Für den Deutschen Lotto- und Totoblock ist die neue Glücksspielregulierung ein Glücksfall. In einer aktuellen Presseerklärung erläutert der Geschäftsführer des DLTB, warum der neue Glücksspielstaatsvertrag aus Sicht der Lotto- und Toto-Anbieter positiv zu bewerten ist.

Lotteriemonopol wird durch Regulierung gestärkt

Lotto GlücksspielBei der Diskussion um die neue Glücksspielregulierung, die mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag ab Mitte 2021 in Deutschland eingeführt wird, geht es fast immer um die Online Casinos und die Online-Buchmacher. Aber es wird oft übersehen, dass auch die Lottoanbieter durch den Glücksspielstaatsvertrag reguliert werden. Diese Thematik haben aber viele Glücksspiel-Fans nicht auf dem Schirm, da Lotto zumindest gefühlt seit Jahrzehnten mehr oder weniger gleich abläuft. Warum sollte es also irgendwelche Änderungen im Glücksspielstaatsvertrag geben? Für Jürgen Häfner, den aktuellen Geschäftsführer des Deutschen Lotto- und Totoblocks, ist die Antwort klar: In den letzten Jahren haben die deutschen Lottogesellschaften zunehmend Schwierigkeiten gehabt mit privaten Lottoanbietern. Grundsätzlich gilt in Deutschland, dass der Staat das Lottomonopol hat. Deswegen kann nur der Staat Lotterien im großen Stil anbieten. Doch aktuell gibt es private Anbieter mit Sitz außerhalb Deutschlands, die nach Auffassung der meisten Rechtsexperten illegale Lotterien in Deutschland anbieten. Bislang war es jedoch schwierig, gegen diese Lottoanbieter vorzugehen. Mit dem neuen Glücksspielstaatsvertrag soll es jedoch deutlich leichter werden, gegen die unerlaubte private Konkurrenz vorzugehen. Das Thema stand bei den Diskussionen um den neuen Glücksspielstaatsvertrag weit oben auf der Liste, da alle Bundesländer Lotto anbieten und dementsprechend daran interessiert sind, dass ein fairer Markt vorhanden ist.

Das Vorgehen gegen illegale Anbieter war bislang im Rahmen des Glücksspielstaatsvertrags zwar auch schon möglich, aber in der Praxis doch recht schwierig. In Zukunft wird es jedoch in Deutschland eine Glücksspielbehörde geben, die sich mit der Durchsetzung des Rechts tagtäglich befassen wird. Die Glücksspielbehörde wird vor allem geschaffen, um die Online-Spielbanken und die Online-Buchmacher zu lizenzieren und zu kontrollieren. Aber darüber hinaus wird es eine wichtige Aufgabe der Glücksspielbehörde sein, den Markt zu kontrollieren und zusammen mit anderen staatlichen Behörden dafür zu sorgen, dass Maßnahmen gegen illegale Anbieter umgesetzt werden. Ob sich die Situation in der Praxis wirklich erheblich ändern wird, bleibt abzuwarten. Aber durch den Glücksspielstaatsvertrag hat sich die Situation für die Anbieter von Lotto und Toto in Deutschland zumindest nicht verschlechtert. Auch das ist schon ein Erfolg. Da die Bundesländer erhebliche Einnahmen durch Lotto und Toto haben, war grundsätzlich erwartet worden, dass man sich im neuen Glücksspielstaatsvertrag auf entsprechende Regelungen einigen würde. Das ist passiert und deswegen gibt es zumindest berechtigte Hoffnungen, dass das Lotteriemonopol in Deutschland weiterhin erhalten bleibt, nicht nur der Theorie, sondern auch in der Praxis. Deutlich komplexer ist die Umsetzung der Glücksspielregulierung im Bereich der Slots und Sportwetten.

Erfolg gegen illegale Anbieter entscheidend für Regulierung

Jede Glücksspielregulierung funktioniert nur so gut wie die Maßnahmen, die gegen illegale Anbieter durchgesetzt werden. Was bedeutet das konkret? Früher musste der Staat dafür Sorge tragen, dass neben den lizenzierten Spielhallen und Spielbanken keine weiteren Glücksspielangebote verfügbar waren. Im Großen und Ganzen ist es relativ einfach, das illegale Glücksspiel offline zu kontrollieren. Beim klassischen Offline-Glücksspiel ist alles letztlich nur eine Frage des Aufwands, den die Polizei und die zuständigen Staatsanwaltschaften betreiben. Grundsätzlich ist es relativ einfach, den illegalen Anbietern auf die Spur zu kommen und dann entsprechend auch Maßnahmen umzusetzen. Völlig anders ist die Situation im Internet. Bei den Glücksspielanbietern im Netz ist es sehr leicht herauszufinden, welche Anbieter problematisch sind und auf welchen Webseiten Angebote ohne Lizenz präsentiert werden. Es ist jedoch sehr viel schwieriger, diese Angebote zu entfernen. Deswegen werben Experten dafür, dass eine Glücksspielregulierung beim Online-Glücksspiel so angesetzt sein muss, dass das legale Angebot attraktiv ist. Nur dann entscheiden sich die meisten Glücksspiel-Fans freiwillig für die legalen Anbieter. Wenn das legale Angebot jedoch nicht attraktiv genug ist, gibt es einen hohen Anreiz für viele Glücksspiel-Fans, den legalen Markt zu verlassen.

Es wird sehr spannend sein zu sehen, wie die deutschen Bundesländer und die neue deutsche Glücksspielbehörde gegen die legalen Anbieter vorgehen werden. Das große Problem ist, dass die Anbieter in anderen Ländern ansässig sind. Hoffnung gibt es vielleicht noch bei Glücksspielanbietern, die in der Europäischen Union ihren Sitz haben. Aber was sollen die zuständigen Beamten in der künftigen Glücksspielbehörde in Sachsen-Anhalt unternehmen, wenn ein Glücksspielanbieter irgendwo in der Karibik sitzt? Kommen dann Internetsperren? Bislang war es in Deutschland nicht möglich, Internetsperren durchzusetzen, da es eine starke Lobby gegen dieses Instrument gibt. Ob gerade beim Glücksspiel der Gesetzgeber die Möglichkeit finden wird, Internetsperren umzusetzen, darf zumindest bezweifelt werden. Aber vielleicht gibt es auch noch andere Optionen, die Glücksspielanbieter ohne Lizenz vom deutschen Markt fernzuhalten. Nur wenn das gelingt, darf sich der Deutsche Lotto- und Totoblock auch in Zukunft über eine erfolgreiche deutsche Glücksspielregulierung freuen.

Hier mehr über den positiven Kommentar des Deutschen Lotto- und Totoblocks zum Glücksspielstaatsvertrag lesen.