Der gestrige EM-Spieltag wurde von einem dramatischen Ereignis überschattet, den man so schnell nicht vergessen wird. In der Partie Dänemark gegen Finnland brach plötzlich Christian Eriksen kurz vor dem Halbzeit-Pfiff ohne Fremdeinwirkung zusammen und rang mit seinem Leben. Der sportliche Wettkampf geriet von einer Minute zur nächsten in den Hintergrund. Nach 107-minütiger Unterbrechung konnte die Partie dennoch fortgesetzt werden.

Dänemark – Finnland: 0 : 1

Trotz eines historischen Siegs der Finnen wurde kaum gejubelt

Finnland EM 2020/2021

In der zweiten Begegnung des Tages kam es zu einem dramatischen Zwischenfall, der die Sportwelt in Atem hielt. Der dänische Inter-Mailand-Star Christian Eriksen kollabierte in der 43. Spielminute und blieb regungslos auf dem Rasen liegen. Die augenblicklich heran geeilten Helfer mussten lebensrettende Maßnahmen einleiten. Abgeschirmt durch seine Mannschaftskollegen, die eine Sichtmauer um ihn herum bildeten, wurde er zunächst minutenlang im Stadion behandelt und anschließend ins Krankenhaus gebracht. Das Spiel war daraufhin für etwas mehr als eineinhalb Stunden unterbrochen. Millionen Menschen auf der ganzen Welt bangten um die Gesundheit des 29-Jährigen, bis es zu der erlösenden Nachricht kam. Eriksen wäre „... wach und ist zu weiteren Untersuchungen im Reichskrankenhaus“ twitterte der Verband. Auf Wunsch beider Mannschaften wurde die Partie dann um 20.30 Uhr fortgesetzt, doch das dänische Team von Trainer Kasper Hjulmand stand sichtlich unter Schock. Der EM-Debütant Finnland gewann dieses erste Spiel der Gruppe B durch ein Tor von Joel Pohjanpalo.

Der Spieler von Bayer Leverkusen, der in der abgelaufenen Saison an Union Berlin ausgeliehen worden war, traf in der 60. Minute zum 0 : 1. In der 74. Minute wurde es noch einmal dramatisch: Pierre-Emile Höjbjerg fehlten ganz einfach die Nerven. Der ansonsten so souveräne Ex-Bayern-Star verschoss einen Foulelfmeter. Es blieb beim 0 : 1 Endstand. Den historischen Sieg der Finnen, für die es das erste EM-Spiel in der Geschichte des Landes war, kann man nach einem solchen Spiel nur schwer einordnen. Denn es war ein Sieg in einem Spiel, in dem sportliche Aspekte plötzlich nicht mehr im Vordergrund standen. Noch im Verlauf des Abends erreichten die Fußballfans aus aller Welt Nachrichten, dass der Zustand Christian Eriksens mittlerweile stabil sei. Er hatte auch an seine Teamkollegen in Mailand bereits eine Nachricht geschickt. In einem Interview mit dem italienischen Sky Sport-Sender sagte Inter Mailand CEO Beppe Marotta: „Es geht ihm sehr viel besser. Das Schöne ist, dass er eine Nachricht in unseren internen Inter-Chat geschickt hat. Er hat die Mannschaft beruhigt und gesagt, dass er bald zurück sein wird.“

Wales – Schweiz: 1 : 1

Schweiz verspielt ersten Sieg bei dieser EM

Das Baku Nationalstadion in Aserbaidschans Hauptstadt war Gastgeber der ersten Begegnung des 2. Spieltages dieser EM. Wales trat mit Superstar Garreth Bale gegen die eidgenössische Nationalelf mit sechs Bundesliga-Profis an, denen im Vorfeld die Favoritenrolle in diesem Match zugeschrieben wurde. Die erste Halbzeit war zwar hart umkämpft, blieb aber ohne nennenswerte Großchancen. Nach der Pause gelang es dann dem Schweizer Breel Embolo vom Bundesligisten Borussia Mönchengladbach in der 49. Minute das 1 : 0 nach einem Eckstoß zu erzielen. In der darauf folgenden Viertelstunde wirkte die schweizerische Mannschaft noch kämpferischer und spielte angestrengter nach vorn. Allerdings ließ das Pressing dann wieder nach, und die Waliser zeigten eine sehr starkes Spiel. Daher kam der Ausgleich durch Kieffer Moore in der 74. Minute – ebenfalls nach einer Ecke - auch nicht überraschend.

Die Waliser schienen mit einem Unentschieden gut leben zu können, denn sie setzten in der Schlussphase konsequent auf Verteidigung. Mit Erfolg. In den letzten fünf Minuten wurde es zwar kurz noch einmal turbulent, nachdem der eingewechselte Schweizer Mario Gavranovic direkt mit seinem ersten Ballkontakt getroffen hatte, doch die Schiedsrichterentscheidung nach Videobeweis lautete: Abseits. Unmittelbar darauf rettete der starke Waliser Keeper Danny Ward das Unentschieden nach einem Kopfball des überragenden Embolo. Die Schweizer Nationalelf und ihr Trainer Vladimir Petkovic mussten sich mit diesem 1 : 1 abfinden, doch die Enttäuschung war den Spielern ins Gesicht geschrieben. Am kommenden Mittwoch geht es für beide Mannschaften weiter. Dann treffen die Eidgenossen auf den EM-Eröffnungsspiel-Sieger Italien, und Wales tritt gegen die Türkei an.

Russland – Belgien: 0 : 3

Russland verliert im eigenen Stadion gegen Belgien

In der dritten Partie des gestrigen Tages wurde die Mannschaft Belgiens ihrer Mit-Favoritenrolle voll und ganz gerecht – und das auch ohne die beiden Top-Stars Kevin de Breyne von Manchester City und Axel Mitsel vom BVB. Das Team krönte seinen fulminanten EM-Auftakt gegen Russland mit zwei Toren in der 10. und 88. Minute durch Inter Mailand-Star Romelu Lukaku und einem Tor in der 34. Minute durch den eingewechselten Thomas Meunier von Borussia Dortmund. Die knapp 30.000 Zuschauer im Stadion von St. Petersburg sahen eine eher enttäuschende Partie des russischen Teams, das hinten zu viele Fehler zuließ und vor dem belgischen Tor patzte. Schon die erste Chance der Gäste wurde dank eines Abwehrfehlers von Semyonov mit Lukakus Tor zum 0 :1 belohnt. Der Endstand dieser Partie ging demnach vollkommen in Ordnung, auch wenn es durchaus beeindruckende Einzelleistungen russischer Spieler gab. Belgien siegte souverän mit 0 : 3 gegen eine fehleranfällige russische Mannschaft, der es Torgefährlichkeit mangelte.