Gamstop ist eine Organisation, die Glücksspiel-Fans die Möglichkeit gibt, eine Spielsperre einzurichten. Mittlerweile nutzen über 200.000 Briten diese Option. Gamstop leistet einen wichtigen Beitrag zum Spielerschutz in Großbritannien. Für die meisten Glücksspiel-Fans ist der Besuch in Online Casinos ein schöner Zeitvertreib, bei dem ab und zu auch einmal ein hübscher Gewinn entsteht. Aber es gibt Spieler, die sich nicht gut kontrollieren können. Für diese Spieler bieten die meisten Online-Spielbanken eine Selbstsperre an. Aber was passiert, wenn ein Spieler sich in einer Online-Spielbank sperrt und dann doch wieder Lust bekommt zu spielen? Dann gibt es viele weitere Anbieter, die dem Spieler offenstehen. An dieser Stelle kommt Gamstop ins Spiel.

Viele britische Spieler nutzen Hilfe von Gamstop

Spielerschutz Online Casino

Alle Online-Glücksspielanbieter müssen in Großbritannien mit Gamstop kooperieren. Wenn ein Spieler bei Gamstop auf der Liste steht, müssen die Glücksspielanbieter die Sperre übernehmen. Das ist ein sehr erfolgreiches Modell, das in ähnlicher Weise demnächst auch in Deutschland umgesetzt werden soll. In Großbritannien nutzen mittlerweile über 200.000 Spieler Gamstop, um sich selbst zu kontrollieren. Etwa die Hälfte der Spieler, die Gamstop für Spielsperren nutzt, hat eine 5-Jahres-Sperre beantragt. Das ist die längste Sperre, die bei Gamstop möglich ist im Moment. Standardmäßig werden die Spieler für ein halbes Jahr gesperrt. Allein im Januar 2021 haben sich über 7.000 Spieler bei Gamstop registriert. Das ist im Vergleich zum Vorjahr eine Steigerung um 14 Prozent. Die Statistik von Gamstop lässt erahnen, wie wirkungsvoll die Spielsperren sind. Für den Januar 2021 gibt Gamstop an, dass 49.328 Spieler in die selbst eingerichtete Sperre gelaufen sind. Das ist eine bemerkenswerte Anzahl, denn zu diesem Zeitpunkt waren 177.038 Spieler bei Gamstop registriert. An dieser Statistik wird deutlich, dass die Spielsperre einen hohen praktischen Nutzen hat. Allerdings verrät die Statistik nicht, ob die Spieler, die sich selbst über Gamstop sperren, am Ende nicht dann doch Anbieter nutzen, die Gamstop nicht berücksichtigen.

In Großbritannien sind zahlreiche Glücksspielanbieter online verfügbar, die sich nicht an die britische Regulierung halten. Das ist in Hinsicht auf den Spielerschutz grundsätzlich ein Problem. Aber es ist schon einmal eine starke Leistung, dass bei den regulierten Glücksspielanbietern ein funktionierendes Sperrsystem vorhanden ist. Die Spieler wissen dieses System auch zu schätzen, denn im Februar haben beispielsweise 96 Prozent aller Spieler eine bestehende Sperre verlängert. Das würde kaum geschehen, wenn die Spieler nicht einen unmittelbaren Nutzen hätten. Spielsperren sind für den Spielerschutz enorm wichtig. Das wissen Glücksspielexperten schon seit Jahrzehnten. Aber beim Online-Glücksspiel ist es nicht einfach, funktionierende Spielsperren umzusetzen.

Deutschland braucht ähnliches System wie Gamstop

Die deutsche Glücksspielregulierung, die mit dem nächsten Glücksspielstaatsvertrag in Kraft tritt, enthält auch die Vorgabe, ein Sperrsystem einzurichten. Alle Glücksspielanbieter in Deutschland, auch die Spielhallen und Spielbanken, sollen in Zukunft ein Sperrsystem umsetzen, um Spieler, die sich nicht unter Kontrolle haben, vor sich selbst zu schützen. Das ist vielleicht der sinnvollste und wichtigste Teil der neuen Glücksspielregulierung. Über andere Aspekte, beispielsweise Einzahlungslimits und Einsatzlimits, lässt sich trefflich streiten. Aber wenn es um Spielsperren geht, die eigenverantwortlich veranlasst werden, kann es kaum zwei Meinungen geben. Jeder Spieler sollte die Möglichkeit haben, sich selbst vom Spiel auszusperren. Allerdings ist die Umsetzung nicht einfach. Noch ist unklar, wie das neue Sperrsystem im Detail umgesetzt wird. Es könnte der künftigen Glücksspielbehörde gelegen kommen, dass in deutschen Spielbanken bereits ein Sperrsystem vorhanden ist. Die größte Herausforderung wird es wahrscheinlich sein, dass Sperrsystem in den Spielhallen umzusetzen. In den Online-Spielbanken sollte es sehr leicht sein, ein entsprechendes System einzuführen, zumal ohnehin schon eine gründliche Überprüfung aller Kunden aufgrund der neuen Einzahlungslimits erfolgen muss. Aber erst in einigen Monaten wird klar sein, ob die Spielsperren in Deutschland mit dem neuen System gut funktionieren werden. In jedem Fall ist es für die Spieler, die sich nicht gut kontrollieren können, ein riesiger Vorteil, dass es überhaupt ein Sperrsystem geben wird.

Am Beispiel von Gamstop wird deutlich, dass viele Spieler Bedarf haben nach einem Sperrsystem haben. Aber angesichts der Milliarden, die mit Glücksspielen im Internet umgesetzt werden, sollte nicht übersehen werden, dass 200.000 Spieler, die sich selbst sperren, dann am Ende doch nur einen kleinen Anteil am Gesamtaufkommen haben. Umso wichtiger ist es, dass die Glücksspielanbieter proaktiv sind beim Spielerschutz. Jeder einzelne Spieler, der sich selbst schadet, ist ein potenzielles Problem für den Betroffenen Glücksspielanbieter und für den gesamten Markt. Seriöse Glücksspielanbieter schreiten ohnehin ein, wenn ein Kunde offensichtlich die Kontrolle verliert. Aber noch besser ist es, mit einem einheitlichen Sperrsystem dafür zu sorgen, dass anfällige Spieler überhaupt nicht die Angebote nutzen können. Mit Gamstop gelingt das in Großbritannien sehr gut. Das belegen die neuen Statistiken eindeutig. Vielleicht wird es schon in einem Jahr Statistiken aus Deutschland geben, die zum Vergleich mit dem britischen Sperrsystem herangezogen werden können.