Eigentlich ist es kaum zu glauben: Wir leben im 21. Jahrhundert, und noch immer muss man in zahlreichen Geschäftszweigen ein enormes Ungleichgewicht zwischen den Geschlechtern feststellen. Besonders stark davon betroffen sind Frauen, die gerade in Führungspositionen nur sehr mager vertreten sind. Und wenn man Statistiken und die einschlägigen Medien verfolgt, stellt man fest, dass das auch in der Glücksspiel-Branche so ist. Schon im 18. Jahrhundert wurde die erste, wenn auch noch etwas zaghafte, Aufklärungs-Welle losgetreten, bei der es sich u. a. um die Gleichstellung der Geschlechter drehte. Bis zum Wahlrecht für Frauen dauerte es dann allerdings nochmal rund 200 Jahre. 

Bringt Diversität der Glücksspiel-Branche noch mehr Erfolg?

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Heute ist die Basis der Gleichberechtigung ein weltweit gültiger Gleichheitssatz der UN-Menschenrechtskonvention, der folgendermaßen lautet: „Alle Menschen sind frei und gleich an Würde und Rechten geboren.“ Auch wenn in unserer Zeit Frauen in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft ihren männlichen Artgenossen offiziell gleichgestellt sind, sind doch immer noch Unterschiede festzustellen – ganz besonders in den Chefetagen mittelständischer und großer Wirtschaftsunternehmen. Unter den ganz großen Lenkern und Entscheidungsträgern findet man nur sehr wenige Frauen an. Und das ist auch in der Glücksspiel-Branche nicht anders. Aber wir wollen hier nicht mit dem Finger auf diesen Geschäftszweig zeigen, denn aktuell ist durchaus ein Umbruch zu erkennen. Um nun endgültig die „...Kluft zwischen den Geschlechtern“ beenden zu können, ist die Stärkung von Frauen auch in Führungspositionen dringend erforderlich. Nur so kann die sogenannte ‚Gender-Gap‘ ihr komplettes Potenzial entfalten. An diesem Punkt wird bereits sehr viel gearbeitet. Beispielsweise wurden Initiativen gegründet, deren Schwerpunkt es ist, speziell Frauen zu kontaktieren, die einen Einstieg in die eSport-Branche suchen. Auch eine ganze Reihe namhafter Glücksspielkonzerne kündigte an, „... mehr Diversität in ihren Unternehmen zu schaffen“.

Dabei geht es unter anderem darum, mehr weibliche Mitarbeiter in den Vorstand zu berufen. Dies kündigte jedenfalls der irische Glücksspiel-Riese Flutter Entertainment an, und ein weiterer Glücksspiel-Gigant ist ebenfalls mit im Boot. Der Konzern Entain (ehemals GVC Holdings), der seinen Hauptsitz auf der Isle of Man hat, hatte bereits im vergangenen Jahr seine Beteiligung an dem „All in Diversity Project“ mitgeteilt. Eigenen Angaben des Unternehmens zufolge, spielen Vielfalt und Inklusion schon seit Jahren eine große Rolle in der Firmenphilosophie von Entain plc . Allein im Jahre 2020 hätte sich der Anteil an weiblichen Führungskräften im Konzern auf stolze 40,3 Prozent erhöht.

Mehr Diversität ist wünschenswert

Es ist zu wünschen, dass noch weitere Initiativen gegründet werden, die auch in Bereiche eindringen, die „... sich hinter den Kulissen abspielen“. Hierfür könnte man als Beispiel die Entwickler von Spielen für Online Casinos und Konsolen anführen. Experten-Aussagen zufolge, ist gerade in diesem Bereich die Nachfrage besonders groß. Lauren Duke ist bei dem Spiele-Entwickler Kabam angestellt. Ihre Biografie änderte sich schlagartig, „... nachdem sie sich vor mehreren Jahren der iGaming-Branche angeschlossen“ hatte. Inzwischen gehört sie zu den ganz großen Entscheidungsträgerinnen im Unternehmen und ist mittlerweile Senior Director bei der Geschäftsentwicklung. Ein anderes Beispiel ist Camilla Avellar. Die Spieledesignerin des Unternehmens Supercell ist der Meinung, dass sie im Vergleich zu ihren männlichen Kollegen bei der Spieleentwicklung vollkommen andere Perspektiven anbieten könnte und erklärt: „Es versteht sich von selbst, dass jedes Unternehmen im Jahr 2021 Vielfalt im Team anstreben sollte – mit einer Vielfalt, die nicht auf das Geschlecht beschränkt ist. Wenn Leute mit unterschiedlichem Hintergrund im Team sind, werden während der Spiele-Entwicklungsphase unterschiedliche Meinungen vertreten, was auf lange Sicht von großem Nutzen sein kann.“ Sollte sich dieser Trend auch in der Zukunft weiter fortsetzen, werden weiblichen Mitarbeiterinnen in der Glücksspiel- und Gaming-Branche wesentlich mehr Möglichkeiten geboten, sich beruflich zu engagieren. Nicht nur die Macher des „All in Diversity Projects“ sind der Ansicht, dass Frauen in der Branche unerlässlich sind. Sie helfen dem Glücksspiel erfolgreich zu wachsen und zukünftige Generationen von Spielern mit einzubeziehen und zu inspirieren.  

Das „All in Diversity Project“, dem sich auch Branchengrößen wie u.a. Microgaming oder Red Tiger angeschlossen haben, veröffentlicht jährlich im sogenannten „All Index“ eine Umfrage, bei der es um Maßstäbe für Vielfalt, Inklusion und Gleichheit in der weltweiten Glücksspiel- und Sportwetten-Industrie geht. Dieser Bericht soll regelmäßig veranschaulichen, inwieweit die gesamte Branche im Bereich D & I Fortschritte macht. Entwickelt wurde diese Umfrage gemeinsam mit der University of Nevada and Las Vegas (UNLV) und dem Center of Diversity & Policy Research and Practice der Oxford Brookes University Business School. Claudia Ginex ist die Leiterin der Abteilung People bei der Gaming Innovation Group (GiG.com) in Malta. Sie wird auf der Website der „All in Diversity Project“-Website so zitiert: „Die Teilnahme an der All-Index-Initiative war von wesentlicher Bedeutung, um das Bewusstsein für die Bedeutung der Vielfalt im Unternehmen zu schärfen. Die Möglichkeit zu haben, unsere Herausforderungen mit anderen Unternehmen und Vordenkern der Branche zu teilen, ist von unschätzbarem Wert und hilft, sich auf die Bereiche zu konzentrieren, in denen Verbesserungen erforderlich sind. Ich würde der gesamten Branche empfehlen, sich dieser Initiative anzuschließen, um uns zu befähigen, etwas zu bewirken und den Wandel hin zu einem besseren Arbeitsumfeld voranzutreiben, in dem es bei Vielfalt nicht nur um Statistiken und Quoten geht, sondern um einen echten Wert, der im Mittelpunkt unseres Handelns steht.“