Moderne Unternehmen haben ihre Werbemaßnahmen längst auch auf das World Wide Web ausgeweitet. Sie verfügen bereits seit Jahren über eigene Social Media Kanäle, mit denen sie ihre Produkte und Dienstleistungen bewerben. Davon sind auch die Anbieter von Online Glücksspielen nicht ausgenommen.

Verbot für Glücksspielwerbung

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Wenn man mal von Schleswig-Holstein absieht, dann fristete das Online Glücksspiel in der BRD bisher eher ein Schattendasein – zumindest für große Teile der Bevölkerung. Sofern der neue Glücksspielstaatsvertrag im Juli dieses Jahres wie geplant in Kraft tritt, wird hier vermutlich ein Wandel stattfinden. Das neue Gesetz soll Online Casinos zu der längst überfälligen Legalität verhelfen, und es ist davon auszugehen, dass auch das Marketing für Online Glücksspielangebote ab diesem Zeitpunkt deutlich größere Kreise ziehen wird. Bisher waren solche Werbemaßnahmen auf Plattformen wie beispielsweise Instagram nur vereinzelt zu finden, doch das wird sich wohl zukünftig ändern. Derzeit untersagt Instagram jede Form des Marketings für Tabakwaren und E-Zigaretten sowie für Waffen, obwohl das eher den US Markt betrifft. Darüber hinaus sollen Kinder und Jugendliche vor Glücksspiel- und Alkoholwerbung geschützt werden, indem sie bei der Einrichtung eines Kontos ihr Alter angeben müssen. Dieses Update installierte der Online-Dienst bereits vor einem guten Jahr und wollte damit sicherstellen, dass nur noch altersgemäße Inhalte für minderjährige Nutzer zur Verfügung stehen. Zuvor war eine Bestätigung ausreichend, dass der entsprechende User mindestens 13 Jahre alt war. Die Instagram-Mutter Facebook hatte eine Altersangabe seiner Nutzer schon früher eingeführt, allerdings mit fragwürdigen Erfolgen. Im Oktober 2019 gelangte an die Öffentlichkeit, dass „... der Algorithmus der Plattform Accounts Minderjähriger unter anderem als ‚am Glücksspiel interessiert‘ klassifiziert und somit in den Fokus entsprechender Werbekunden gerückt hatte“. Die weitere Entwicklung wird interessant zu beobachten sein – insbesondere ab dem 1. Juli 2021. Dies ist der avisierte Stichtag für das Inkrafttreten des neuen Glücksspielstaatsvertrags und der Legalisierung des Online Glücksspielmarkts. Man kann davon ausgehen, dass ab diesem Datum dann auch das Werbeverbot, das die einzelnen Landesmedienanstalten auf ihren Websites veröffentlichen, keine Gültigkeit mehr besitzt. Dort heißt es: „Für Tabakerzeugnisse, rezeptpflichtige Arzneimittel sowie öffentliches Glücksspiel darf im Fernsehen und in Onlinemedien grundsätzlich nicht geworben werden. Für Lotterien sowie Sport- und Pferdewetten kann dies unter den Bedingungen des Glücksspielstaatsvertrages jedoch erlaubt werden.“ In Zukunft werden die reichweitenstarken Social Media Kanäle den Betreibern von Online Glücksspielen reichlich Möglichkeiten bieten ihre Angebote zu platzieren, die potenziellen User auf direktem Weg anzusprechen und auf die entsprechenden Seiten zu lenken.

Glücksspielwerbung auf Instagram

Laut einer Meldung des Nachrichten Online Diensts Tag24 soll es bereits mindestens eine Deutsche geben, die Glücksspielwerbung auf Instagram betreibt: das Playboy-Model Anastasia Avilova. Die gebürtige Ukrainerin ist an sich eher bekannt für Posts in sexy Unterwäsche und für Instagram-Auftritte ihrer zwei Katzen Nala und Simba. In Zeiten, in denen andere für Kopfhörer oder Beauty-Cremes werben, hielt sie sich mit Promo-Aktionen bislang bedeckt. Daher hagelte es auch jede Menge Shitstorm von ihren Fans. Kritische Fragen wies die 31-Jährige jedoch selbstbewusst zurück: „Also Leute, ja, ich mache jetzt Werbung für Glücksspiele. Nicht, weil ich für alles Werbung mache (…). Ich mache sehr, sehr selten Werbung. Und wenn ich die mache, das sind wirklich die Produkte, die ich selber nutze. Auch das (Glücksspiel, Anm. d. Red.) macht mir Spaß.“ Die Gefahr, die vom Glücksspiel ausgehen kann, ist der Mainzerin durchaus bewusst. „Klar! Glücksspiel kann gefährlich sein. Das ist mit Verantwortung zu genießen, das muss man halt verstehen. Aber, ehrlich Leute: Alles auf dieser Welt kann gefährlich sein, wenn man damit nicht umgehen kann,“ fügt sie hinzu. Die Kritik an ihrer Werbung für Glücksspiel, und dass sie dafür von einem Teil ihrer Fans auch noch richtiggehend verurteilt wird, kann Anastasia nicht verstehen. „Was die Werbung betrifft: Ich habe schon so oft Werbung für Glücksspiel gesehen. Wenn in Eurer Lieblingszeitschrift Werbung dafür drin ist, kündigt ihr doch auch nicht gleich das Abo. Nein! Ihr merkt das nicht mal, dass da Werbung ist. Und jetzt tut ihr so, als ob ich ein Verbrechen begehe.“ Trotz alledem waren die entsprechenden Posts kurz darauf verschwunden.

Laut neuem Glücksspielstaatsvertrag dürfen Anbieter von Sportwetten keine aktiven oder ehemals aktiven Sportler mehr als Werbebotschafter einsetzen. Für Online Casinos scheinen solche Einschränkungen bisher noch nicht zu existieren, wie man an dem Beispiel Scooter, bzw. H. P. Baxxter und Hyperino deutlich sehen kann. Wie sich letztendlich die Werbung für das Online Glücksspiel auf den diversen Social Media Plattformen etabliert, bleibt abzuwarten. Gerade auf Instagram, das derzeit noch von Beauty, Fitness und Gesundheit dominiert wird, könnte der Online Glücksspielmarkt für Brisanz sorgen. Das Gros der populären Influencer spricht mit Lifestyle-Themen und -Produkten vorwiegend junge User an und animiert sie zu einem gesünderen Lebensstil. Andere, eher zwiespältig betrachtete Erzeugnisse, wie beispielsweise Alkohol, werden von zahlreichen Werbepartnern nur sehr ungern gesehen.