Casinos Austria baut Personal ab und bekommt einen neuen Aufsichtsrat. Insgesamt plant der österreichische Glücksspielanbieter den Abbau von 500 Vollzeitstellen. Wolfgang Hesoun, der Vorstandsvorsitzende von Siemens in Österreich, wird neuer Aufsichtsratsvorsitzender. Mit dem Programm ReFIT will Casinos Austria den Glücksspielanbieter zukunftstauglich machen. In den letzten Jahren waren diverse Umstrukturierungsmaßnahmen immer wieder verschleppt worden. Doch nun gibt es den großen Umbruch, der für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens enorm wichtig sein dürfte. Insgesamt müssen 500 Vollzeitstellen abgebaut werden, damit die gewünschte Wettbewerbsfähigkeit wieder erreicht wird. Wenn 500 Vollzeitstellen abgebaut werden, bedeutet das nicht zwangsläufig, dass 500 Menschen entlassen werden müssen.

Wichtige Umstrukturierung bei Casinos Austria

Casinos AustriaCasinos Austria wird alle Möglichkeiten nutzen, um einen sozialen Personalabbau zu gewährleisten. Aber es wird auch zu Härtefällen kommen. Das lässt sich bei einem Abbau von 500 Vollzeitstellen nicht vollständig vermeiden. Durch den Personalabbau sollen insgesamt 50 Millionen Euro kosten gespart werden. Ob sich der Personalabbau unmittelbar auf das Image von Casinos Austria auswirken wird, wird sehr stark davon abhängen, wie die ganze Prozedur abgewickelt wird. Zuletzt hat Evolution Gaming in Malta gezeigt, dass es gute und weniger gute Möglichkeiten gibt, überzähliges Personal abzubauen. Bei Evolution Gaming musste am Ende eine Gewerkschaft einschreiten, um das Schlimmste zu verhindern. Doch Casinos Austria hat allem Anschein nach einen deutlich besseren Plan.

Der Abbau von 500 Vollzeitstellen soll nicht dazu führen, dass es zu Engpässen innerhalb des Unternehmens kommen. Deswegen wird die Effizienz im gesamten Unternehmen erheblich verbessert. Das ist eines der wichtigen Ziele in der aktuellen Umstrukturierungsmaßnahmen. Durch Synergie-Effekte und bessere Abläufe soll gewährleistet werden, dass Casinos Austria nach der Umstrukturierung besser aufgestellt ist als vorher. In den letzten Jahren hat sich ein erheblicher Reformstau innerhalb des Unternehmens entwickelt, der nun mit einem großen Knall abgebaut wird. Für die Betroffenen ist das nicht immer optimal, aber für das Unternehmen insgesamt ist es wichtig, die Zukunftstauglichkeit herzustellen. Nur dann hat Casinos Austria überhaupt eine realistische Chance, auch noch in zehn Jahren als wichtiger Arbeitgeber in Österreich zu fungieren. In den letzten Jahren hat es immer wieder Diskussionen und zum Teil auch kleine Skandale rund um Casinos Austria gegeben. Auch das soll der Vergangenheit angehören. Die neue Führungsspitze möchte Casinos Austria zu einem modernen Glücksspielanbieter machen, der transparent und seriös in allen Bereichen arbeitet. Es ist völlig klar, dass das nicht ohne Veränderungen funktioniert. Wichtig ist nicht zuletzt, dass auch der Aufsichtsrat neu strukturiert wird.

Neuer Aufsichtsratsvorsitzender und weitere Änderungen

Wolfgang Hesoun hat sich als Vorstandsvorsitzender von Siemens in Österreich einen exzellenten Ruf erarbeitet. Nun soll Hesoun als Aufsichtsratsvorsitzender von Casinos Austria dafür sorgen, dass der Glücksspielanbieter wieder in die richtige Bahn kommen. Es ist enorm wichtig für ein modernes Unternehmen, dass der Aufsichtsrat exzellent besetzt ist. Nur dann ist die Kontrolle des Vorstands auf hohem Niveau gewährleistet. Als Vizepräsident des Aufsichtsrates wird Robert Chvatal von der Sazka Group dienen. Zuletzt hatte Chvatal als kommissarischer Aufsichtsratsvorsitzender gearbeitet. Andere wichtige Persönlichkeiten im neuen Aufsichtsrat werden Christine Catasta von der ÖBAD und Erika Stark-Rittenauer, die sich als Expertin für Spielerschutz einen Namen gemacht hat, sein. Keinen Platz mehr gibt es für Thomas Polzer und Gerhild Hofer. Es ist völlig richtig, die Neuausrichtung eines Unternehmens auch auf den Aufsichtsrat zu beziehen. Wenn in der Führungsspitze keine wesentlichen Änderungen passieren, hilft auch ein umfassender Personalabbau inklusive Umstrukturierung in der Regel nicht. Die Besetzung des Aufsichtsrats mit bekannten Persönlichkeiten ist ein starkes Signal an die Öffentlichkeit und die Investoren. Aber erst in den nächsten Jahren wird sich zeigen, wie gut Casinos Austria am Ende wirklich aufgestellt ist. Auch die beste Umstrukturierung funktioniert nur dann, wenn am Ende die Inhalte stimmen. Grundsätzlich hat Casinos Austria ein solides Geschäftsmodell, aber in den letzten Jahren sind diverse Fehlentscheidungen bei der strategischen Ausrichtung getroffen worden.

Ein wichtiger Faktor bei der künftigen Ausrichtung von Casinos Austria wird der Spielerschutz sein. Casinos Austria wird in allen Bereichen der Unternehmensgruppe umfassende Maßnahmen durchsetzen, um den Spielerschutz auf ein ganz neues Niveau zu heben. Das ist für einen modernen Glücksspielanbieter nahezu alternativlos. Aber nichtsdestotrotz ist es ist bemerkenswert, dass Casinos Austria bereit ist, diesen Weg zu gehen. Casinos Austria ist in den letzten Jahren immer wieder für allzu große Nähe zur Politik kritisiert worden. Deswegen sind einige wichtige strukturelle Maßnahmen vielleicht nicht optimal umgesetzt worden. In Zukunft soll sich das ändern. Casinos Austria hat grundsätzlich das Potenzial, das bisherige Geschäft fortzuführen und weiter zu wachsen. Vielleicht wird Casinos Austria auch demnächst in weitere Jurisdiktionen expandieren. In der Unternehmensgruppe gibt es das nötige Know-how. Zudem gibt es mit Deutschland einen spannenden Nachbarmarkt, der gerade erst eine neue Glücksspielregulierung für Online Casinos beschlossen hat.