So bitter es auch klingt, aber die Corona-Krise beschert den TV-Nachrichten Anlass zur Freude, denn so hohe Einschaltquoten verzeichnen Tagesschau, heute und Co nur selten. Gerade der ARD-Dauerbrenner „Tagesschau“ ist für zahlreiche Zuschauer in Krisenzeiten die allererste Wahl. Das aktuelle Informationsbedürfnis ist groß. In den letzten Tagen schalteten regelmäßig mehr als 17,5 Millionen Bundesbürger ein. Da die „Tagesschau“ auch bei 3sat und den sogenannten dritten Programmen ausgestrahlt wird entspricht das einer Reichweite von rund 27 Prozent. Auch das ZDF-Nachrichten-Schwergewicht „heute“ freut sich über einen neuen Jahresbestwert mit knapp 6 Millionen Zuschauern und knappen 20 Prozent Marktanteil. 

Aber nicht nur die Nachrichten-Sendungen freuen sich über hohe Zuschauerzahlen. In Zeiten der Corona Ansteckungsgefahr verbringen die Bundesbürger viel mehr Zeit zu Hause. Und wem das TV-Programm nicht gefällt, der unternimmt einen Ausflug ins Internet und freut sich an der Angebotsvielfalt der zahlreichen seriösen Online Casinos wie beispielsweise Slotty Vegas, Karamba oder Vera & John, die Unterhaltung und Spielspaß pur versprechen.

Hohe Quoten für Corona Sondersendungen 

ARD und ZDFSelbst „Anne Will“ konnte sich über ihren Publikums-Zuspruch nicht beklagen. Als sie die Corona-Krise zum Thema machte erzielte sie 22 Prozent Marktanteil bei etwas mehr als 6 Millionen Zuschauern. Das war seit der letzten Bundestagswahl die höchste Reichweite des Talk-Formats. Die „Tagesthemen“ freuen sich aktuell über rund 25 Prozent Marktanteil bei ca. 5 Millionen Zuschauern und das „heute-Journal“ liegt im Schnitt bei ca. 5,5 Millionen Zuschauern und einem Marktanteil von rund 18 Prozent.

Die werberelevante Zielgruppe der 14- bis 49-Jährigen, die alle TV-Sender stetig im Auge haben, zog ebenfalls ganz deutlich die „Tagesschau“ anderen Formaten vor. Hier lag der Marktanteil bei rund 26 Prozent mit etwas mehr als 3 Millionen Zuschauern. Auf dem zweiten Platz landeten die „Sat.1-Nachrichten“ mit knapp 13 Marktanteil bei rund 1,4 Millionen Zuschauern. „Bild Corona Spezial“, eine Sondersendung zum Thema, die in Kooperation mit dem Axel Springer-Verlag entstand, verfolgten knapp 1,3 Millionen Zuschauer bei einem Marktanteil von gut 13 Prozent.

Corona-Auswirkungen auf das Unterhaltungsprogramm

Die TV-Sender stehen nicht nur bei ihren aktuellen Berichterstattungen vor großen Herausforderungen. Viele Fernsehanstalten sind inzwischen gezwungen auf Publikum bei ihren Live-Shows zu verzichten. Bei RTL bleiben beispielsweise die Publikumsränge bei den Quotenhits „Deutschland sucht den Superstar“ mit Dieter Bohlen und bei „Let’s Dance“ mit Joachim Llambi, Jorge Gonzales und Motsi Mabuse leer. Die Verantwortlichen des Kölner Senders teilten mit, dass man vorerst komplett auf Publikum verzichten wolle, lediglich die Familien und Freunde der Protagonisten seien noch zugelassen. In einer offiziellen Pressemeldung dazu heißt es: „Bis auf Weiteres verzichten die Sender der Mediengruppe RTL Deutschland ab morgen bei ihren Shows auf Publikum. Damit kommt die Sendergruppe auch ohne konkretes Verbot ihrer Verantwortung nach, Publikum und Mitwirkende vor einer möglichen Ansteckung mit dem Coronavirus zu schützen."

Und während die ganze Welt zurzeit nur noch ein Thema zu kennen scheint, tummelt sich in einem kleinen Kölner Areal eine Gruppe von „Ahnungslosen“. Seit dem 6. Februar dieses Jahres leben rund ein Dutzend Personen im Sat.1-Big-Brother-Camp – vollkommen abgeschottet von der Außenwelt. Zwar gab es bereits bei ihrem Einzug erste Meldungen über Corona-Fälle in Deutschland, allerdings hat zu diesem Zeitpunkt noch niemand über die rapide Ausbreitung gesprochen, geschweige denn über Quarantäne und Fußball-Bundesliga Geisterspiele. Ein Sprecher des Senders sagte: „Je nachdem, wie sie sich im Vorfeld informiert haben, wissen sie theoretisch von dem Ausbruch des Virus in Wuhan und ersten Ansteckungen außerhalb Chinas. Ab 6. Februar haben sie jedoch keinerlei Nachrichten empfangen können."

Auch die im Nachhinein eingezogenen Mitbewohner können an diesem Informationsdefizit nichts ändern. Die Big-Brother-Regeln verbieten es, über Entwicklungen außerhalb des Camps zu reden. Der Sat.1-Sprecher erklärt: „Ob Fußballergebnisse, Vorwahlen in den USA, die TV-Quoten oder auch das Coronavirus – die neuen Bewohner dürfen über diese Themen nicht sprechen." Die Big Brother-Kandidaten leben auf engem Raum zusammen und werden ganztags und auch nachts gefilmt. Jeder neue Bewohner wird im Vorfeld auf Corona getestet, damit sich die Epidemie nicht im Big-Brother-Camp breitmachen kann. Bisher verliefen sämtliche Tests negativ.

Vorsichtsmaßnahmen bei den TV-Sendern

Aufgrund des Corona-Virus reiht sich Schlagzeile an Schlagzeile wegen abgesagter Veranstaltungen und Events. Unter anderem wurde die Verleihung der Goldenen Kamera abgesagt und auch Florian Silbereisen und seine beliebte Schlagershow sind betroffen. Darüber hinaus hat Disney das heiß erwartete europäische Launch-Event für seinen Streaming-Kanal Disney+ gecancelt. Die Auswirkungen der Corona-Krise sind demnach auch bei den Medien angekommen.Um ihren Mitarbeitern ausreichenden Schutz zu gewährleisten haben etliche TV-Sender eine Reihe von Maßnahmen ergriffen, die weit über Gebote des „Händewaschens“ hinausgehen. Am stärksten vom Corona-Virus betroffen ist die ProSiebenSat.1-Gruppe. Zwei infizierte Personen verzeichnet das Unternehmen aktuell. Mehr als 200 Mitarbeiter wurden ins Home Office verbannt, wovon allerdings inzwischen schon wieder 150 an ihren Arbeitsplatz zurückgekehrt sind. Derzeit sollen Dienstreisen „in besonders betroffene Gebiete“ vermieden werden.

Die Mediengruppe RTL hat bereits frühzeitig eine Arbeitsgruppe aus Kollegen des Bereichs Health & Services, dem Betriebsarzt und anderen Mitarbeitern ins Leben gerufen, die die Entwicklung täglich neu bewertet. Handhygiene inklusive einer „No Hand Shake-Policy“ gehören zu den konkreten Maßnahmen, wie auch der Verzicht auf nicht „zwingend notwendige Dienstreisen“. Darüber hinaus sollen alle Mitarbeiter ihre mobilen Geräte mit nach Hause nehmen, um zur Not von dort aus arbeiten zu können.

Bei RTL2 entschied die Geschäftsführung, dass Dienstreisen grundsätzlich „bis auf Weiteres“ abgesagt werden. Alle Mitarbeiter wurden mit Geräten für ein Mobile Office ausgestattet, wofür der IT-Support noch einmal ordentlich aufgestockt wurde.

Beim ZDF heißt es: „Mitarbeiter/innen, die aus Risikogebieten zurückkommen, sind aufgefordert, ihre Vorgesetzten zu informieren und möglichst wenig Kontakt zu anderen zu haben, auch wenn sie keine Symptome aufweisen. Das kann etwa durch Einzelarbeitsplätze oder Homeoffice sichergestellt werden."

Eher kompliziert ist es dagegen bei der ARD. Eine einheitliche Regelung, die für alle Sendeanstalten gilt, existiert nicht.