eSport ist aus der digitalen Welt nicht mehr wegzudenken. Ob hierbei auch Regionalität eine Rolle spielt und inwieweit der eSport schon im Breitensport angekommen ist, dieser Frage gehen wir im Folgenden nach. Seine Geschichte ist eng mit der der Videospiele verbunden, denn schon Ende der 1950er Jahre legte William Higinbotham mit „Tennis für Two“ das erste Computerspiel vor, dessen Möglichkeiten jenseits bereits bekannter Spiele lagen. In dem 1972 erschienen Videospiel Pong war es dann erstmals möglich, dass zwei Personen direkt und unmittelbar gegeneinander spielten. Ab der 1990er Jahre nahm die Popularität rasant zu. Es wurden Vereine gebildet, die sich Clans nannten und mithilfe von Kommunikationsprogrammen zu Trainingsspielen verabredeten.

Ist der ursprüngliche eSport-Charakter mittlerweile antiquiert?

E Sport SportwettenQuakeNet war damals DIE Plattform für die Channels der einzelnen Clans. Innerhalb dieser Clans herrschten klar strukturierte Hierarchien die vom einfachen Member bis zum Leader und seinem Co-Leader reichten. Im Laufe der Jahre entwickelte sich aus einer Handvoll Profis eine immer größere Landschaft des Breitensports. Regionale Bezüge interessierten bis auf wenige Ausnahmen kaum jemanden, denn die Spieler kamen aus ganz Deutschland. Vereinzelt traf man sich in Internetcafés um dort per LAN in kleinen Turnieren gegeneinander anzutreten. Schon damals gab es erste Clans und jeder wollte natürlich zu den stärksten Clans gehören und dort der Beste sein.

Im Prinzip ist es immer noch so, nur unter besseren technischen Voraussetzungen. Heutzutage hat fast jeder einen schnellen Internetzugang zu Hause oder mobil auf seinem Smartphone. Darüber hinaus existieren immer mehr lokale Einrichtungen, in denen man zusammenkommen kann. Meist sind dies Vereinsheime oder Stätten anderer Organisationen, in denen sich die eSportler aus den jeweiligen Regionen treffen. Dort stärken sie das Miteinander und engagieren sich gemeinsam für den eSport. Damit ist allerdings nicht gemeint, dass der ursprüngliche Charakter des eSports mittlerweile antiquiert ist. Keineswegs! Heute treffen sich die Gamer, die nicht am gleichen Ort wohnen, häufig auf einem TeamSpeak Server, um sich untereinander auszutauschen und organisierte Partien zu spielen.

eSport grenzt sich vom normalen Gaming ab 

eSport ist im Breitensport angekommen, denn er findet ausgesprochen strukturiert statt, hat regelmäßige Trainings und besitzt einen gewissen Wettbewerbscharakter. Wer noch nicht so lange im Bereich eSport aktiv ist, der reduziert ihn gern schon mal auf regionale Aspekte. Auch wenn einige Unwissende oder Kritiker das immer wieder behaupten, ist es ist falsch. Nur weil es örtliche oder regionsgebundene Vereine gibt, heißt das noch lange nicht, dass diese Organisationen keinem Breitensport nachgehen. Das tolle an eSport ist ja gerade, dass es über sämtliche Grenzen hinweg möglich ist, mit- und gegeneinander zu spielen, und zwar vollkommen problemlos. Und hier haben wir dann auch schon mit einem der wichtigsten Eckpfeiler in der Weiterentwicklung des Breitensports zu tun. Wie in anderen Sportarten auch werden hier die Menschen zusammengebracht, die ein gemeinsames Hobby haben und sich für „ihren“ Sport engagieren.  Wie in anderen sportlichen Organisationen auch wird das WIR-Gefühl gestärkt. Nicht selten besuchen auch Spieler aus anderen Regionen die Treffpunkte, weil sie aus irgendwelchen Gründen gerade in der Gegend sind, wie zum Beispiel im Urlaub, anlässlich eines Wochenendausflugs oder einer Dienstreise. Abgesehen davon kommen bekommt die Vereinsarbeit vollkommen neue Impulse, die in einer regionalen Beschränkung gar nicht erst auftauchen.

Der Begriff Breitensport ist ziemlich klar und unmissverständlich formuliert. Man geht ihm aus Spaß an der Freude in seiner persönlichen Freizeit nach. Das ist beim Sport nicht anders. Hier kommt lediglich hinzu, dass man mehr oder weniger organisiert ist und viel Freude daran hat, sich mit anderen in Wettbewerben zu messen. An diesem Punkt grenzen sich die eSportler ganz klar von den Gamern oder Online Casino Streamer ab. Auch bei den Sportwissenschaften ist keine Rede von Regionalität - unabhängig davon, dass es sich hierbei um einen digital stattfindenden Sport handelt, und das auch schon von Anbeginn.

Ein wertvolles Phänomen unserer Zeit 

Um ein Phänomen wenigstens in Stichproben hinreichend darlegen zu können, bedarf es laut Statistik „... einer Grundgesamtheit mit einer relevanten Größe“. Auf den eSport angewendet heißt das, dass es beispielsweise ein Verein aus Berlin bei knapp 3,8 Millionen Einwohnern deutlich leichter hat, als im Vergleich eine Organisation aus Castrop-Rauxel mit nur rund 75.000 Einwohnern.  Man kann also davon ausgehen, dass es in Berlin 50 mal mehr potenzielle eSportler oder eSportfans gibt, als in der nordrhein-westfälischen Stadt an der Ruhr. In diesem Zusammenhang ist es natürlich ausgesprochen bedauerlich, dass es häufig von Vereinen aus den Metropolen zu Kritik an einer vermeintlich mangelnden Regionalität von Organisationen kommt, die in eher bevölkerungsarmen Gegenden zu Hause sind. Dabei wäre es doch wünschenswert, dass sich alle eSport-Vereine gemeinsam für den Breitensport stark machen, auch wenn es sich hierbei in der Regel um ehrenamtliches Engagement handelt, bei dem sich Menschen in ihrer Freizeit für ihr Hobby einsetzen. Menschen werden über Länder, Regionen und Städte miteinander verbunden, aber auch über Kontinente und Nationen hinweg. Das ganze Thema eSport wird mithilfe von Breitensportvereinen auch in den traditionellen Sport getragen und darüber hinaus noch in die Politik, in die Gesellschaft sowie in Schulen und Universitäten. Überregionale und internationale Wettbewerbe oder Turniere werden organisiert, bei denen es nicht um Religion, Beruf, geschlechtliche Orientierung, politische Ansichten oder um die Hautfarbe geht. Beim eSport spielt all das keine Rolle und genau das ist einer der Gründe, weshalb dieser Sport so wichtig und so wertvoll für unsere heutige Zeit ist.