Für den DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker ist die aktuelle Gesundheitskrise auch hinsichtlich des illegalen Glücksspiels in Deutschland ein riesiges Problem. Der Bedarf nach Glücksspiel ist immens und deswegen entwickeln sich zunehmend illegale Angebote. Die Gesundheitskrise hat die Glücksspielbranche in Deutschland empfindlich getroffen. Es hätte wohl kaum eine andere Krise geben können, bei der Spielhallen und Spielbanken ähnlich hart getroffen worden wären. Für die deutschen Glücksspielanbieter ist es auch kein Trost, dass die Online Casinos besser denn je laufen. Die Unternehmen hinter dem Online Casino sitzen nicht in Deutschland, sondern in Ländern wie Malta, Großbritannien oder Zypern. Doch unabhängig vom Online-Glücksspiel beobachtet der DAW (Deutsche Automatenwirtschaft e.V.), dass zunehmend illegale Angebote im stationären Bereich entstehen.

Illegales Glücksspiel floriert in Gesundheitskrise

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Wie kann das sein? Die Antwort ist ganz einfach: Es gibt viele Glücksspiel-Fans, die keine Lust darauf haben, im Internet zu spielen. Da Spielhallen und Spielbanken allenfalls unter der Beachtung sehr strenger Hygienevorschriften in Deutschland öffnen dürfen im Moment, entstehen illegale Alternativen. Schon vor der Gesundheitskrise gab es das Problem, dass es auch beim stationären Glücksspiel einen Schwarzmarkt gibt. Aber solange ein gutes legales Angebot vorhanden war, konnte der Schwarzmarkt auf einem niedrigen Niveau eingedämmt werden. Doch nach DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker ändert sich das aktuell, denn viele Glücksspiel-Fans wollen nicht auf die Rückkehr zur Normalität warten. Deswegen entsteht in so manchem Hinterzimmer im Moment eine kleine Glücksspielhölle. Illegale Glücksspielanbieter, die in irgendwelchen Räumen verbotenerweise Slots und andere Glücksspiele anbieten, kümmern sich in der Regel nicht um Hygienevorschriften. Doch das ist nur ein Teil des Problems. Für die Glücksspiel-Fans ist es mindestens genauso problematisch, dass bei illegalen Anbietern in der Regel manipulierte Spielgeräte genutzt werden. Glücksspiel-Fans, die illegale Angebote in irgendwelchen dubiosen Räumlichkeiten nutzen, sollte nicht davon ausgehen, faire Spiele vorgesetzt zu bekommen.

Das ist nach Erfahrung des DAW und auch der meisten Polizeibehörden eher die Ausnahme als die Regel. Warum sollten die illegalen Glücksspielanbieter auch die zusätzlichen Einnahmen, die durch manipulierte Spiele möglich sind, nicht kassieren? Wer sich ohnehin auf dem Pfad der Illegalität bewegt, wird wohl kaum ein schlechtes Gewissen beim Abzocken der Kunden haben. Nach Einschätzung von DAW-Vorstandssprecher Georg Stecker ist der einzige Ausweg eine schnelle Rückkehr zum legalen Glücksspielmarkt. Dafür müssten die Spielhallen und Spielbanken möglichst schnell wieder öffnen. Doch aktuell ist nicht absehbar, wie schnell die Rückkehr zur Normalität genehmigt wird. Eines dürfte aber sicher sein: Je länger es dauert, Spielhallen und Spielbanken wieder zu öffnen, desto größer wird das Problem mit illegalen Glücksspielanbietern.

Viele legale Glücksspielanbieter unter Druck

Der DAW ist einer der großen Verbände der deutschen Glücksspielbranche. Laut Vorstandssprecher Georg Stecker musste die Branche insgesamt im Jahr 2020 einen Einbruch beim Umsatz in Höhe von etwa 50 Prozent hinnehmen. Keine Branche kann einen derartigen Umsatzeinbruch ohne erhebliche Auswirkungen verkraften. Was bedeutet das konkret für die deutsche Glücksspielbranche? Georg Stecker geht davon aus, dass viele Glücksspielanbieter aufgeben müssen, wenn nicht bald wieder vernünftige Umsätze erzielt werden können. Bedeutet das, dass es in Zukunft weniger Spielhallen in Deutschland geben wird? Das dürfte eher nicht der Fall sein, denn im Zweifel übernehmen dann größere Glücksspielanbieter die kleinen Unternehmen, die nicht die genug Substanz haben, um die Krise zu überstehen. Am Ende könnte der bislang relativ diverse Spielhallen-Markt in Deutschland wohl nur noch von wenigen großen Anbietern dominiert werden. Das ist allerdings nur die günstigste Prognose. In jedem Fall dürfte dazu kommen, dass viele kleine Unternehmen aufgeben müssen. Viele Spielhallen werden von einzelnen Personen oder als Familienbetrieb geführt. Die sozialen Auswirkungen von Spielhallen-Schließungen im großen Stil sind deswegen für die gesamte Gesellschaft ein Problem. Gerade in der aktuellen Situation sollte die Politik eigentlich ein großes Interesse daran haben, möglichst viele Unternehmen zu retten, auch in der Glücksspielbranche.

Für Georg Stecker stellt sich die Frage, ob es wirklich sinnvoll sein kann, zahlreiche illegale Glücksspielanbieter zuzulassen, während zeitgleich die legalen Glücksspielanbieter die Tore geschlossen halten müssen. Vielleicht gibt es tatsächlich so etwas wie einen Mittelweg. Wenn die legalen Glücksspielanbieter zumindest teilweise wieder öffnen könnten im ganzen Land, unter Umständen auch mit sehr strengen Hygienevorschriften, würde das zumindest den Druck ein wenig von der Branche nehmen. Im Moment kann es für die stationären Glücksspielanbieter ohnehin nur darum gehen, irgendwie die Krise zu überstehen. Die große Hoffnung ist, dass sich in der zweiten Jahreshälfte die Situation normalisiert. Dann wäre es auch wieder möglich, ohne ausufernde Hygienevorschriften Kunden in Spielhallen und Spielbanken zu empfangen. Aber die nächsten Monate könnten kritisch werden. Bislang sind noch nicht viele Spielhallen aufgrund wirtschaftlicher Schwierigkeiten geschlossen worden, aber laut DAW ist nicht mehr viel wirtschaftliche Substanz vorhanden. Allerdings hat auch der DAW nicht unbedingt die Hoffnung, dass sich die Politik schnell bewegen wird. Die aktuelle Gesundheitskrise wird die deutsche Glücksspielbranche in vielerlei Hinsicht verändern. Nur das ist im Moment sicher.