In Dänemark ist der Umsatz mit Glücksspiel im Jahr 2020 deutlich nach unten gegangen. Die aktuellen Daten der Glücksspielbehörde Spillemyndigheden belegen, dass vor allem im stationären Glücksspiel heftige Umsatzeinbußen zu verzeichnen waren. Im Jahr 2020 ist der Umsatz mit Glücksspiel in Dänemark um 9,3 Prozent gesunken. Das belegen die aktuellen Daten der Glücksspielbehörde Spillemyndigheden. Insgesamt wurden in Dänemark 813 Millionen Euro mit Glücksspiel im Jahr 2020 umgesetzt. Es gibt nur einen Bereich, in dem der Umsatz gestiegen ist: Die Online Casinos konnten insgesamt einen Zuwachs von fünf Prozent verzeichnen. Das ist keine große Überraschung, denn das Online-Glücksspiel konnte auf dem Höhepunkt der Krise ohne Einschränkungen weiter angeboten werden. In Dänemark waren hingegen die Spielhallen und Spielbanken genauso wie in Deutschland für längere Zeit geschlossen im Jahr 2020.

Krisenjahr 2020 trifft dänische Glücksspielbranche

Dänemark

Die neuen Hygienevorschriften, die umgesetzt werden müssen von den Glücksspielanbietern im stationären Geschäft, haben dazu beigetragen, dass sich der Umsatz auch nach der Wiedereröffnung nicht erholen konnte. Beim Blick auf den Umsatz mit Online-Glücksspiel in Dänemark wird allerdings auch deutlich, dass es keinen überproportionalen Anstieg gegeben hat. Schon seit Jahren wächst das Online-Glücksspiel in Dänemark. Aber die Wachstumsrate war im letzten Jahr niedriger als in den Vorjahren. Somit wäre es verfehlt anzunehmen, dass die Glücksspiel-Fans im Dänemark vom stationären Geschäft zum Online-Glücksspiel gewechselt wären. Auch wenn es durchaus einzelne Glücksspielanbieter gegeben haben mag, die überproportional profitieren konnten von der Situation, lässt sich doch feststellen, dass die dänischen Glücksspiel-Fans wohl häufiger als in anderen Ländern auf ihr Hobby verzichtet haben im Jahr 2020 aufgrund der Gesamtsituation.

Der Umsatzrückgang im Jahr 2020 ist für die dänische Glücksspielindustrie problematisch. Aber das Geschäft ist nicht komplett eingebrochen. Dänemark hatte zudem den Vorteil, dass es bereits seit 2012 Online-Glücksspiele mit dänischer Lizenz gibt. Dadurch konnte der Staat auch in der Krise, als das stationäre Glücksspiel nicht oder nur sehr eingeschränkt stattfinden konnte, von Lizenzeinnahmen und Steuern profitieren. Zudem hatte die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden die Möglichkeit, die Anbieter von Online-Glücksspielen im Auge zu behalten. Auch das dürfte dazu beigetragen haben, dass der Umsatz in den Online-Spielbanken nicht durch die Decke gegangen ist. Die Daten aus anderen Ländern aus dem Jahr 2020 legen nahe, dass es ohne besondere Gegenmaßnahmen eher wahrscheinlich ist, dass die Spieler vom stationären Glücksspiel zum Online-Glücksspiel wechseln, wenn das stationäre Glücksspiel nicht oder nur eingeschränkt verfügbar ist. Besonders beliebt sind in Dänemark die Slots, die im Jahr 2020 erstaunliche 74,4 Prozent des Gesamtumsatzes ausgemacht haben. Die klassischen Spiele haben zwar in Dänemark auch eine treue Fangemeinde, aber der Anteil am Gesamtumsatz ist deutlich niedriger. Ein ähnliches Bild gibt es in den meisten Ländern. Das dürfte vor allem daran liegen, dass die Slots besonders einfache Glücksspiele sind, die ohne langes Regelstudium sofort Spaß machen können. Auch in Deutschland sind die Slots online und offline besonders beliebt.

Geht es 2021 bergauf für dänische Glücksspielbranche?

Die dänische Glücksspielbranche ist längst nicht so hart getroffen worden wie die Glücksspielindustrie in vielen anderen Ländern. Insofern sollte es durchaus möglich sein, die Krise gut zu überstehen und im Laufe des Jahres 2021 wieder auf Wachstumskurs zu gehen. Ob es für das Gesamtjahr 2021 dann schon wieder Zahlen auf dem Niveau des Jahres 2019 oder sogar darüber geben wird, bleibt abzuwarten. Aber es spricht vieles dafür, dass sich nicht nur in Dänemark die Glücksspielbranche im stationären Geschäft zumindest in der zweiten Jahreshälfte weitgehend erholen wird. Wenn die Gesundheitskrise verschwindet, gibt es keinen Grund mehr, besondere Hygienevorschriften und Restriktionen beim Besuch von Spielhallen und Spielbanken umzusetzen. Insofern sollte es dann wieder möglich sein, gute Geschäfte zu machen. Eine vollständige Erholung ist aber vor dem Jahr 2022 unwahrscheinlich, denn in den nächsten Monaten wird es auch in Dänemark noch nötig sein, das stationäre Glücksspielgeschäft für den Gesundheitsschutz zu beschränken.

Im Vergleich mit anderen Ländern ist die dänische Glücksspielbranche recht gut durch die Krise gekommen. In Deutschland ist die Glücksspielbranche noch sehr viel stärker als in Dänemark auf das stationäre Geschäft angewiesen. Ohne die Einnahmen aus den zahlreichen Spielbanken und Spielhallen wird es für viele Glücksspielkonzerne eng. Sogar der Gauselmann-Konzern, der größten Glücksspielanbieter in Deutschland, hat ein negatives Geschäftsergebnis für das Jahr 2020 vorlegen müssen. In Deutschland rächt sich aktuell, dass es erst ab Mitte 2021 eine Regulierung für das Online-Glücksspiel geben wird. Die deutschen Glücksspielanbieter wären deutlich besser durch die Krise gekommen, wenn es im Jahr 2020 möglich gewesen wäre, Online-Spielbanken mit deutscher Lizenz zu betreiben. Aber bei der nächsten Gesundheitskrise wird die Ausgangslage anders sein. Vielleicht kommt Deutschland dann ähnlich gut wie Dänemark durch die Krise. Sicher ist aber auch: Nur bei einer vollständigen Lösung der Gesundheitskrise kann sich das stationäre Glücksspielgeschäft überhaupt wieder erholen.