lootbox rechtfertigt. Im Prinzip verhält es sich bei den Lootboxen wie bei einer Lotterie. Fatal wird es dann, wenn Spieler tausende von Euros in den Erwerb von Lootboxen stecken, weil sie hoffen, irgendwann auf eines der ganz besonders begehrten Artikel zu stoßen. In diesem Fall sind die Parallelen zum Glücksspielmarkt natürlich nicht zu übersehen. In manchen Ländern stufen die Gesetze diese Lootboxen noch nicht als Glücksspiel ein, in anderen hingegen haben die Gesetzgeber bereits reagiert. Ihnen geht es darum, den Einsatz der Lootboxen sehr stark einzuschränken um insbesondere Jugendliche zu schützen. Lootboxen komplett verboten haben inzwischen die Niederlande und Belgien. Sie sind allerdings nicht das einzige im Social Gaming, das stark an das ganz normale Glücksspiel erinnert.  

Online Casinos und Social Casino Gaming

Auch im Social Gaming gibt es Casino Spiele. Bei oberflächlicher Betrachtung unterscheiden sie sich erstmal nicht von denen, die man in jedem Online Casino findet. Auch hier gibt es die beliebten Slots sowie alle möglichen Varianten von Poker oder Roulette. Nur für das Social Gaming mussten diese Spiele zunächst einmal an die speziellen Social Media-Regeln angepasst werden. Wer sich einmal an einem solchen Casino Spiel versucht, der wird schnell feststellen, dass hier etwas ganz anders ist, als in einem normalen Online Casino. Niemand muss Geld einzahlen, um spielen zu können. Dadurch ist man allerdings noch nicht in einem neuen Spielgenre, denn viele seriöse Online Casinos bieten ebenfalls jede Menge Freispiele an. Den Unterschied bemerkt aber spätestens dann, wenn es ums Gewinnen geht. In jedem Online Casino erhält man ein Guthaben aus echtem Geld, dass man sich auch auszahlen lassen kann. Deutlich komplizierter ist das beim Social Gaming. Man bekommt erstmal nur Spielgeld, damit man weiterzocken kann. Allerdings besteht auch eine Chance auf Sach- und Geldpreise, zum Beispiel bei Turnieren. Hier können die erfolgreichsten Spieler tatsächlich auch richtiges Geld gewinnen. Theoretisch ist es sogar möglich, einen hohen Preis zu kassieren, ohne an irgendeinem Zeitpunkt Geld eingesetzt zu haben. Wie gesagt: theoretisch.

Eine nicht leicht zu beantwortende Frage

Es ist gar nicht so einfach die Frage klar zu beantworten, ob Social Gaming nun dem Glücksspiel zuzuordnen ist oder nicht. Klar ist allerdings, dass endlos viele Social Games existieren, die in dieser Kategorie keinesfalls etwas zu suchen haben, da sie komplett umsonst sind. Selbst wenn die Spieler es wollten, sie hätten gar keine Möglichkeit Geld auszugeben. Mit Glücksspiel verwechseln sollte man auch keinesfalls Spiele, bei denen man Gegenstände oder Artikel zu einem Festpreis erwerben kann. Dies gilt natürlich nicht für Lootboxen und auch nicht für einige Social Casino Games. Hier sind die Parallelen zum Glücksspiel einfach zu deutlich, da Geld eingesetzt wird, um die individuellen Gewinnchancen nach oben zu treiben. Selbst wenn der Erwerb von Lootboxen nicht zu Geld- oder Sachpreisen führt, so hat doch der Sieg im Spiel für viele Gamer einen ähnlichen Stellenwert wie ein Sachpreis. Beim Social Casino ist die Situation noch eindeutiger, da hier mitunter reale Gegenstände gewonnen werden können.