Paul Gauselmann, der CEO der Gauselmann-Gruppe, hat ein Problem. Die Spielhallen-Wiedereröffnung in Großbritannien läuft nicht wunschgemäß. Zwar dürfen viele Geschäfte wieder Kunden empfangen, aber die Spielhallen-Betreiber müssen noch warten. Die Gauselmann-Gruppe ist der größte deutsche Glücksspielkonzern. Schon seit vielen Jahren prägt Paul Gauselmann die deutsche Glücksspielszene. Mit den berühmten Merkur-Spielotheken und den legendären Merkur-Slots ist Gauselmann Milliardär geworden. Die Gauselmann-Gruppe ist längst ein international aufgestellter Konzern. Ein wichtiges Standbein für den Glücksspielanbieter ist Großbritannien. In Großbritannien betreibt die Gauselmann-Gruppe zahlreiche Spielhallen und beliefert viele Spielhallen mit Slots.

Gauselmann schreibt Brief an Boris Johnson

Merkur Online Casino Gaming

Auch in Großbritannien gilt, dass trotz moderner Online Casinos nach wie vor viele Glücksspiel-Fans die klassischen Spielhallen bevorzugen. Doch in der aktuellen Gesundheitskrise müssen die Betreiber der Spielhallen leiden, nicht nur in Deutschland, sondern auch in Großbritannien. In Großbritannien sind seit Monaten die Spielhallen geschlossen. Zwar gibt es Licht am Ende des Tunnels, aber es könnte noch eine ganze Weile dauern, bis die Spielhallen in Großbritannien wieder öffnen. Der aktuelle Plan sieht vor, dass zunächst viele andere Branchen Wiedereröffnung feiern dürfen. Einen festen Termin für die Wiedereröffnung der Spielhallen gibt es hingegen nicht. Das bringt Paul Gauselmann auf die Palme. Deswegen hat der selbstbewusste Unternehmer nun einen Brief an Boris Johnson geschrieben, um auf die Problematik der Spielhallen hinzuweisen. Für Paul Gauselmann und die Gauselmann-Gruppe geht es in Großbritannien um viel Geld. Insgesamt hat der Konzern in Großbritannien 174 Standorte. Derzeit liefern diese Standorte keine Einnahmen, aber die Kosten sind hoch. Die Gauselmann-Gruppe hat im letzten Jahr zum ersten Mal überhaupt einen Verlust eingefahren. Auch das Jahr 2021 könnte unangenehm werden, denn in vielen Ländern könnte es bis zur Öffnung der Spielhallen noch länger dauern als in Großbritannien. Für Paul Gauselmann ist das ein Skandal, denn aus Sicht des Unternehmers ist nicht nachvollziehbar, dass andere Branchen öffnen dürfen, aber die Glücksspielbranche warten soll. Nicht nur in Deutschland, sondern auch in Großbritannien hat die Gauselmann-Gruppe im Laufe des letzten Jahres viel investiert, um streng Hygienevorschriften umsetzen zu können.

Deswegen sieht Paul Gauselmann keinen Grund, angesichts der insgesamt positiven Entwicklung in Großbritannien, die Spielhallen weiter geschlossen zu halten. Wie dramatisch Paul Gauselmann die Situation einschätzt, wird daran deutlich, dass der Unternehmer einen Brief an den britischen Premierminister geschrieben hat. Nach eigener Auskunft ist es bisher noch nie vorgekommen, dass sich Paul Gauselmann direkt an ein Staatsoberhaupt gewendet hat, um Hilfe für das eigene Unternehmen zu bekommen. Doch Paul Gauselmann fürchtet, dass die Glücksspielbranche in Großbritannien nachhaltigen Schaden erleiden könnte, wenn die Wiedereröffnung weiter hinausgezögert wird.

Gute Kontakte zur Politik helfen nicht

Die Wettbüros in Großbritannien dürfen mittlerweile schon wieder Kunden empfangen, allerdings unter strengen Vorgaben. Auch das ist ein Grund, warum Paul Gauselmann nicht einsehen möchte, dass die Spielhallen weiterhin geschlossen bleiben sollen. Aber die einfache Wahrheit dürfte sein, dass auch in Großbritannien die Glücksspielbranche keine besonders große Lobby in der Öffentlichkeit hat. Die meisten Menschen stören sich nicht daran, dass die Spielhallen noch eine Weile geschlossen bleiben. Allerdings ist das vielleicht keine ganz faire Betrachtung, denn in der Glücksspielbranche arbeiten sehr viele Menschen. Für diese Menschen war das letzte Jahr wirtschaftlich, aber auch psychisch schwierig. Bis zuletzt war nicht einmal ganz klar, ob es überhaupt jemals wieder möglich sein würde, stationäres Glücksspiel wie früher anzubieten. Doch nun deutet alles darauf hin, dass es irgendwann auch wieder die alte Normalität geben wird. So lange möchte Paul Gauselmann allerdings nicht warten, denn jeder Tag mit geschlossenen Spielhallen sorgt für schlechte Zahlen. Die Gauselmann-Gruppe muss auch für die geschlossenen Standorte in der Regel Miete bezahlen. Zudem sind auch die Personalkosten ein wichtiger Faktor. Wenn keine Einnahmen fließen, summieren sich sehr schnell Kosten in Millionenhöhe.

Traditionell ist Paul Gauselmann gut vernetzt mit der Politik. Das gilt in Deutschland noch mehr als in Großbritannien. Aber auch in Großbritannien hat Paul Gauselmann in den letzten Jahren ein gutes Netzwerk aufgebaut. Doch in der aktuellen Situation ist alles ein bisschen anders als in normalen Zeiten. Offenbar hilft es Paul Gauselmann im Moment nicht, gute Kontakte in die Politik zu haben. Die meisten Politiker scheinen mit der Lage ohnehin überfordert zu sein. Wer möchte sich in dieser Situation schon aus dem Fenster lehnen und die Wiedereröffnung der Spielhallen fordern? Ein populäres Thema ist das jedenfalls nicht, auch nicht in Großbritannien. In Deutschland versuchen die Glücksspielverbände auch schon seit einer Weile, die Spielhallen wieder in deutlich größerem Umfang zu öffnen als das im Moment der Fall ist. Allerdings dürfte es in Deutschland aufgrund der insgesamt schlechteren Gesamtlage noch eine Weile länger dauern als in Großbritannien, bis die Spielhallen wieder komplett geöffnet werden können. Auch das wird Paul Gauselmann nicht sonderlich freuen, aber weder um die Privatperson Paul Gauselmann noch um die Gauselmann-Gruppe sollte man sich ernsthaft Sorgen machen, denn die wirtschaftliche Substanz ist in beiden Fällen erheblich.