DraftKings will sich in naher Zukunft auf das B2C-Geschäft konzentrieren. Das B2B-Geschäft bleibt wichtig, aber das Endkundengeschäft bietet größere Wachstumsmöglichkeiten. DraftKings ist mit Fantasy Sports groß geworden und gehört mittlerweile zu den größten Sportwettenanbietern in den USA. Für DraftKings waren die letzten Jahre sehr aufregend. In den USA ist es erstmals möglich, Sportwetten im Internet anzubieten. DraftKings hat die Chance erkannt und neben dem Fantasy Sports nun auch das Sportwetten-Geschäft im Portfolio. In den Bundesstaaten, die Sportwetten in den USA bereits zu lassen, gehört DraftKings zu den Top-Buchmachern. Allerdings hat DraftKings vor allem in den letzten Jahren auch viel Geld verdient mit B2B-Geschäften. Doch das Wachstum in diesem Bereich stagniert, sodass sich DraftKings nun nach Auskunft von CEO Jason Robbins voll und ganz auf das Endkundengeschäft konzentrieren wird.

DraftKings will Endkundengeschäft ausbauen

DraftKings Fantasy Sport

Was bedeutet das? DraftKings wird in Zukunft viel Aufwand betreiben, um Sportwetten-Fans unter der eigenen Marke zu erreichen. DraftKings ist auch der Besitzer von SBTech, einer Sportwetten-Plattform, die in zahlreichen Ländern von Buchmachern genutzt wird. Doch das Geschäft von SBTech wächst längst nicht so stark wie das Endkundengeschäft mit Sportwetten in den USA. Deswegen ist es eine logische Entscheidung, dass DraftKings sich in den nächsten Jahren darauf konzentriert, mehr Endkunden für DraftKings zu gewinnen. Die Chancen sind gut, denn DraftKings hat eine starke Marktposition und der amerikanische Sportwetten-Markt wächst in hohem Tempo. Allerdings gibt es auch viele Konkurrenten, die ebenfalls daran interessiert sind, Marktanteile zu erobern.Für DraftKings geht es vor allem um die Frage, in welchem Bereich mehr investiert wird in naher Zukunft. Das Endkundengeschäft bietet schnellere Wachstumsraten und somit auch höhere Zuwächse beim Gewinn. Deswegen liegt es nahe, die verfügbaren Mittel in diesem Bereich einzusetzen. Das bedeutet aber nicht, dass das B2B-Geschäft komplett unwichtig wird. Für DraftKings wird auch das Geschäft mit anderen Sportwettenanbietern wichtig bleiben. Vielleicht kommt auch in Zukunft ein Punkt, an dem das Endkundengeschäft nicht mehr in hohem Tempo wächst. Dann kann es eventuell sinnvoll sein, wieder mehr in den B2B-Bereich zu investieren.  Auch ein Konzern wie DraftKings hat nicht die Möglichkeit, unbegrenzte finanzielle Möglichkeiten zu nutzen. Zudem ist das Wachstum auf dem amerikanischen Sportwetten-Markt gigantisch. Deswegen sind umfangreiche Investitionen nötig, um eine gute Basis für nachhaltigen Erfolg zu schaffen.

Es ist kein Zufall, dass viele europäische Unternehmen, die in den USA auch Sportwetten anbieten möchten, Joint Ventures mit amerikanischen Buchmachern oder Glücksspielanbietern haben. Für ein ganz normales Unternehmen der Glücksspielbranche ist es schwierig bis unmöglich, alleine in den USA den gesamten Markt zu bedienen. In den nächsten Monaten werden wahrscheinlich weitere Bundesstaaten Sportwetten und Glücksspiele im Internet zulassen, sodass der Investitionsdruck noch höher wird. Auch in diesem Lichte betrachtet ist die Entscheidung von DraftKings, das Endkundengeschäft zu bevorzugen, nachvollziehbar.

Hoher Marktanteil im Endkundengeschäft wichtigstes Ziel

Bei DraftKings ist der Einstieg in das Sportwetten-Geschäft in den letzten Jahren gut gelaufen. Mittlerweile ist DraftKings in allen Bundesstaaten, die Online-Sportwetten und Online Casinos zulassen, vertreten. Ein großer Vorteil von DraftKings ist, dass das Sportwetten-Geschäft schon zu einem sehr frühen Zeitpunkt mit Nachdruck ausgebaut worden ist. Dadurch war es möglich, hohe Marktanteile in der Anfangsphase zu erobern. Doch nun geht es darum, diese hohen Marktanteile zu verteidigen. Das dürfte nicht ganz einfach sein, denn Konkurrenten wie FanDuel und BetMGM machen Druck. Es ist keineswegs ausgemacht, dass DraftKings langfristig zu den größten Sportwettenanbietern in den USA gehören wird. Optimisten sagen allerdings voraus, dass DraftKings eines der absoluten Top-Unternehmen der Glücksspielbranche weltweit werden könnte. Das setzt jedoch voraus, dass DraftKings auf dem amerikanischen Sportwetten-Markt in den nächsten Jahren keine großen Fehler macht. Wie sich der neue Markt sortieren wird, ist noch nicht ausgemacht. Einiges wird davon abhängen, wie sich die Konkurrenten von DraftKings in den nächsten Jahren positionieren.

Auf lange Sicht ist ein hoher Anteil im Endkundengeschäft für DraftKings das größte Ziel. Eine wichtige Rolle dürfte dabei spielen, dass DraftKings in den USA eine starke Marke ist. In Europa kennt DraftKings kaum jemand. Aber in den USA ist DraftKings durch Fantasy Sports eine große Nummer. Das könnte ein wichtiger Erfolgsfaktor werden, denn es gibt jetzt schon viele kleine und große Buchmacher in den USA, die keinen hohen Bekanntheitsgrad haben. Gegenüber diesen Anbietern hat DraftKings einen strukturellen Vorteil. Zudem kann DraftKings deutlich mehr investieren als viele Konkurrenten. Aber auch bei DraftKings hat man verstanden, dass der Erfolg im Endkundengeschäft auf dem Sportwetten-Markt in den USA kein Selbstläufer ist. Deswegen ist die Entscheidung, bei den Investitionen das Endkundengeschäft in der nahen Zukunft zu bevorzugen, von hoher strategischer Wichtigkeit. Im Idealfall wird man in einigen Jahren feststellen, dass die aktuelle Strategie-Änderung die entscheidende Voraussetzung dafür war, die Marktführerschaft in vielen amerikanischen Bundesstaaten im Sportwetten-Geschäft übernehmen bzw. zu sichern.