Welche Spiele sorgen für besonders viel Aufregung? In Großbritannien ist gerade eine interessante Studie auf dem Markt gekommen, in der auf der Basis von Kommentaren untersucht wird, welche Videospiele die größten Aufreger sind. Es gibt einige interessante Überraschungen. Wer sich ein bisschen mit Spielen auskennt, weiß, dass es positive und negative Aufregung gibt. Es gibt Spieler, die nicht verlieren können und dementsprechend dann reagieren. In der aktuellen Studie aus Großbritannien wird auf der Basis von Kommentaren untersucht, welche Spiele besonders viel Aufregung verursachen. In diesem Fall geht es um die negative Ausprägung, denn untersucht wurde, mit welchen Kommentaren sich die Spieler aus einem Spiel verabschieden. Es ist eben keine Besonderheit von Videospielen, dass es großen Ärger geben kann, wenn ein Spieler verliert. Auch bei Brettspielen gibt es Spezialisten, die völlig durchdrehen und das Brett und die Spielsteine durch die Gegend werfen, wenn das Spiel nicht wie gewünscht läuft.

Jedes Spiel kann Stress verursachen

Fortnite Game

Sogar in Online Casinos kann es durchaus einmal passieren, dass Spieler sich aufregen und kurzfristig beschließen, nie mehr zu spielen, weil das Glück nicht in die gewünschte Richtung läuft. Es ist auch keine Seltenheit, dass in Spielbanken und Spielhallen aus Beton Spieler mitunter die Geduld verlieren und dann mit einem heftigen Kommentar das Spiel verlassen. Man denke nur an die vielen Kartenspiel-Profis, die durch die Fernsehübertragung in den letzten zwei Jahrzehnten weltberühmt geworden sind. Phil Hellmuth ist das bekannteste Beispiel für einen Profispieler, der bei Niederlagen schnell die Fassung verliert. Vielleicht ist das auch verständlich, denn beim Glücksspiel geht es in der Regel um viel Geld. Aber warum drehen Menschen durch, wenn sie bei einem Videospiel verlieren oder etwas nicht wie gewünscht läuft?

Ein modernes Videospiel ist in erster Linie ein Wettkampf. Entweder tritt der Spieler gegen den Computer oder aber gegen andere Spieler im gleichen Raum oder am anderen Ende der Welt an. Dank Internet ist es heutzutage problemlos möglich, mit vielen unterschiedlichen Spielern auf dem Planeten gleichzeitig zu interagieren. Wenn dann etwas nicht wie gewünscht läuft, ist es durchaus nachvollziehbar, dass der Spaßfaktor in den Keller geht. Zum Teil gibt es heftige Kommentare, wenn sich die Spieler aus einem Spiel verabschieden. Das ist nicht schön, aber vielleicht dann doch ein Stück weit menschlich. Die aktuelle Studie liefert nicht wirklich eine Antwort darauf, welche Rolle das gespielte Game spielt. Aber es ist durchaus vorstellbar, dass es Unterschiede gibt. Es gibt Spiele, bei denen es in erster Linie auf Kooperation ankommen. Bei diesen Spielen ist es vielleicht ein bisschen schwieriger, komplett die Fassung zu verlieren bei einer Niederlage. Wenn es hingegen um einen harten Wettkampf zwischen Individuen gibt, ist es durchaus vorstellbar, dass eine Niederlage besonders schmerzhaft ist. Aber vielleicht ist auch alles ganz anders und der Furor ist besonders heftig, wenn ein Teammitglied einen Fehler macht. Fakt ist, dass die beim Sport vielbeschworenen Emotionen auch bei Videospielen zu finden sind. Das dürfte auch ein Grund sein, warum der Esport mittlerweile enorm populär ist. Es handelt sich eben nicht um Spiele, die einfach nur mit kühlem Kopf und kleinen Fingerbewegungen stattfinden. Die Emotionen können hochkochen, wenn Spieler in einem Wettkampf gegeneinander antreten beim Esport.

Minecraft und Call of Duty besonders stressig

In der aktuellen Studie aus Großbritannien ist erstaunlicherweise Minecraft das Spiel, das die meisten bösen Kommentare bei Spielern provoziert, wenn sie das Spiel verlassen.  Dabei muss allerdings berücksichtigt werden, dass Minecraft auch eines der populärsten Spiele aller Zeiten ist. Deswegen gibt es besonders viele Spieler, die sich aufregen können. Fast genauso viel Aufregung verursacht Call of Duty. Mit einigem Abstand kommen dann Spiele wie FIFA, Battlefield, Grand Theft Auto und Counterstrike: Global Offensive. Ein interessantes Detail ist, dass die Spieler, die am PC aktiv sind, besonders häufig die Contenance verlieren. Ob es dafür einen nachvollziehbaren Grund gibt oder ob es sich nur um einen statistischen Zufall handelt, lässt sich schwer beurteilen. Allerdings ist auffällig, dass Spieler an Spielkonsolen von Nintendo und Microsoft deutlich seltener durchdrehen als Spieler, die eine Playstation oder einem PC nutzen.

Ungefähr 85 Prozent aller Spieler haben nach eigenen Angaben bereits einmal ein Spiel mit einem heftigen Kommentar verlassen. Das sollte auch niemanden überraschen, denn wer möchte schon gerne verlieren? Manchmal läuft auch etwas nicht besonders gut und dann ist es vielleicht gar nicht so schlecht, den angestauten Ärger raus zu lassen. In jedem halbwegs interessanten Wettkampf geht es um etwas. Und das ist die entscheidende Voraussetzung dafür, dass sich Menschen aufregen können, wenn nicht alles optimal läuft. Es wäre vielleicht interessant zu untersuchen, ob es bei den Aufregern um die eigene Person oder um andere Spieler geht. Vielleicht bekommt auch gelegentlich der Spielehersteller seinen Senf weg, wenn zum Beispiel das Spiel nicht richtig funktioniert oder einen Bug hat.