„Der größte Fälscher der Welt“ konnte Gott doch nicht reinlegen – welch eine Ironie des Schicksals. Louis Colavecchio „The Coin“ starb nach langer Krankheit im Alter von 78 Jahren im Haus seiner Tochter in Rhode Island. Es ist schwierig ein Urteil zu fällen über jemanden, der ein Meister seines Faches gewesen ist. Nur leider im Falschen. Das Louis Colavecchio zu den ganz großen Fälschern dieses Jahrhundert zählt, ist unbestritten, zu groß war sein Können in der Herstellung von Casino Münzen, mit denen er die Casinos um mehrere Millionen Dollar betrog. So etwas wie ein Gentleman-Dieb, dem es nie darum ging zu Reichtum zu kommen, sondern zu Perfektion. Menschen kamen nicht direkt zu Schaden und stets war er um gute Manieren und ein perfektes Auftreten bemüht. Dennoch war das, was er tat, nun einmal nicht mit dem Gesetz konform. Wohin hätte sein Weg ihn geführt, wenn er seine Talente und Fähigkeiten für etwas „Gutes“ eingesetzt hätte? Wir werden es nie erfahren. Wir können uns dem Menschen nur nähern und sehen, welchen Weg er für sich gewählt hat, und dabei vielleicht einiges nachvollziehen, möglicherweise bewundern, oder auch verachten.

Casino Legende: Anfänge und Irrwege

Louis Colaveccio

Geboren wurde er am 1. Januar 1942 als drittes Kind italienischer Einwanderer in Rhode Island. Ihr erstgeborener Sohn Ronald wurde Jesuit in Brasilien, und ihre einzige Tochter Angela heiratete einen reichen Mann in Providence. Louis galt generell als sehr begabt und schloss als Erster der Familie das College mit einem BWL Studium ab. Er wollte seinem Vater nacheifern und ebenfalls ein erfolgreicher Geschäftsmann werden. Dazu beobachtete er den Schmuckwarenmarkt und entschloss sich in das Geschäft mit dem Schmuck einzusteigen. Mit seinem Unternehmen „Trop Jewelry Co“ brauchte er fast zehn Jahre um erfolgreich zu sein. Danach gönnte er sich und seiner Familie ein Leben im relativen Luxus. Er kaufte ein schickes Haus in einer schönen Gegend mit allem was das Herz begehrt, wie einem Pool, Tennisplatz und so weiter. Ein Einbruch, bei dem er selbst im Laden war, gefesselt und misshandelt wurde, brachte ihn allerdings in die Insolvenz. Er kämpfte, eröffnete ein neues Juweliergeschäft und der Erfolg stellte sich erneut ein. Aber womit fragte sich die Nachbarschaft, da es kaum Kunden in dem Laden gab und auch ein kleines Schild an der Eingangstür konnte sich niemand erklären, auf dem geschrieben stand: „Präzisionsformen, Modelle und Matrizen. Prototyp kundenspezifische Arbeit. EDM-Elektroden. EDM-Bearbeitung. ** Nur nach Vereinbarung. ” Dennoch schien es an Geld nie zu mangeln.

Die benachbarten Ladenbesitzer hätten nie gedacht, dass der größte Teil von Colavecchios Geld aus Casinos stammte und nicht aus seinem Schmuckgeschäft.

Louis Colavecchio reiste oft nach Atlantic City, um seinen Freunden und seiner Familie Geschäftsreisen zu ermöglichen. Tatsächlich verbrachte er die meiste Zeit dort damit, an den Spielautomaten im Caesar's Palace Hotel and Casino zu spielen. Zu Beginn hatte er einige Erfolge, aber er stellte fest, dass er nicht über genügend Bankroll verfügte, um seine neue Leidenschaft zu unterstützen. Er suchte nach Möglichkeiten, die Maschinen so zu manipulieren, dass er spielen konnte, ohne Münzen einzulegen. Doch seine Bemühungen waren nutzlos. Schließlich dachte er, es könnte eine Möglichkeit geben, mit einigen seiner Geräte aus dem Juweliergeschäft gefälschte Münzen für die Automaten herzustellen. Er sammelte ein paar Casino Münzen und nahm sie mit nach Hause, um zu sehen, was er tun konnte. Louis hatte eine elektrische Entladungsmaschine, mit der unterschiedliche Formen entwickelt wurden, die Schmuck mit verschiedenen Wörtern, Logos oder Zahlen angepassten. Bevor er an die Münzen des Spielautomaten ging, versuchte er zunächst einmal zu prüfen, ob er Poker- und Blackjack-Token replizieren konnte, da er mit dieser Methode weniger wahrscheinlich erwischt wurde. Obwohl ihm dies mit Leichtigkeit gelang, erkannte er, dass im Slot-Coin-Geschäft viel mehr Geld zu machen war, und konzentrierte sich wieder darauf. Während des Fälschungsprozesses war Louis sehr akribisch in Bezug auf jedes Detail, das auf der Münze stand, da die Symbole auf den Münzen perfekt übereinstimmen mussten, um von den Automaten nicht abgelehnt zu werden. Louis war in der Lage, die Slots stundenlang zu spielen, ohne jemals sein eigenes Geld setzen zu müssen. Damit verdiente er Tausende von Dollar pro Nacht, mit denen er seinen prestigeträchtigen Lebensstil aufrecht erhielt. In den Casinos hatte er oft ein Mädchen an seiner Seite, und er war immer bestrebt, sein Geld vor ihr zur Schau zu stellen.

Louis spielte monatelang ausschließlich bei Caesar, bevor er versuchte, gefälschte Münzen für andere Casinos in der Gegend herzustellen. In der Zwischenzeit nahm Caesar's sein jährliches Münzinventar auf und stellte fest, dass sie einen Überschuss von 10-Dollar-Spielautomatenmünzen hatten. Das Casino hat daraufhin die New Jersey Division of Gaming Enforcement hinzugezogen, um weitere Untersuchungen durchzuführen, und festgestellt, dass es sich bei den zusätzlichen Münzen tatsächlich um gefälschte Premium-Münzen handelte. Die Sicherheitsleute vom Caesar's Palace und aller anderen Casinos in Atlantic City wurden gebeten nach verdächtigen Personen Ausschau zu halten, die möglicherweise in diesen Skandal verwickelt sein könnten. Als Louis am darauffolgenden Wochenende mit seiner damaligen Freundin Donna Ulrich eintraf, erregte ihr Verhalten die Aufmerksamkeit der Wachen. Sie beobachteten das Paar über mehrere Stunden lang sehr genau und stellten fest, welche Maschinen sie benutzten. Nachdem Louis und Donna das Gebäude verlassen hatten, öffnete die Polizei die Automaten und fand eine Reihe gefälschter Münzen. Bald nach dieser Entdeckung wurden Louis und Donna in Gewahrsam genommen. Die Polizei fand 750 Pfund gefälschter Münzen in Louis Auto, von denen viele anderen nahe gelegenen Casinos gehörten. 

Verbrechen zahlt sich nicht aus

Seine Münzen waren außergewöhnlich; Jerry Longo, der mit der Mohegan Sun zusammengearbeitet hatte, um Louis Colavecchio mit den dortigen Verbrechen in Verbindung zu bringen, sagte: „Ich saß tagelang da und schaute mir Token unter dem Mikroskop an. Es war unglaublich. Ich konnte den Unterschied nicht erkennen. “

Für seinen Betrug wurde er zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt. Eine Läuterung trat allerdings nicht ein. Er wurde mit der Mafia in Verbindung gebracht, und seinen letzten Gefängnisaufenthalt verdankte er wieder einer Fälschung, diesmal perfekte 100 Dollar Noten. Weil Louis fürchtete, er könnte im Knast sterben, sagte der Richter zu ihm: «Das glaube ich nicht. Ich glaube viel eher, dass sie sogar Gott hereinlegen könnten, sie ewig zu verschonen.» Dies stimmte nicht ganz. Nur kurze Zeit nachdem er vorzeitig wegen schlechter Gesundheit entlassen worden war, verstarb er im Haus seiner Tochter.