Jetzt ist es amtlich. Das Land Baden-Württemberg macht sich nicht nur für den Fortbestand der Glücksspiel-Forschungsstelle stark, sondern steckt ab sofort auch Geld in das ambitionierte Projekt. Von nun an sieht das Bundesland die wissenschaftliche Erforschung des Glücksspiels als staatliche Aufgabe an. Bereits seit mehr als 15 Jahren beschäftigt sich eine eigene Forschungsstelle an der Stuttgarter Universität Hohenheim mit dem Thema und versucht Antworten auf sämtliche Fragen rund um das Glücksspiel zu finden.

Baden-Württemberg sichert die Arbeit der Forschungsstelle Glücksspiel

Baden Wuertemberg Casino RauchverbotAnlässlich des jährlich stattfindenden Glücksspiel Symposiums lud die Forschungsstelle Glücksspiel im März zahlreiche Vertreterinnen und Vertreter der regionalen wie überregionalen Presse ein. Mit dabei waren auch Vertreter des Landes Baden-Württemberg, die bestätigten, dass die Forschungsstelle mit einer jährlichen finanziellen Unterstützung von 100.000,- Euro aus öffentlichen Mitteln rechnen darf. Die staatliche Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg wird sich ebenfalls mit einbringen und projektbezogen weitere 100.000,- Euro dazu geben. Diese Zuwendung ist allerdings zunächst nur auf zwei Jahre begrenzt. Selbstverständlich trägt auch die Stuttgarter Uni Hohenheim ihren Anteil dazu bei, dass die Arbeit der Forschungsstelle auch in Zukunft gesichert ist. 

Wissenschaftliche Erkenntnisse für Regulierungsgespräche 

In Deutschland ziehen sich die Verhandlungen über die Glücksspielregulierung und deren Neugestaltung bereits seit vielen Jahren zäh hin. Einer der Gründe dafür ist, dass die Glücksspielregulierung immer vielschichtiger und komplexer wird und on top müssen zahlreiche „sich widersprechende Interessen“ berücksichtigt werden. Der langjährige Forschungsstellen-Leiter an der Universität Hohenheim, Prof. Dr. Tilman Becker, betont in diesem Zusammenhang: „Daher ist insbesondere in der aktuellen Diskussionen um den kommenden Staatsvertrag zur Neuregulierung des Glücksspielwesens die Expertise einer interdisziplinären und unabhängigen wissenschaftlichen Einrichtung mehr denn je notwendig.“ Aus ihm sprechen mehr als 15 Jahre Erfahrung, die sich rund um die Fragen das Glücksspiel betreffend drehen. Darüber hinaus hat er mit seinem Team die Entwicklung hinsichtlich der Regulierungen dieses Bereichs wissenschaftlich verfolgt.

Dank der künftigen Fördermittel, die das Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Baden-Württemberg sowie die Universität Hohenheim und die staatliche Toto-Lotto GmbH bereitstellen, ist die Arbeit der Forschungsstelle Glücksspiel nicht nur sichergestellt, sondern kann auch noch ausgebaut werden. Dadurch werden bei den Regulierungsgesprächen auch in Zukunft wissenschaftliche Erkenntnisse einfließen können.

Auch Gesellschaftsspiele gehören zum Forschungsprogramm 

Wer sich nun die Frage stellt, wofür man extra eine Forschungsstelle für das Glücksspiel einrichtet, denn schließlich geht es doch nur um Entertainment, den wollen wir nachfolgend ein wenig über die Arbeit dieser Stelle aufklären.

Im Jahre 2004 wurde die Forschungsstelle Glücksspiel an der Universität Hohenheim in Stuttgart gegründet. Seit Anbeginn hat Prof. Dr. Tilman Becker die geschäftsführende Leitung übernommen. Die Forschungsstelle besteht aus Wissenschaftlern, die unterschiedlichen Fachbereichen angehören, die sich allerdings alle dem Schwerpunktthema Glücksspiel widmen. Bereits im Jahre 2016 verzeichnete die Forschungsstelle schon gut 20 Professoren als Mitglieder, die die Bereiche Medizin und Psychologie, Mathematik und Statistik, Verbraucher- und Ordnungspolitik sowie Verbraucherforschung, Bürgerliches und Öffentliches Recht, Finanzwissenschaft, Kommunikations- wie Informationswissenschaften, Ökonometrie und Spieltheorie, Marketing sowie Haushalts- und Genderökonomik vertraten. Doch was wäre eine Forschungsstelle ohne einen Beirat? Bei dieser Initiative hat er die Aufgabe Forschungsprojekte anzuregen und der Forschungsstelle beratend zur Seite zu stehen. Darüber hinaus sitzen vier Vertreter der Uni Hohenheim im Beirat sowie fünf Personen von Institutionen und Unternehmen, die die Arbeit der Forschungsstelle Glücksspiel fördern. Mit dabei sind Vertreter der evangelischen Kirche, des Landesministeriums, der baden-württembergischen Spielbanken und auch ein Ex-CEO der Staatlichen Toto-Lotto GmbH Baden-Württemberg. 

Die Forschungsstelle Glücksspiel beschäftigt sich in erster Linie mit der interdisziplinären Forschung im Bereich Wetten und Spiele. Wobei die beiden Begriffe sehr dehnbar sind, denn es geht sowohl um Automatenspiele, Lotto, Roulette und Poker, als auch um Sportwetten und andere sogenannte Gewinnspiele. Selbst Gesellschaftsspiele gehören zum Forschungsprogramm. 

Hoher Forschungsbedarf beim Glücksspiel 

Der höchste Forschungsbedarf besteht im Bereich Regulierung. Dazu gehören die Arbeitsfelder „Politökonomische Analyse des Glücksspielmarktes“, „Gesellschaftlicher Nutzen und Kosten einzelner Regulierungsmaßnahmen“, „Auswirkungen von Regulierungsmaßnahmen auf das Spielverhalten“, „Regulierung des Glücksspielmarktes aus Sicht der ökonomischen Theorie“, „Aufgaben und Befugnisse einer zu schaffenden deutschen Glücksspielkommission“, „Aufgaben und Befugnisse von Glücksspielkommissionen in anderen Ländern Europas“, „Zusammenhang zwischen Verfügbarkeit von Glücksspielen und einem problematischen und pathologischen Spielverhalten“ und „Anwendung der Werberichtlinie und Auswirkungen auf die jeweiligen Glücksspielformen“.

Aber auch Prävalenzen sind Bestandteil der Forschungsarbeit. Hier geht es vornehmlich um „Analyse des Internetangebots Glücksspiel“, „Häufigkeit des Glücksspiels bei Kindern und Jugendlichen und alters- bzw. geschlechtsspezifische Besonderheiten“, „Verschuldung problematisch/pathologischer Spieler“, „Online oder terrestrisch – wer spielt wann und wo?“, „Glücksspiel und Straftaten bei Erwachsenen und Jugendlichen“, „Glücksspiel und Geldwäsche“.

Im Bereich Therapie und Prävention beschäftigt sich die Forschungsstelle Glücksspiel mit den Themen „Gründe für die Teilnahme an Glücksspielen für Spieler mit und ohne problematischem Spielverhalten“, Präventionsmaßnahmen und deren Evidenzbasierung“, „Substitution und Komplementaritätsbeziehung zwischen Glücksspielformen“, „Risikobereitschaft pathologischer Spieler“, „Beziehung pathologischer Spieler zu Geld“, „Kognitive Irrtümer und pathologisches Spielverhalten“, „Definition und Untersuchung der Risikogruppen (unter Berücksichtigung von Migrationshintergrund, Genderaspekten, usw.)“, „Die Spielsperre als Instrument des Spielerschutzes“. 

Abschließend sollten auch noch die ökonomischen Aspekte vorgestellt werden, die bei der Forschungsarbeit ebenfalls eine große Rolle spielen: „Betrugs-, Manipulations- und Kriminalitätsgefährdungspotential einzelner Glücksspielangebote“, „Besteuerung von Glücksspielen“, „Anbieter von Internet-Glücksspiel: Spezialisten und Full-Liner“, „Analyse des Konsums von Glücksspielen“, „Konkurrenzverhältnisse auf dem Glücksspielmarkt“, „Mergers und Acquisitions bei Anbietern von Glücksspielen“.

Wem das immer noch nicht reicht, der kann sich auf den Seiten der Forschungsstelle Glücksspiel noch weitere, tiefer gehende Informationen einholen.

Letztes Update am 26.05.2020
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