Casinos Austria muss bis zu 600 Menschen entlassen. Allerdings weist der österreichische Glücksspielanbieter darauf hin, dass es sich bei dieser Zahl nur um das absolute Maximum handelt. Es ist wahrscheinlich, dass am Ende weniger Kündigungen ausgesprochen werden. Ganz ohne Entlassungen wird Casinos Austria aber nicht durch die Krise kommen.

Mitarbeiter von Casinos Austria müssen um Job bangen

Casinos AustriaEs spricht vieles dafür, dass Casinos Austria demnächst deutlich weniger Mitarbeiter beschäftigen wird als bisher. Schon im Juli hatte der Glücksspielanbieter darauf hingewiesen, dass von den 1.700 Stellen wahrscheinlich 500 abgebaut werden müssten. Nun ist die Zahl noch einmal ein Stück weit gestiegen, wobei angemerkt werden muss, dass es sich noch nicht um abgeschlossene Kündigungen handelt. Vielmehr müssen Unternehmen in Österreich eine Meldung machen, wenn Kündigungen durchgeführt werden sollen. Die Kündigungen müssen dann allerdings nicht erfolgen. Aber ohne die Meldung ist es nicht möglich, die Kündigungen zu machen. Grundsätzlich ist aber völlig klar, dass Casinos Austria den Personalstand deutlich reduzieren muss. Die wirtschaftliche Situation war schon vor der aktuellen Krise schwierig. Doch durch die Krise sind die Zahlen nun noch einmal deutlich nach unten gegangen, sodass letztlich überhaupt keine Alternative zu Entlassungen vorhanden ist. Zudem plant Casinos Austria, die Gehälter für viele Mitarbeiter, die ihren Arbeitsplatz behalten dürfen, zu reduzieren. Langfristig soll es damit möglich sein, zumindest einen großen Teil der Arbeitsplätze zu erhalten. So richtig klar scheint aber nicht so sein, wie viele Menschen am Schluss ihren Arbeitsplatz verlieren werden. Das ist für die Betroffenen schwierig. Aber es ist nicht ausgeschlossen, dass Casinos Austria ganz bewusst eine gewisse Unsicherheit pflegt, um die neuen Gehaltsstrukturen durchzusetzen. Viele Mitarbeiter verzichten wahrscheinlich freiwillig auf Geld, wenn sie dafür die Chance haben, in schwierigen Zeiten ihre Arbeitsstelle zu behalten.

Im Moment geht es vor allem aber um die Frage, wie der Personalstand abgebaut werden kann. Einige Mitarbeiter werden wahrscheinlich freiwillig aussteigen. Vor allem die gut bezahlten Spezialisten im Unternehmen haben auch in schwierigen Zeiten genügend Alternativen. Darüber hinaus wird es einige Mitarbeiter geben, die sich auf Teilzeit einlassen werden. Auf diese Weise ist es möglich, die Kosten zu reduzieren. Erst wenn die Verhandlung komplett abgeschlossen sind zwischen der Unternehmensführung und dem Personal, wird klar sein, wie viele Menschen mit einer Kündigung rechnen müssen. Allerdings ist nicht sicher, ob die Reduzierung um 500 oder 600 Vollzeitstellen am Ende ausreicht. Casinos Austria ist in einer schwierigen Situation und es kann durchaus sein, dass sich die aktuelle Krise noch lange hinzieht. Dann wäre es vielleicht sogar erforderlich, noch mehr Mitarbeiter vor die Tür zu setzen. Völlig klar scheint zu sein, dass bei Casinos Austria in den nächsten Monaten einige Verwerfungen zu beobachten sein werden. Ob sich das positiv auf die Gesamtleistung auswirkt, bleibt abzuwarten. Mit Sicherheit ist es keine schöne Situation für die Mitarbeiter, jeden Tag in der Zeitung neue Meldungen über mögliche Kündigungen zu lesen. Schon seit mehreren Monaten läuft das Refit-Programm, mit dem Casinos Austria für die Zukunft besser aufgestellt werden soll. Der schöne Name bedeutet aber nicht anderes, als dass Kosten gespart werden müssen. Das funktioniert traditionell am besten durch die Einsparung von Personal. Angesichts der schlechten Zahlen, die in diesem Jahr produziert worden sind, hat Casinos Austria aber wohl gar keine andere Wahl.

Im Jahr 2020 deutlicher Umsatzrückgang bei Casinos Austria

Wie viele andere Glücksspielanbieter musste auch Casinos Austria vor allem im ersten Halbjahr 2020 einen erheblichen Umsatzrückgang hinnehmen. Mit Glücksspiel konnte Casinos Austria im ersten Halbjahr 52,8 Millionen Euro einnehmen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein sehr schlechtes Ergebnis, denn 2019 konnte Casinos aus dem ersten Halbjahr noch 87,3 Millionen Euro einnehmen. Schon vor der aktuellen Krise war die Situation allerdings nicht einfach. Zuletzt hatte Casinos Austria viele kleine und große Probleme. Vor allem die Ibiza-Affäre hat dem österreichischen Glücksspielanbieter nachhaltig geschadet. Die Affäre ist noch nicht vorbei, denn es gibt einen Ibiza-Untersuchungsausschuss, der dazu führt, dass Casinos Austria fast täglich mit unschönen Nachrichten in den Medien auftaucht. Während Casinos Austria dabei ist, den Personalabbau zu planen, wird im Ibiza-Untersuchungsausschuss diskutiert, ob es auf den lukrativen Spitzenposten im Unternehmen zu Unregelmäßigkeiten bei personellen Entscheidungen gekommen ist. Das passt alles nicht gut zusammen. Das Image von Casinos Austria ist nachhaltig beschädigt worden durch die Ibiza-Affäre. Die aktuell geplanten Entlassungen werden nicht dazu beitragen, dass das Image besser wird. Schlimmer dürfte für Casinos Austria aber sein, dass die Umsätze in den Spielcasinos und Spielhallen nach wie vor niedriger sind als im Jahr 2019. Durch neue Hygienevorschriften wird sich das auch in den nächsten Monaten nicht grundsätzlich ändern. Für Casinos Austria geht es im Moment wahrscheinlich darum, überhaupt wirtschaftlich zu überleben. Ein Jahr wie 2020 kann sich der österreichische Glücksspielanbieter wohl nur ein einziges Mal leisten.

Insgesamt betreibt Casinos Austria zwölf verschiedene Casinos, unter anderem in Wien, Salzburg, Linz, Kitzbühel, Innsbruck, Graz und Bregenz. Mit insgesamt 2,3 Millionen Besuchern waren die Casinos im letzten Jahr noch gut ausgelastet. Bei den aktuellen Diskussionen um den Personalabbau geht es um die 1700 Mitarbeiter in Österreich. Aber Casinos Austria hat auch im Ausland Beschäftigte. Insgesamt gehören zum Konzern 3.400 Mitarbeiter. Die Inhaberstruktur ist immer wieder Anlass für Diskussionen. Die Sazka-Gruppe aus Tschechien ist der Mehrheitseigner. Aber auch Österreich ist über die staatliche Holdinggesellschaft ÖBAG zu knapp einem Drittel an dem Glücksspielanbieter beteiligt. Deswegen ist die aktuelle Krise auch ein Problem für die österreichische Politik. Es ist nicht einfach so rechtfertigen, dass ein Konzern, der zu einem erheblichen Anteil im staatlichen Besitz ist, mitten in der Krise zahlreiche Menschen auf die Straße setzt. Aber am Ende entscheidet der tschechische Mehrheitseigner wahrscheinlich aus rein wirtschaftlichen Gründen. Der österreichische Staat wird kaum die Möglichkeit haben, diese Entscheidung anzufechten oder zu beeinflussen. Viele Beobachter befürworten auch deswegen schon seit vielen Jahren, dass sich Österreich komplett zurückzieht und den Anteil an Casinos Austria verkauft. Wenn es nicht möglich ist, Entlassungen zu verhindern, gibt es auch aus Sicht der Öffentlichkeit bescheinigt keinen guten Grund, die Beteiligung am Konzern weiterhin aufrecht zu erhalten. Im Moment wäre allerdings kein guter Zeitpunkt für einen Verkauf, da der Wert von Casinos Austria in den Keller gegangen ist.

Casinos Austria stehen schwierige Zeiten bevor

Im Idealfall wird sich Casinos Austria durch die Veränderung der Personalstruktur und durch die Kostenreduzierung in den nächsten Jahren auf einem soliden Niveau erholen. Es ist aber unwahrscheinlich, dass der Glücksspielanbieter noch einmal die alten Umsatzzahlen erreichen wird. Ein großes Problem für Casinos Austria und andere Glücksspielanbieter in Österreich sind die Online Casinos, die in den letzten Jahren ihren Marktanteil ausbauen konnten. Viele österreichische Glücksspiel-Fans spielen lieber im Internet als in einem Beton-Casino. Die großen Spielcasinos werden noch lange Glücksspiel-Fans begeistern, da eine besondere Atmosphäre geboten wird, die kein Online Casino realistisch nachahmen kann. Aber Online Casinos sind deutlich unkomplizierter. Ein Besuch ist jederzeit möglich, mittlerweile auch völlig stressfrei über ein Smartphone. Warum also einen mehr oder weniger langen Weg auf sich nehmen, um ein Beton-Casino zu besuchen? Zudem hat jedes gute Online Casino mehr Spiele im Portfolio als die besten Spielcasinos von Casinos Austria. Es gibt viele kleine und gute Argumente für die Online Casinos. Fakt ist: Auch in Österreich gibt es einen klar erkennbaren Trend hin zum Online-Glücksspiel. Dieser Trend lässt sich wahrscheinlich auch nicht mehr umkehren, auch wenn das viele traditionelle Glücksspielanbieter gerne anders darstellen möchten. Nicht zuletzt hat sich in der großen Krise im ersten Halbjahr 2020 gezeigt, dass die Online-Glücksspielanbieter einen fundamentalen Vorteil haben. Als jedes Beton-Spielcasino schließen musste, konnten die Online Casinos auch in der großen Krise immer noch ohne Einschränkungen betrieben werden.

In Deutschland hat sich mittlerweile die Erkenntnis durchgesetzt, dass es sich nicht lohnt, das traditionelle Glücksspiel zu beschützen durch Ignorieren der modernen Online-Glücksspielanbieter. Ab Mitte 2021 wird es eine vollständige Regulierung des Online-Glücksspiels geben. Vollständig bedeutet: Deutschland hat beschlossen, Online Casinos, Buchmacher, Pokeranbieter und noch diverse andere Glücksspielanbieter im Internet zu lizenzieren und zu regulieren. Aufgrund der Größe des Marktes war es nach vielen Jahren in Deutschland endlich möglich, einen Kompromiss zwischen den Bundesländern zu erzielen, um die Glücksspielregulierung im neuen Glücksspielstaatsvertrag auf Online-Glücksspiele auszuweiten. Es ist völlig klar, dass die Online-Glücksspiele in Zukunft noch wichtiger werden. Deswegen ist es sinnvoll, eine vernünftige Regulierung zu schaffen, die dafür sorgt, dass die Spiele fair und korrekt ablaufen. Zudem bekommt Deutschland durch die nationale Regulierung die Möglichkeit, direkt Einfluss zu nehmen auf die Regeln in den Online Casinos. Wie gut das in der Praxis funktioniert, bleibt abzuwarten. Aber immerhin können in Deutschland demnächst auch die traditionellen Glücksspielanbieter, die bislang nur Spielhallen und Spielcasinos betreiben können, in Deutschland auch Online Casinos anbieten. Das ist vielleicht ein besserer Ansatz, als in Sonntagsreden immer nur zu betonen, dass das Online-Glücksspiel böse sei, während ein paar Meter weiter die nächste Spielhalle geöffnet ist. Ein pragmatischer Ansatz ist bei der Glücksspielregulierung online und offline in jedem Fall die beste Wahl.

Hier mehr über die Entlassungen bei Casinos Austria lesen.