DraftKings hat eine Kapitalerhöhung um 1,66 Milliarden Dollar angekündigt. Der amerikanische Spezialist für Fantasy Sports braucht das Geld, um wichtige Investitionen auf dem wachsenden Sportwetten-Markt in den USA zu tätigen. Ursprünglich war eine kleinere Kapitalerhöhung angekündigt. Doch die Umstände haben sich geändert.

DraftKings besorgt sich frisches Kapital am Aktienmarkt

DraftKings Fantasy SportDraftKings ist der Marktführer beim Fantasy Sports in den USA. Aber auch das Sportwetten-Geschäft hat mittlerweile eine attraktive Größe. In den nächsten Jahren soll das Geschäft mit den Sportwetten in den USA allerdings noch deutlich wachsen, da viele Bundesstaaten zum ersten Mal überhaupt Online-Sportwetten zulassen werden. Deswegen hat DraftKings in den vergangenen Jahren bereits einige wichtige Investitionen gemacht. Doch es ist noch deutlich mehr Geld nötig, um in den nächsten Jahren auf der Überholspur zu bleiben. Deswegen hat DraftKings angekündigt, 32 Millionen Aktien verfügbar zu machen, die bislang im Besitz einiger weniger Anteilseigner waren. Unter anderem wird auch Shalom Meckenzie, der Gründer von SBTech, einen Teil seiner Aktien von DraftKings zum Verkauf stellen. Etwa 16 Millionen Aktien sollen über große Anteilseigner verfügbar gemacht werden. Weitere 16 Millionen Aktien sind im Moment im Unternehmensbesitz und werden nun öffentlich verkauft. Den Verkauf der 32 Millionen Aktien organisieren die renommierten Banken Goldman Sachs und Credit Suisse. Ursprünglich sollten nur 1,03 Milliarden Dollar erwirtschaftet werden auf diesem Weg. Doch die Anzahl der Aktien ist kurzfristig erhöht worden, sodass bei einem festgelegten Verkaufspreis von 52 Dollar pro Aktie ein Erlös von 1,66 Milliarden Dollar erwartet wird.
Es dürfte nicht schwer sein, Käufer für die 32 Millionen Aktien von DraftKings zu finden. Das Unternehmen ist gesund und hat ein riesiges Wachstumspotenzial. Der amerikanische Sportwetten-Markt dürfte innerhalb des nächsten Jahrzehnts sogar die Größe des europäischen Sportwetten-Marktes übertreffen. Im Gegensatz zu vielen europäischen Buchmachern, die im Moment versuchen, in den USA mit Sportwetten Fuß zu fassen, profitiert DraftKings von einer riesigen Kundenbasis. Es gehört nicht viel Fantasie dazu sich vorzustellen, dass die vielen Kunden von DraftKings, die bislang vor allem Fantasy Sports nutzen, auch Interesse haben an Sportwetten. Deswegen erwarten einige Experten, dass DraftKings langfristig zum Marktführer im Sportwetten-Bereich werden könnte. Ob es wirklich dazu kommt, hängt letztlich auch von den strategischen Entscheidungen des Unternehmens ab. Die aktuelle Kapitalerhöhung zeigt aber, dass DraftKings gewillt ist, das gesamte Potenzial des Unternehmens auszunutzen. Eine Summe von 1,6 Milliarden Dollar klingt nach einem Riesenbetrag. Aber angesichts des riesigen Sportwetten-Markts in den USA ist es schlichtweg notwendig, in derartigen Dimensionen zu investieren. Nicht zuletzt muss auch DraftKings mit den Folgen der aktuellen Krise umgehen und dementsprechend finanzielle Rücklagen nutzen.

DraftKings-Aktie bislang riesiger Erfolg

DraftKings ist erst seit Juli 2019 an der Börse. Zum Einstand lag der Aktienkurs bei 10,68 Dollar. Der bisherige Rekordwert ist 63,78 Dollar und erst vor wenigen Wochen entstanden. Durch die Ankündigung der Kapitalerhöhung und den festgelegten Verkaufspreis von 52 Dollar ist der Aktienkurs allerdings etwas unter Druck geraten. Nicht alle Analysten sind begeistert davon, dass der Kaufpreis für die Kapitalerhöhung bei der Ankündigung unter dem Marktpreis lag. Mittlerweile hat sich der Marktpreis an den festgelegten Verkaufspreis für die Kapitalerhöhung angepasst. Für die Aktienbesitzer, die dadurch Verluste erleiden mussten, bleibt ein unangenehmer Beigeschmack. Aber es spricht vieles dafür, dass sich die Aktie von DraftKings langfristig positiv entwickeln wird. Wer das Glück hatte, gleich von Anfang an Aktien von DraftKings zu besitzen, konnte immerhin den Einsatz mindestens verfünffachen bislang. Das ist eine starke Nummer, die eindeutig zeigt, wie groß das Vertrauen der Anleger in DraftKings ist. Es gibt auch keinen Grund zu glauben, dass DraftKings durch die aktuelle Krise in irgendeiner Weise vom Abkommen könnte. Ein großer Teil des Geschäfts von DraftKings funktioniert mittlerweile online, sodass diverse Einschränkungen durch die Gesundheitskrise in der Praxis nicht relevant sind für das Unternehmen.

Allerdings muss berücksichtigt werden, dass DraftKings stark davon abhängt, dass Sportveranstaltungen stattfinden. Es kann durchaus passieren, dass in den nächsten Monaten noch einmal eine ähnliche Situation wie im Frühjahr 2020 eintritt und viele Sportveranstaltungen abgesagt werden müssen. Das wäre dann auch für DraftKings problematisch. Aber irgendwann ist die Krise vorbei und dann ist DraftKings hervorragend aufgestellt, um den amerikanischen Markt für Fantasy Sports und Sportwetten zu bedienen. Viele Sportwetten-Fans haben nach dem Neustart des Profisports in den USA bereits eifrig davon Gebrauch gemacht, dass deutlich mehr Sportwetten verfügbar sind in vielen Bundesstaaten als in früheren Jahren. DraftKings ist auf einem Wachstumskurs und auch wenn das Wachstum vielleicht noch einmal durch schwierige Rahmenbedingungen kurzfristig gebremst werden sollte, sind die Voraussetzungen für langfristiges Wachstum gut. Die Kapitalerhöhung zeigt zudem, dass DraftKings dazu in der Lage ist, ohne die Hilfe von Banken gigantische Beträge zu bewegen.

Hier mehr über die Kapitalerhöhung von DraftKings lesen (auf Englisch).