Der FC St. Pauli braucht dringend Verstärkung. In der zweiten Fußball-Bundesliga nur auf Platz 14 gelandet und in der Virtual Bundesliga mit Platz 18 die Play-Offs verpasst. Das muss und soll sich ändern. Während die Scouting-Abteilung des Fußballs fleißig dabei ist, den Kader für die neue Saison 2020/2021 mit neuen Spielern zu komplettieren, ist man in der eSport-Abteilung auch nicht untätig, geht aber einen etwas anderen Weg. Zusammen mit dem Werbepartner Congstar wurde nun ein Wettbewerb ins Leben gerufen, bei dem jeder teilnehmen kann, der gerne einmal Profi im eSport Team des Vereins vom Millerntor werden möchte. Unter dem Motto „Congstar sucht dich“, kann sich ein jeder Gamer zu Auswahlturnieren anmelden. Gezockt wird natürlich FIFA 20 im FIFA-Ultimate Team-Modus auf Playstation 4 oder Xbox One. Dabei wird es insgesamt vier Events pro Konsole geben. Die Gewinner dürfen zu einem Trainingslager des FC St. Pauli – ob virtuell oder real ist abhängig von der Entwicklung der Hygiene- und Sicherheitsstandards – und dort werden dann vier Gamer ausgesucht, die zum Finalcup, der im Oktober stattfindet, eingeladen werden. Und was winkt dem Gewinner? Der wird offizielles Teammitglied im eSport Team des Vereins, darf in Vereinstrikots spielen und wird professionell gecoacht. Zudem gibt es Zugang zum Trainingsort der FCSP-eSportler, und das auch bei Heimspielen der Fußballmannschaft. Wenn das mal kein verlockendes Angebot ist?! Nicht nur für Anhänger des Kultvereins, sondern für alle die, die gern Profi im eSport werden möchten. Aber dies ist ein eher ungewöhnlicher Weg. Da verlaufen die meisten Karrieren im eSport etwas anders.

Karriere im FIFA eSport

St Pauli E-SportsManchmal merkt man, dass man etwas ganz Besonderes ist. Dass man etwas besser kann, als viele andere und dann keimt vielleicht der Wunsch in einem, mit diesem, was man besser kann als andere, auch Geld zu verdienen. Natürlich viel Geld. Und dann wird man vielleicht berühmt, hat Fans, erscheint in den Medien und die Welt liegt einem zu Füßen. Ja, träumen muss erlaubt sein. Aber zurück zur Realität. Es gibt viele, die den Wunsch hegen, Profi im FIFA eSport zu werden. Auch wenn es so ganz langsam durchsickert, dass es dazu nicht ausreicht ab und an mal an der Konsole zu zocken und die Kollegen zu schlagen. Wie sieht es denn nun wirklich in der Realität aus? Was brauche ich, um es nach ganz oben zu schaffen? Wir haben uns ein paar Karrieren einmal angeschaut und den Tipps der Besten der Besten gelauscht.

Zuallererst einmal kann Talent nicht schaden. Nur, und schon kommt die erste Einschränkung, Talent allein reicht nicht aus. Da ist sich jeder Profi sicher. Was zumeist an erster Stelle genannt wird und nicht ganz so fröhlich klingt, ist Training, Training, Training und nochmal Training. Um dies durchzuhalten, braucht man schon einen speziellen Willen. Und nicht nur den Willen unbedingt gewinnen zu wollen, sondern ein Mindset, dass auch aus dem Verlieren noch etwas Positives zieht. Verlieren nicht als etwas grundsätzlich Negatives zu werten, sondern als eine Erfahrung, die einem dazu verhelfen kann, zu lernen und Fehler abzustellen.  Dabei ist auch die Art des Trainings wichtig. Einfach nur im Saisonmodus bei FIFA Ultimate Team gegen irgendwelche Gegner aus aller Welt zu spielen, ist nicht der richtige Weg. Sinnvoller erscheint es, sich einen Trainingspartner zu suchen und mit ihm spezielle Spielsituationen zu durchlaufen. Dabei sollte der Partner natürlich auf demselben Level oder etwas höher agieren.

Es lohnt sich auch den Blick auf andere Profis zu wenden. Jeder Top-Spieler hat zumeist seinen eigenen Kanal, und dort kann man Spiele verfolgen bzw. nachverfolgen. Also von den Besten lernen, sie aber nicht kopieren. Seinen eigenen Stil zu entwickeln, das ist ganz wichtig. 

Der Kampf um die Meisterschaft

Das gewonnene Können und die Fertigkeiten sollten bei Turnieren jeglicher Art weiter geschult und verbessert werden. Es ist etwas Anderes unter Wettkampfbedingungen zu agieren, als nur im Training. Dabei bietet FIFA mehrere Möglichkeiten seine Fertigkeiten fortzubilden und zu überprüfen. FUT Champions, insbesondere Weekend League und Division Rivals, sind im Spiel enthaltene Modi, die den Wettbewerb auf hohem Niveau fördern und trainieren. Es sollte versucht werden sich im FIFA Ultimate Team für die Weekend League zu qualifizieren. Aber dies ist auch kein leichtes Pflaster. Bis zu 40 Spiele müssen in drei Tagen absolviert werden und natürlich möglichst gewonnen. Ab 27 gewonnen Spielen wird man verifizierter eSportler im FIFA-System und damit gewinnt man auch die Chance, dass andere auf einen aufmerksam werden. Als einen weiteren guten Einstieg bezeichnen die Profis die Virtual Bundesliga. Diese ist im FIFA-Modus eingebunden und wird im 85-Modus ausgetragen. Das Turnier startet fast immer im Winter und ist die Online-Qualifikation für die VBL Playoffs, wodurch man sich für das Virtual Bundesliga  Grand Final (Deutsche Meisterschaft) qualifizieren kann. Dem Gewinner winkt eine große Aufmerksamkeit.

Werbung in eigener Sache

Wenn mal nicht sofort ein Team anklopft und um Ihre Mitarbeit bittet, sollte man selbst aktiv werden. Viele Vereine starten Scouting-Turniere bei denen man sich präsentieren kann. Oder man tritt selbst an die Vereine heran, von denen man weiß, dass sie Spieler suchen. Aber auch hier zählt Professionalität. Ein einfaches „Ich hab Bock mal ein bisschen zu zocken“ reicht nicht aus. Natürlich kann man auch Spieleragenturen aufsuchen. Die größten in Deutschland sind STARK Esports, eSportsReputation und KiNG eSports. Aber da heißt es, sich ganz genau die Vertragsbedingungen anzuschauen, damit es später kein böses Erwachen gibt.

Der Weg nach ganz Oben ist steinig und mit vielen Hürden gepflastert. Aber er ist möglich, wenn man über das notwendige Talent, die Ausdauer, Disziplin und den Willen verfügt. Und manchmal natürlich auch über das notwendige Quäntchen Glück.