Nachdem Evolution Gaming den schwedischen Spielehersteller NetEnt gekauft hat, gibt es nun mehr Details zur Abwicklung des Deals. Schon jetzt wird klar, dass Evolution Gaming einen kompromisslosen Weg eingeschlagen hat, der nicht allen Angestellten von NetEnt gefällt.

Evolution Gaming will schnelle Integration von NetEnt

NetentNachdem der Kauf von NetEnt offiziell abgewickelt worden ist, hat Evolution Gaming die anspruchsvolle Aufgabe, den schwedischen Spielehersteller in das eigene Portfolio zu integrieren. Beide Firmen sind in zahlreichen Online Casinos vertreten. Eine der ersten Amtshandlungen des Vorstands von Evolution Gaming war es, den Mitarbeiter von NetEnt, die in Zukunft nicht mehr gebraucht werden, dies mitzuteilen. Grundsätzlich ist es nachvollziehbar, dass Redundanz abgebaut werden soll, wenn zwei Unternehmen miteinander verschmelzen. Aber ob die Mitarbeiter von NetEnt viel Verständnis dafür hatten, dass kurz vor Weihnachten die Mitteilung kam, dass ihr Arbeitsplatz nicht mehr existieren wird, darf bezweifelt werden. Evolution Gaming hat sich nicht besonders beliebt gemacht mit Angeboten, die vergleichsweise restriktiv waren. Um die Kündigung zu beschleunigen, gab es Abfindungsangebote, die aber nicht unbedingt großzügig waren. Kurzum: Für einige Mitarbeiter von NetEnt ist der Verkauf des Unternehmens nicht gerade eine Erfolgsgeschichte. Bedauerlicherweise ist das aber fast immer so, wenn derartige Transaktionen stattfinden. Doch für die meisten Mitarbeiter von NetEnt, die mittlerweile gekündigt sind oder am Jahresende ihren Arbeitsplatz verlieren, gibt es keinen Grund für Trübsal. Die Glücksspielbranche floriert und es gibt viele Unternehmen, die qualifizierte Mitarbeiter mit einschlägiger Erfahrung suchen.

Viele der betroffenen Mitarbeiter von NetEnt arbeiten auf Malta. Durch die Unterstützung einer maltesischen Gewerkschaft ist es tatsächlich gelungen, die Folgen für einige Mitarbeiter deutlich zu reduzieren. Das bedeutet allerdings nicht, dass kein Stellenabbau stattfinden wird. Klar ist aber auch, dass die aktuellen Maßnahmen aus Sicht von Evolution Gaming alternativlos sind. Die betroffenen Mitarbeiter haben selbstverständlich das Recht, empört zu sein und alle juristischen Mittel auszuschöpfen. Aber im Einzelfall ist es vielleicht dann doch besser, nach vorne zu schauen, um im nächsten Jahr dann bei einem anderen Glücksspielanbieter durchzustarten. Jeder Mitarbeiter der Glücksspielbranche sollte wissen, dass Arbeitsstellen nicht ewig existieren. Aber es gibt einen großen Bedarf nach Fachkräften in allen Bereichen. Ein großes Plus bei jeder Bewerbung ist Erfahrung bei Glücksspielanbietern. Für die nächsten Jahre erwarten Analysten in Europa ein jährliches Wachstum von durchschnittlich zehn Prozent. Das sollte auch bedeuten, dass viele neue Arbeitsplätze geschaffen werden. Insofern wird kein qualifizierter Mitarbeiter von NetEnt, der nun seinen Arbeitsplatz verliert, lange auf passende Angebote warten müssen. Es ist eher davon auszugehen, dass die Headhunter der Branche schon längst unterwegs sind, um die besten Leute von NetEnt für ihre Klienten zu gewinnen. Trotzdem ist es nicht schön, dass die Entlassungen kurz vor Weihnachten stattfinden.

Glücksspielbranche ist im stetigen Wandel

Im aktuellen Fall von Evolution Gaming und NetEnt darf ein neutraler Beobachter durchaus zu der Einschätzung kommen, dass es stilvolle Möglichkeiten gegeben hätte, die Umstrukturierung durchzusetzen. Aber generell sollte sich jeder Arbeitnehmer, der sich für die Glücksspielbranche entscheidet, darüber im Klaren sein, dass eine große Fluktuation vorhanden ist. Viele kleine Unternehmen sind in den letzten Jahren von größeren Unternehmen oder Konzernen geschluckt worden. Nicht immer gab es dann Entlassungen, aber gerade in einem Fall wie von Evolution Gaming und NetEnt ist es nachvollziehbar, dass nicht alle Mitarbeiter gebraucht werden, denn speziell im Live-Bereich gibt es viele Überschneidungen bei den Angeboten. Insofern sollte jeder Arbeitnehmer in der Glücksspielbranche wissen, dass es keine Garantie gibt, dass der Job ewig bleibt. Umso wichtiger ist es, die eigenen Qualifikationen und Fähigkeiten kontinuierlich zu verbessern, um dann gegebenenfalls sehr schnell einen neuen Arbeitsplatz in der Branche finden zu können. Das funktioniert bislang jedenfalls sehr gut und auch in Zukunft sollte es keine Schwierigkeiten geben, erfahrene Fachkräfte in der Branche unterzubringen. Aktuell ist es sogar so, dass viele Unternehmen und Konzerne händeringend nach Personal suchen.

In der Glücksspielbranche sind viele junge Menschen aktiv. Ein gutes Beispiel dafür ist der Mittelmeerstaat Malta. In Malta haben aus rechtlichen und juristischen Gründen viele Glücksspielanbieter und Spielehersteller eine Filiale oder ihrem Hauptstandort. Ständig kommen junge Menschen nach Malta, um lukrative Jobangebote anzunehmen und die Vorzüge der Mittelmeerinsel zu genießen. Nicht immer gibt es große Karrieren. Einige Einsteiger stellen fest, dass Malta für sie vielleicht doch nicht optimal als Lebensmittelpunkt geeignet ist. Für andere sind die hohen Anforderungen in der Glücksspielbranche vielleicht der ausschlaggebende Grund, einen neuen Weg einzuschlagen. Insofern gibt es immer wieder auch freie Stellen in allen Bereichen, die von motivierten Menschen besetzt werden können. Für die betroffenen Mitarbeiter von NetEnt ist das vielleicht im Moment nur ein kleiner Trost. Aber langfristig ist es für die Glücksspielbranche wahrscheinlich wichtig und gut, dass Unternehmen wie Evolution Gaming kompromisslos und zielorientiert arbeiten. Wenn dann demnächst auch noch ein bisschen mehr Stil in der Umsetzung hinzukommt, ist das für alle Beteiligten gut.

Hier mehr über die Entlassungen von Evolution Gaming nach dem Kauf von NetEnt lesen (auf Englisch).