Dass sich der Deutsche Fußball Bund (DFB) auch im Bereich eSport engagiert, ist schon lange kein Geheimnis mehr. Mit eFriendlies und der eNationalmannschaft startet der DFB schon seit geraumer Zeit durch, doch was nun noch zusätzlich Einzug in den eSport hält, ist absolut spannend. Ab dem 21. November 2020 wird es einen neuen FIFA Wettbewerb geben, den DFB ePokal. Er unterscheidet sich kaum von dem „richtigen“ DFB Pokal. Auch beim ePokal kommt es zu den typischen David gegen Goliath Duellen, bei denen große etablierte Klubs gegen Amateure spielen.

25.000,- Euro Premieren-Siegprämie

esport Sportwetten FussballDie Anmeldephase läuft schon seit dem 16. Oktober und geht noch bis zum 18. Dezember. Wer mitmachen will, muss sich zunächst einmal auf der Seite des DFB eFootball registrieren und sich dann an die Zusammenstellung seines eigenen Teams machen. Zwischen drei und fünf Personen vertreten einen Verein. Das Pokal-Abenteuer kann beginnen, sofern man über ein stabiles Netz verfügt und entweder eine PlayStation4 oder eine Xbox One besitzt sowie natürlich FIFA 21. In der Qualifikationsrunde, auch Qualifier genannt, werden aus den Regionen Osten, Westen, Norden und Süden der BRD jeweils die Top 4 Amateur-Vereine ermittelt, und zwar online, pro Konsole und im 90er Modus. Danach gibt es noch zwei weitere Qualifikationsrunden: der Club Qualifier und die Landesverbands Trophy. Der Höhepunkt der der Saison ist das Grand Final des DFB ePokals, dass im Frühjahr in Berlin stattfindet. Dort treffen dann die letzten acht Vereine aufeinander, die sich in der Hauptrunde qualifiziert haben, in der die Profis gegen die Amateure spielen. In einem Playoff Format pro Konsole werden anschließend die vier Finalteilnehmer aus den verbliebenen acht Vereinen ermittelt . Von da ab wird der klassische Turnierbaum gespielt bis zum „DFB ePokal Cross Console Finale“. Das Mitspielen bringt nicht nur Ruhm und Ehre, sondern lohnt sich auch finanziell. Der Gewinner des Premieren-DFB ePokals erhält 25.000,- Euro Siegprämie. Der zweite Platz bekommt 12.500,- Euro, und der Dritt- und Viertplatzierte kann sich jeweils noch über 5.000,- Euro freuen.

Visionen im eFootball

Der Abteilungsleiter für Strategisches Marketing beim DFB, Holger Merk, verkündet stolz: „Der DFB ePokal ist unser Leuchtturmprojekt, wenn es um die nationale Aktivierung möglichst aller Casual Gamer in Deutschland geht. Hier geben wir Teams die Chance, unter der Flagge ihres Heimat Amateurvereins am Wettbewerb teilzunehmen. Am Ende winkt das Match gegen die Profi Clubs der VBL, und im Erfolgsfall sogar die Nominierung für die eNationalmannschaft und somit die Teilnahme am FIFA eNations Cup. Damit bilden wir von der Basis bis an die Spitze einen nationalen Wettbewerb der unsere Vision im eFootball optimal wiederspiegelt.“ Darüber hinaus stellt er auch noch das Besondere am DFB ePokal heraus: „Zum einen bieten wir die Möglichkeit, mit einem Team aus drei bis fünf Spieler*innen anzutreten. Zum anderen ist der Spielmodus eine Besonderheit, da das Team zwei Spiele im 2v2 bestreitet und taktisch vor Spielbeginn bestimmen kann, wer welches Spiel bestreiten wird. Der Sieger erhält pro Partie zwei Punkte. Steht es nach dem zweiten Spiel unentschieden, entscheidet ein 1v1 das Match. Das siegreiche Team zieht in die nächste Runde ein. Der Verlierer scheidet aus. Die Teamgröße, das taktische Element und der K.O. Modus bieten eine höhere Spannung, als dies bei anderen FIFA Events der Fall ist.“

DFB will weiter investieren

Der DFB will mit seinem eFootball Engagement in erster Linie die sogenannten Casual Gamer der Community erreichen und hofft, dadurch seiner Rolle im eSport gerecht zu werden. Über seine eFootball Plattform im Internet bietet der DFB einen Spielbetrieb an, der die vielen deutschen PES- und FIFA Spieler ansprechen soll. Ein Schulterschluss mit den Amateurvereinen und den Landesverbänden des DFB hat diese Umsetzung realisiert. Holger Merk sieht darin eine gute Möglichkeit, um die virtuelle Fußballwelt mit der realen zu verbinden. Drei Produkte sollen das Wachstum des eFootballs langfristig unterstützen. Zum einen sind das die DFB Heimspiele. „Darunter verstehen wir „Jedermann“-Turniere, aber auch Mixed Team Länderspiele gegen andere Nationalverbände. Im Vordergrund stehen die Spielfreude und der Entertainment Faktor, welche bei den Spielen zum Ausdruck kommen. Hier haben wir tolle Erfahrungen nach Launch der Plattform im März 2020 gemacht“, erklärt Merk. Zum Zweiten gibt es die eNationalmannschaft. „Der Name ist hier Programm! Wir nominieren die besten deutschen Spieler für die Qualifikationsphase und das Endrunden Turnier des FIFA Nations Cup. Im Vordergrund steht klar die Leistung, wenn sich die besten Spieler der Welt als Repräsentanten ihres Landes miteinander messen.“ Nun ist mit dem DFB ePokal ein weiteres Highlight hinzugekommen. Das kommentiert Holger Merk so: „Hier erzählen wir die Geschichte von David vs. Goliath im virtuellen gewand und bieten allen Casual Gamern und auch Profis die Möglichkeit, an diesem Wettbewerb, als Teil der Global Series, zu partizipieren.“ Für die Zukunft wünscht sich der DFB, dass es ihm gelingt, flächendeckend in ganz Deutschland einen virtuellen organisierten Spielbetrieb herzustellen. Beginnen will er bei der Basis und sich dabei nicht unbedingt an den  altbewährten Strukturen des Fußballs bedienen. Es sollen Angebote für die Community und im besten Fall sogar mit der Community entwickelt werden. Hierfür ist die Kooperation mit EA Sports und FIFA notwendig. Der DFB zeigt sich in jedem Fall bereit: für Gespräche, für die Umsetzung und für Investitionen.