Die Löwen-Gruppe aus Bingen zieht mit ihrem soeben erschienenen Corporate Responsibility-Bericht Bilanz über das Geschäftsjahr 2020, das mit keinem anderen in der Geschichte des Unternehmens zu vergleichen ist. In dem knapp 50-seitigen Bericht kommen verantwortliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus verschiedenen Abteilungen zu Wort und berichten über ihre Erfahrungen und ihre Wahrnehmungen des zurückliegenden Jahres. So äußert sich beispielsweise Dimitrios Karakidis über den Corona-Krisenstab, Michael Elzer über den Einkauf in Zeiten sprunghafter Märkte, Beate Détrie und Daniel Olbrich über das Personalwesen, Jana Breier über die Admiral Spielhallen, Arthur Stelter vom Projektmanagement gemeinsam mit Oliver Bagus über die Entwicklung auf dem Online Markt.

Abteilungsleiter der Löwen-Gruppe äußern sich im Geschäftsbericht 2020

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Eigentlich sind Veränderungen für Dimitrios Karakidis das tägliche Geschäft. Als Bereichsleiter Compliance sowie Konzern-Angelegenheiten und parallel auch mit der Leitung des gruppenweiten Risikomanagements betraut, gehört es zu seinen Aufgaben, Risiken für die Geschäfte der Gruppe zu analysieren und entsprechende Maßnahmen einzuleiten. In einem immer stärker digitalisierten Marktumfeld werden die Veränderungs-Intervalle stets kürzer. Doch die weltweit anhaltende Gesundheitskrise war auch für diesen erfahrenen Manager eine ganz neue Herausforderung. Die erste und dringlichste Aufgabe war dabei, die Handlungssicherheit des Unternehmens zu gewährleisten und der Frage nachzugehen, wie man die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter am besten schützt. Hinzu kamen fast stündlich neue Anordnungen, die insbesondere die Schließungen der Spielhallen betrafen. So wurde früh ein Krisenstab ins Leben gerufen, der aller Maßnahmen koordinierte, wie z.B. die Schulung und Implementierung von Hygienebeauftragten. Karakidis sieht allerdings nicht alles negativ, denn dadurch sei die digitale Transformation vieler Arbeitsbereiche in den Fokus gerückt und wurde beschleunigt. Auch Michael Elzer, Leiter Supply-Chain-Management und Logistik, sah sich vor viele neue Aufgaben gestellt.

Eine der Stärken des Unternehmens, das ein Teil des Novomatic-Konzerns ist, liegt darin, viele Bauteile in House beschaffen zu können. „Corona war in dieser Hinsicht eine Zäsur, weil zusätzlich zur Beschaffung unserer Produktionsmittel und der normalen Lieferprozesse ein völlig neuer Bedarf entstand“, wird Elzer in dem Bericht zitiert. Wie viele andere Unternehmen sah sich die Löwe-Gruppe neben der Sicherstellung der Produktion vor weitere Aufgaben gestellt, wie z.B. die Beschaffung von Hygieneartikeln. Teilweise konnte man sich konzernintern weiterhelfen. Eine Tochtergesellschaft in Tschechien produzierte z.B. Desinfektionsspender. Aber auch Elzer sieht das Positive und hebt besonders die Lernkurven hervor, die stetig nach oben zeigen würden. Mit vielen menschlichen Schicksalen hatten Beate Détrie und Daniel Olbrich zu kämpfen, zeichnen doch beide als Leiterin Personalwesen bei Löwen Entertainment, bzw. als Leiter Personals bei Admiral Entertainment für viele tausend Beschäftigte verantwortlich.

Als eines der eindringlichsten Erlebnisse beschreiben beide, die Anordnungen zur landesweiten Schließung der Spielhallen. 3000 Kolleginnen und Kollegen waren von dieser Maßnahme im ersten Lockdown betroffen, und die Sorge um sie war sehr groß. So wurden relativ schnell geeignete Möglichkeiten zum Testen der Beschäftigten geschaffen. Auch das Kurzarbeitergeld, von dem zeitweise 80% der Belegschaft betroffen war, wurde um 20% erhöht, um mehr Sicherheit für die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu gewährleisten. Parallel wurde ein Hilfsfond eingerichtet. Natürlich war und ist für jeden die Situation schwer. Insbesondere die Auszubildenden haben unter der Situation gelitten. Diese wurden durch besondere Maßnahmen aufgefangen. Viel wurde in eine Home-Office Struktur investiert, an der auch jetzt noch weitergearbeitet wird. Die Löwen-Gruppe sieht allerdings den Zusammenhalt der Belegschaft nicht gefährdet, sondern ist der Meinung, dass diese Kruse alle noch mehr zusammengeschweißt hätte.

Löwen-Gruppe sieht optimistisch nach vorn

Jana Breier leitet das operative Geschäft der Admiral Spielhallen im Süd-Osten Deutschlands. Für die erfahrene Fachfrau sind Veränderungen nichts Neues. In der Vergangenheit wurde sie schon oft vor neue Verordnungen gestellt oder musste die Spielhallen aktuell anpassen. Aber so ein Jahr wie 2020, hat sie nach eigener Aussage noch nicht erlebt. „Als ich die ersten Nachrichten vom Lockdown hörte, war ich für einen kurzen Moment wie gelähmt. Aber ein paar Augenblicke später war uns allen klar, dass es jetzt wahnsinnig viel zu tun gibt,“ erzählt sie aus ihrer Erinnerung. Schließlich mussten alle Filialen geschlossen werden. „Für die Kolleginnen und Kollegen in den Spielhallen war die schnelle Reaktion der Firma wichtig, schnell zu wissen, was die Schließung konkret bedeutete. Auch die Aussage, dass die Jobs sicher sind, konnte den ersten Schock lindern,“ so die Gebietsleiterin. Nach dem Lockdown begannen dann direkt Aufräum- und Umgestaltungsarbeiten. Diese gestalteten sich etwas schwierig, da es z.B. in Bayern in fast jedem Kreis und jeder Stadt unterschiedliche Hygienekonzepte gab.
Verschoben haben sich 2020 laut Vertriebsdirektor Andreas Hingerl die vertrieblichen Prioritäten. Denn statt der klassischen Vertriebsarbeit ging es plötzlich darum, mit den Kunden zusammen partnerschaftliche Lösungen zu finden, um das Geschäft am Leben zu halten.

Oliver Bagus, Direktor Gaming Technology, sieht auch in dem wachsenden Online Markt einen Markt der Zukunft für die Löwen-Gruppe. Aus diesem Grund hat sich das Unternehmen auch um eine deutsche Lizenz beworben und investiert in Online Games, die denselben Standards in Bezug auf Qualität und Spielerlebnis entsprechen sollen, wie die stationären Games.