Nein, der Oktober macht nicht alles neu, so wie der Mai, aber Veränderungen gibt es dennoch allerorts. Und für Veränderungen ist die FIFA ja immer gut. Kommt es beim klassischen Fußball dabei schon mal zu Verwunderungen und nicht immer zu Gegenliebe, so werden die kommenden Veränderungen im eSport wohl keinen Sturm der Entrüstung oder Unbehagen hervorrufen. Erstens fallen sie sehr moderat aus und zweitens scheinen sie wirkliche Verbesserungen zu sein. Nicht nur in monetärer Hinsicht, gegen die sich noch nie jemand gesträubt hat, sondern auch die Modifikationen am Regelwerk machen durchaus Sinn und sollen helfen, die kommende Saison 2020/2021 noch attraktiver für die Teilnehmerinnen und Teilnehmer zu machen sowie natürlich auch für die Zuschauer. Schauen wir uns die Veränderungen im Einzelnen einmal an.

Höhere Preisgelder und veränderte Registrierungsbedingungen

FIFA eSport 2021Zu aller erst einmal gibt es einen neuen Namen: FIFAe. Unter dieser Dachmarke werden alle Events und sonstige Veranstaltungen im Bereich eSport zusammengefasst, promotet und ausgelobt. Das kann man sich schon jetzt auf der neuen Website des Verbandes ansehen. Das Rebranding verspricht eine bessere Menüführung, größere Übersicht und schnellere Informationen. Bei allem anderen scheint alles beim Alten geblieben zu sein. Es bleibt bei den bekannten Ligen und Events, nämlich FIFAe World Cup, FIFAe Nations Series und FIFAe Club Series, die die drei Eckpfeiler darstellen. Daneben gibt es noch die Veranstaltungen der von EA Sports ausgetragenen Global Series und die Sonderevents. Insgesamt 4,35 Millionen US-Dollar werden in der kommenden Saison 2020/201 an Preisgeldern ausgeschüttet. Zum Vergleich: in der Saison 2019/20230 waren es „nur“ 3 Millionen US-Dollar. Dabei entfallen jeweils 500.000,- US-Dollar auf den FIFAe World Cup und die FIFAe Nations Series, ehemals eNations Cup. 350.000,- US-Dollar an Preisgeldern werden bei der FIFAe Club Series ausgeschüttet. Die restlichen 3 Millionen werden auf verschiedene Events der EA Sports, wie die Turniere der Global Series, verteilt. Um an die neuen Preisgelder zu kommen, bedarf es bei den verschiedenen Veranstaltungen unterschiedlicher Modi, die fast alle etwas angepasst wurden. Infos über die Bedingungen zur Teilnahme sowie die entsprechenden Anmeldeformulare werden auf der Website fifa.gg zur Verfügung gestellt. Wer z.B. am FIFAe World Cup teilnehmen möchte, der trifft auf etwas veränderte Regularien. Zuerst einmal muss man sich über die Website registrieren und den Teilnahmebedingungen zustimmen. Die Registrierung startete am 9. Oktober und dauert bis zum 31. Dezember 2020 an. Um sich zu qualifizieren sind weiterhin 27 Sieg in einer Weekend League nötig, um somit den Status eines verifizierten Spielers zu erhalten. Dabei garantiert eine hohe Ranglisten-Position nur noch einen Platz in den Play-Offs, und erst dort werden die WM Spieler ermittelt. So muss bis zum Schluss gezittert werden, auch bei einem vollen Punktekonto.

Selbst bei den Club Series wurden die Qualifikationen angepasst. Um zu vermeiden, dass, wie in der letzten Saison, Spieler teilweise über Kontinente hinweg antraten, was zu Verbindungsproblemen führte, müssen nun alle Spieler eines Teams aus einer Region kommen und dort auch wohnen.

Was aber vollständig neu ist, ist die Qualifikationsphase für die Nations League. Alle Nationalmannschaften müssen nun in Play Offs und Qualifikationsturnieren antreten. Es werden keine Einladungen an einzelne Mannschaften verschickt. Damit trägt man dem Boom des eSports Rechnung, da im letzten Jahr eine Menge an neuen Nationalmannschaften ins Leben gerufen wurden und so das Feld der teilnehmenden Teams groß genug wurde für die Play Offs und die Qualifikationen.

FIFA eSport weiter im Aufwind

Wenn sich in diesem Jahr auch einige namhafte Bundesliga-Vereine aus dem eSport zurückgezogen haben, so ist der Boom gerade bei Events der FIFA ungebrochen. Finanziell werden die Turniere immer attraktiver und man nähert sich anderen Veranstaltungen im eSport an, wie Fortnite o. ä., ohne jedoch ihren Status erreichen zu können. Immerhin zeigt sich aber, dass auch die Zuschauerzahlen bei der FIFAe stetig wachsen und dies ist nicht nur eine Folge der aktuellen Gesundheitskrise ist, die dem eSport generell einen Aufwind beschert hat. Nicht nur die Sportwetter sind auf die Games der FIFAe ausgewichen, auch ältere Zielgruppen haben diesen Sport für sich entdeckt. So ist damit zu rechnen, dass die Anmeldungen für die Saison 2020/2021 wieder neue Rekorde aufstellen werden.